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WM-Quali: Deutschland - Irland

Deutschland löst WM-Ticket

Freitag, 11.10.2013 | 22:40 Uhr
Deutschland, Irland
© getty
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Die deutsche Nationalmannschaft hat die Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien perfekt gemacht. Gegen Irland siegte das DFB-Team mit 3:0 (1:0).

Vor 46.237 Zuschauern im ausverkauften RheinEnergie-Stadion in Köln brachte Sami Khedira die deutsche Mannschaft auf die Siegerstraße (12.). Andre Schürrle erhöhte nach dem Seitenwechsel (58.), ehe Mesut Özil kurz vor dem Schlusspfiff den Endstand herstellte (90.).

Deutschland liegt mit 25 Punkten uneinholbar an der Tabellenspitze von Gruppe C. Das abschließende Gruppenspiel am Dienstag in Schweden ist aus deutscher Sicht somit bedeutungslos.

Reaktionen:

Joachim Löw (Bundestrainer): "Es war eine sehr gute Qualifikation, die Mannschaft hat ihre Pflicht erfüllt. Natürlich muss noch etwas passieren, zum Beispiel müssen wir noch die Defensive verbessern, auch wenn heute wieder kein Gegentor gefallen ist."

Philipp Lahm (Kapitän Deutschland): "Die Mannschaft hat über ein Jahr lang gut gearbeitet. Es waren gute und weniger gute Spiele dabei, aber das ist normal. Gegen Irland haben wir von Anfang an Druck gemacht und wenig zugelassen."

Noel King (Interimstrainer Irland): "Wenn man 89 Minuten gegen eine der besten Mannschaften der Welt nur 0:2 zurückliegt und Chancen hat, das Anschlusstor zu erzielen, muss man eigentlich zufrieden sein. Aber das bin ich nicht. Wir hatten zwei phantastische Chancen und haben sie nicht genutzt. Es war trotzdem eine tolle Erfahrung für mein Team, dem ich nur ein Komplimemt aussprechen kann."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: In Abwesenheit von Klose und Gomez beginnt Löw ohne echten Stürmer. Özil spielt als falsche Neun, Kroos im Zentrum und Schürrle auf links. Lahm wie gewohnt Rechtsverteidiger, Jansen feiert sein Comeback als Linksverteidiger.

Bei den Iren sitzt ihr einziger Star Robbie Keane (Knöchelverletzung) nur auf der Bank.

12., 1:0, Khedira: Lahm mit dem Ballgewinn im Mittelfeld. Er steckt auf Khedira durch, der aus 20 Metern abschließt. Clark fälscht den Ball mit der Fußspitze unhaltbar ab.

35.: Kroos mit der Verlagerung aus dem Zentrum auf Lahm. Der geht zur Grundlinie und flankt auf den zweiten Pfosten. Schürrles Kopfball aus fünf Metern pariert Forde mit einem glänzenden Reflex.

37.: Müller zieht von rechts nach innen und spielt Doppelpass mit Kroos und Özil. Schuss aus 22 Metern mit links Richtung linkes Kreuzeck, Forde wischt den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte.

45.: Irland führt einen Freistoß im Mittelfeld kurz aus. Whelan mit der Flanke vom linken Strafraumeck. Clark setzt sich im Luftduelle durch und wuchtet den Ball an die Latte. Stokes verdaddelt den Nachschuss.

46.: Langer Ball auf Doyle, der mit dem Kopf in den Lauf von Stokes ablegen kann. Der schießt von der Strafraumgrenze aus flach auf das linke Eck - und verpasst um Zentimeter den Ausgleich.

58., 2:0, Schürrle: Kroos mit einem herrlichen Lupfer über die irische Abwehr am Strafraum. Schürrle nimmt den Ball mit dem Spann und dem Rücken zum Tor an, Drehung um die eigene Achse, Abschluss flach ins rechte Eck.

60.: Lahm von rechts flach in den Rückraum, Schweinsteiger mit der Direktabnahme aus 18 Metern, Forde dreht den Ball mit den Fingerspitzen um den linken Pfosten.

72.: Schürrle mit dem Diagonalball auf den von rechts startenden Müller. Direktabnahme aus sechs Metern, aber Forde wehrt den Schuss ab.

73.: Durcheinander im deutschen Strafraum. Neuer lässt einen Stokes-Schuss prallen, beim Nachschuss von Doyle ist er aber zur Stelle. Jansen klärt den freien Ball.

82.: Boateng nagelt den Ball aus 27 Metern ans rechte Lattenkreuz.

90., 3:0, Özil: Konter der Deutschen nach einer irischen Ecke. Über Kruse und Sam landet der Ball bei Kroos. Pass in die Tiefe auf Özil, der Forde per Lupfer überwindet.

Fazit: Klarer und nie gefährdeter Erfolg der DFB-Elf gegen kämpfende und ordentlich verteidigende Iren.

Der Star des Spiels: Philipp Lahm. Die rechte Seite war das Prunkstück der deutschen Elf. Lahm war in seinen wenigen defensiven Aktionen zur Stelle und nach vorne ständiger Antreiber. Kam immer wieder an Kelly und Doyle vorbei zur Grundlinie zum Flanken. Bereitete das 1:0 vor und gab insgesamt sechs Torschussvorlagen. Ebenfalls stark: Kroos.

Der Flop des Spiels: Anthony Stokes. Machte insgesamt kein schlechtes Spiel und hatte auch zwei gute Abschlüsse. Aber sein Ballverlust vor dem ersten Tor spielte den Deutschen in die Karten und brachte seine Mannschaft ins Hintertreffen.

Der Schiedsrichter: Serge Gumienny (Belgien). Pfiff bei Luftkämpfen vor allem zum Ärger der Iren sehr kleinlich, ließ aber das Stoßen durchgehen, als Schürrle zum Kopfball hochstieg. Hätte hier auch auf Elfmeter entscheiden können. Insgesamt aber ohne spielentscheidenden Fehler.

Das fiel auf:

  • Das erwartete Handballspiel: Deutschland (75 Prozent Ballbesitz) spielte den Ball auf der Suche nach der Lücke rund um den irischen Strafraum. Die Iren verteidigten ihren Sechzehner mit neun Mann, nur Stokes postierte sich in vorderster Linie bei den beiden deutschen Innenverteidigern.
  • Gegen die tief und eng stehende Abwehr tat sich Deutschland schwer, obwohl Löw seine Mannschaft etwas offensiver ausrichtete als sonst und Schweinsteiger etwas nach vorne zog und Khedira alleine vor der Abwehr spielte, so entstand ein 4-1-4-1. Bei Ballverlusten der Iren in der eigenen Hälfte, und wenn etwas Platz da war, ging es aber schnell im Umschaltspiel, dann wurde es meist auch gefährlich.
  • Özil wirkte in seiner Rolle als Stürmer nicht wirklich glücklich. Nur wenn er sich ins Mittelfeld fallen ließ, kam er ins Spiel und konnte dort auch seine Qualitäten andeuten.
  • Interessante Abstoßvariante der Iren: Bei eigenem Abschlag verschob das Team extrem ballseitig. Der Außenverteidiger rückte bis zum Mittelpunkt nach innen.
  • Deutschland ließ auch nach dem 2:0 nicht nach und hielt den Druck dauerhaft hoch, ging aber mit seinen Chancen sehr verschwenderisch um. Trotzdem kamen die Iren zu einigen unnötigen Konterchancen.
  • Löw wartete trotz der Führung und des klaren Spielverlaufs sehr lange mit den Auswechslungen. Erst in der 82. Minute durfte Kruse als erster Ersatzmann aufs Feld.

Deutschland - Irland: Daten zum Spiel

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