Freitag, 11.10.2013
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Einzelkritik: Deutschland - Irland

Lahm und Kroos überragen

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich für die WM 2014 in Brasilien qualifiziert. Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes gewann in Köln gegen Irland mit 3:0 (1:0).

Toni Kroos hat im Spiel gegen Irland fleißig Eigenwerbung bei Joachim Löw betrieben
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Toni Kroos hat im Spiel gegen Irland fleißig Eigenwerbung bei Joachim Löw betrieben

Sami Khedira (12.), Andre Schürrle (58.) und Mesut Özil (90.+1) sorgten zwar für einen letztlich sicheren Sieg, doch das erhoffte Feuerwerk blieb aus, von einer Gala wie beim 6:1 im Hinspiel in Dublin war die Löw-Elf weit entfernt. Endlose Ballstafetten sorgten vor 46.237 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena für gepflegte Langeweile, gegen kampfstarke und vereinzelt sogar brandgefährliche Iren fehlte zu oft der Zug zum Tor.

Lahm und Kroos waren die besten deutschen Spieler. Bei den Iren agierte Forde gezwungenermaßen am auffälligsten.

Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik

Manuel Neuer: Der Bayern-Schlussmann war 45 Minuten eigentlich beschäftigungslos, hätte sich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte dann allerdings fast geschlagen geben müssen. Auch nach der Pause mit Glück, als seine Grätsche ins Leere nicht zum Ausgleich führte. In der 73. zudem mit dem unglücklichen Abpraller nach vorne. In der Schlussphase aber sehr stark. Note 3,5


Philipp Lahm: Bester DFB-Akteur. Unermüdlich immer mit viel Dampf die Linie entlang, schlug wieder und wieder Haken, bereitete mit seinen Flankenläufen der irischen Defensive einige Probleme. Die Führung durch Khedira geschickt vorbereitet. Und auch die Vorarbeit zu Schürrles Kopfball kurz vor der Pause hätte einen Treffer verdient gehabt. Note 1,5

Per Mertesacker: Zu Beginn der Partie ließ er dem Gegenspieler noch zu viel Platz und wurde leicht verladen. Dann präsentierte sich der Arsenal-Verteidiger aber gewohnt ruhig im Aufbau und sicher und routiniert im Zweikampf. Trug seinen Teil zum Zu-Null-Spiel bei. Note 3

Marcell Jansen: Ging auf seiner linken Seite weite Wege. Der Hamburger stand hinten sicher, versuchte auch offensiv in Erscheinung zu treten. Rechtfertigte die Nominierung mit viel Engagement. Seine Flanken aber zu selten gewinnbringend, im Abschluss mit dem schwachen Rechten offenbarte er technische Unzulänglichkeiten. Note 3,5

Jerome Boateng: Kaum gefordert, unterstrich Boateng seine momentan starke Verfassung. Im Aufbauspiel blieb der Innenverteidiger vom FC Bayern München ohne Fehler. An der Seite von Per Mertesacker nie wirklich in Bedrängnis, was natürlich auch der defensiven Ausrichtung der Gäste geschuldet war. Klasse Fackel aus der Distanz sieben Minuten vor dem Ende. Note 2,5

Bastian Schweinsteiger: Etwas offensiver als sein Nebenmann Khedira. Mit gelungenen Seitenwechseln, war sich für keinen Zweikampf zu schade und ordnete das Spiel wie bei den Bayern. Zentrales Element im Aufbau. Sehr stark sein Schuss aus der Distanz nach einer Stunde. Note 3

Sami Khedira: Nach zwölf Minuten mit der Führung für das DFB-Team. Zu Beginn etwas fahrig im Passspiel, im Verlauf der Partie aber stets mit gutem Auge. Wie bei Real Madrid vor allem mit defensiven Aufgaben betraut, aber immer wieder mit offensiven Aktionen. Den zweiten Treffer verhinderten nur die Fingerspitzen von Forde. Note 2,5

Toni Kroos: Der zentrale Mann in der offensiven Mittelfeldreihe forderte die Bälle und verteilte diese gewohnt sicher. Suchte immer wieder selbst den Abschluss, doch ohne die nötige Präzision. Die Vorarbeit zu Schürrles 2:0 war schlichtweg überragend, der Assist auf Özil einfach perfekt. Zeigte Löw, warum er fester Bestandteil der Stammelf sein müsste. Note 1,5

Thomas Müller: Über die rechte Seite machte Deutschland das Spiel. Sein Zug in die Mitte und der satte Abschluss acht Minuten vor der Halbzeit hätten Zählbares verdient gehabt. Müller mit viel Engagement auch gegen den Ball, defensiv mit Lahm von den Iren nie zu bezwingen. Note 2,5

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Andre Schürrle: Über links schwungvoll, immer wieder mit dem Versuch, seinen Gegenspieler zu überlaufen. Sein Kopfball vor der Pause noch etwas zu unplatziert. In der 58. Minute dann aber mit der wunderbaren Ballannahme und dem sicheren Abschluss aus der Drehung. Vor allem aufgrund der zweiten Hälfte eine gelungene Leistung. Note 2,5

Mesut Özil: Durfte sich in vorderster Front beweisen und hatte den ersten Abschluss der Partie. Aufgrund der ungewohnten Rolle nicht, wie sonst so oft, der Dreh- und Angelpunkt. Fiel zwar nicht groß ab, aber lieferte kaum Glanzmomente, wie er sie zuletzt beim FC Arsenal setzte. Eiskalter Abschluss zum 3:0. Note 3

Max Kruse: Kam acht Minuten vor dem Ende für Khedira ins Spiel.

Mario Götze: In der 85. Minuten für Andre Schürrle eingewechselt.

Sidney Sam: Ein Zwei-Minuten-Einsatz. Für ihn ging Thomas Müller raus.

Deutschland - Irland: Daten zum Spiel

Matthias Faidt

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