Werder besteht Charaktertest

Von SPOX
Werders Torsten Frings schreit seine Freude über den Einzug ins Viertelfinale heraus
© Getty
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Sechs Bundesligisten stehen im Viertelfinale des DFB-Pokals. Bremen rang Dortmund nieder, Leverkusen und Wolfsburg wurden ihrer Favoritenrolle gerecht, nur Wehen Wiesbaden schaffte am Mittwoch die Sensation und gewann im Karlsruher Wildpark. Alle Spiele im Überblick:

Borussia Dortmund - Werder Bremen 1:2

Tore: 1:0 Frei (11.), 1:1 Almeida (62.), 1:2 Pizarro (80.)

Der BVB begann wie die Feuerwehr, spielte aggressives Pressing und ging folgerichtig früh in Führung. Allerdings ging dem Treffer ein Foulspiel von Kringe an Almeida voraus. Bremen fühlte sich zum ersten Mal benachteiligt.

Kurz darauf fällte Santana Werders Spielmacher Diego im Strafraum, aber Schiedsrichter Gräfe ließ weiterspielen. Bremen fühlte sich ein zweites Mal benachteiligt.

Bis zur Pause hatte Werder die größeren Spielanteile und fast 70 Prozent Ballbesitz, war aber vor dem Tor zu harmlos. Dagegen hatte Zidan mehrfach die Chance, den Sack zuzumachen, scheiterte aber immer wieder an Wiese, am Pfosten und am eigenen Unvermögen.

Der erste Aufreger in Halbzeit zwei war ein Ellbogenschlag von Almeida gegen Santana, was Gräfe aber nicht sah. Werder durfte sich bevorteilt fühlen. Zumal Almeida kurz darauf den verdienten Ausgleich erzielte. In der Schlussphase verlor der BVB die wichtigen Zweikämpfe und nach einem Tor von Pizarro das Spiel. Alles in allem bestand Werder seinen ersten Charaktertest. Zum Spielbericht

Doch dass es wichtigere Sachen als das Weiterkommen gibt, wurde kurz nach dem Spiel bekannt. Denn bereits vor der Partie stürzte ein Mann vom Zaun auf der Südtribüne in die Tiefe und verstarb wenig später an seinen Verletzungen.

Bayer Leverkusen - Energie Cottbus 3:1

Tore: 1:0 Helmes (12.), 2:0 Kadlec (29.), 3:0 Renato Augusto (43.), 3:1 Skela (90.)

Irgendwie hatten sie Angst in Leverkusen. Sogar das Bier hatten sie mitgenommen in ihre neue Heimstätte in Düsseldorf, denn auch der Leverkusener trinkt lieber Kölsch als Alt.

Aber im Nachhinein war die Sorge völlig unangebracht. Denn die Werkself fand sich schnell in der neuen Umgebung zu Recht und dominierte die Gäste aus Cottbus nach Belieben. 18:0 Torschüsse standen zur Halbzeit zu Buche - ein unglaublicher Wert. Dass es am Ende 25:3 hieß, ist auch der wohlwollenden Zählweise der Statistiker zu danken.

Denn außer dem zugegeben herrlichen Freistoß von Skela verbreitete Energie nicht mal annähernd Torgefahr.

Bei diesem Treffer war allerdings schon alles entschieden, weil Bayer in der ersten Hälfte bereits alles klar machte und sich hinterher an ihrer technischen Überlegenheit berauschte. Der absolute Hingucker: Renato Augustos Tricks und sein Solo zum 3:0. Zum Spielbericht

VfL Wolfsburg - Hansa Rostock

Tore: 1:0, 4:1, 5:1 Grafite (58., 86./Elfmeter, 90.), 2:0 Bülow (65./Eigentor), 2:1 Fillinger (68.), 3:1 Gentner (79.)

Am Ende wurde es ein standesgemäßer Erfolg der Wölfe gegen lange Zeit tapfer kämpfende Rostocker. Fast eine geschlagene Stunde lang mühte sich der bis dahin recht bieder auftretende VfL, die Neun-Mann-Verteidigung der Kicker von der Ostsee in Verlegenheit zu bringen.

Dies gelang erst, nachdem sich die Schlüsselszene des Spiels ereignet hatte: In einem Zweikampf mit Grafite verletzte sich dessen bis dato starker Gegenspieler Gledson am Knie und musste für Assani Lukimya ausgewechselt werden.

Dieser war gerade eine Minute auf dem Feld, schon nutzte Grafite die nicht mehr ganz so konsequente Bewachung und erzielte seinen ersten von drei Treffern.

Der Rest des Spiels ist schnell erzählt: Hansa versuchte vergeblich zurückzukommen und Wolfsburg schraubte das Ergebnis dank seiner individuellen Klasse in eine zur Pause nicht für möglich gehaltenen Höhe. Zum Spielbericht

Karlsruher SC - SV Wehen Wiesbaden

Tor: 0:1 König (73.)

Ein hochklassiges Spiel war vom Viertletzten der Bundesliga und vom Vorletzten der 2. Liga nicht zu erwarten und so entwickelte sich ein klassisches Pokalspiel: Der unterklassige Gast konzentrierte sich auf die Defensive und der Erstligist biss sich daran die Zähne aus.

Für den KSC ein denkbar schlechter Start ins neue Jahr. Dabei hatten Giovanni Federico und Sebastian Freis genügend Chancen, um die Badener in Führung zu bringen und am Ende zumindest die Verlängerung zu erzwingen.

Doch wie schon in der Bundesliga-Vorrunde ließen sie beste Chancen aus. Viel klarer agierten da die Gäste, die ihre einzige Chance durch Ronny König eiskalt nutzten.

Stichwort eiskalt: Wehens Coach Wolfgang Frank brüllte nicht nur 90 Minuten seine Mannen nach vorne, was die Außenmikrofone hörbar strapazierte, sondern schickte sein Team auch nur wenige Minuten nach dem Pausenpfiff wieder auf den Platz, wo sie dann in der Kälte auf die Karlsruher warteten. Leistungsdiagnostisch fragwürdig, aber wenn's hilft... Zum Spielbericht

Das Achtelfinale des DFB-Pokals im Überblick

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