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Testspiel: Deutschland - Australien

Socceroos ärgern den Weltmeister

Mittwoch, 25.03.2015 | 22:23 Uhr
Deutschland musste sich gegen Australien mit einem 2:2 zufrieden geben
© getty
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Die deutsche Nationalmannschaft hat im ersten Länderspiel im Jahr 2015 eine Niederlage gerade noch abgewendet. Gegen Australien kam der Weltmeister in Kaiserslautern nur zu einem 2:2 (1:1).

Vor 47.106 Zuschauern im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion brachte Marco Reus Deutschland zwar in Führung (17.), doch Australien spielte gut mit und drehte die Partie durch Treffer von James Troisi (40.) und Mile Jedinak (50.). Der eingewechselte Lukas Podolski rettete Deutschland mit seinem 48. Länderspieltor das Unentschieden.

Nach den durchwachsenen Ergebnissen nach dem WM-Triumph im Herbst 2014 ist dieses Ergebnis dennoch der nächste Rückschlag für das DFB-Team. Am Sonntag trifft Deutschland in der EM-Qualifikation in Tiflis auf Georgien (18 Uhr im LIVE-TICKER) und steht dort schon unter Druck.

Reaktionen:

Joachim Löw (Trainer Deutschland): "Ich wollte der veränderten Personalsituation Rechnung tragen. Das Spiel war insgesamt ein bisschen hektisch. Die erste Halbzeit war aus unserer Sicht ganz ordentlich, in der zweiten Halbzeit hat bei uns die Klarheit gefehlt. Wir haben die Dinge nicht so umgesetzt wie wir sie umsetzen wollten. Wir wissen, dass wir am Sonntag gewinnen müssen."

Ange Postecoglou (Trainer Australien): "Ich bin sehr stolz auf die Spieler, nicht nur wegen des Ergebnisses. In der ersten Halbzeit waren wir immer gefährlich, wenn wir vorne waren. Es war eine fantastische Leistung. Es ist 10 Uhr morgens in Australien, die Leute werden gut gelaunt zur Arbeit gehen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Löw schont wie angekündigt einen Großteil seiner A-Elf für das Spiel in Georgien. Zieler ersetzt den angeschlagenen Neuer im Tor. Davor gibt Badstuber nach knapp zweieinhalb Jahren sein Comeback. Gündogan kehrt nach über eineinhalb Jahren ins DFB-Trikot zurück. Im defensiven Mittelfeld assistiert ihm Khedira, der statt Schweinsteiger Kapitän ist.

5.: Nach einer Ecke bringen die Australier den Ball nicht weg. Badstubers Schuss aus 13 Metern wird geblockt. Den Abpraller schiebt Gündogan aus 20 Metern Richtung rechtes Eck - knapp vorbei.

9.: Leckie vernascht Höwedes im Strafraum auf links zwei Mal, verzieht dann aber vom linken Fünfereck.

14.: Burns kommt nach einer Flanke von links völlig frei aus sieben Metern zum Kopfball, setzt diesen aber deutlich daneben.

15.: Genial von Gündogan! Der Dortmunder lupft aus dem linken Rückraum in den Lauf von Reus, der kommt aus spitzem Winkel Richtung Tor und will ebenfalls lupfen - aber Wilkinson klärt.

17.:, 1:0, Reus: Khedira schaltet nach einem Ballgewinn gegen Jedinak im Mittelkreis sofort um und treibt den Ball nach vorne. Am linken Sechzehnereck spielt er den Diagonalpass in den Lauf des mitgekommenen Reus, der vom Elfmeterpunkt im Sprung mit ausgestrecktem Bein mittig im Tor einnetzet- Keeper Ryan war ins falsche Eck unterwegs.

23.: Den muss er machen! Reus spekuliert und fängt 25 Meter vor dem Tor einen Querpass von Jedinak ab - doch allein vor Torhüter Ryan wartet er zu lange und setzt den Ball ans Außennetz.

40., 1:1, Troisi: Burns setzt sich auf links an der Eckfahne locker gegen Khedira und Bellarabi durch bringt eine gute Flanke nach innen. Troisi ist gedankenschneller als Hector und netzt aus fünf Metern per Kopf ein.

50., 1:2, Jedinak: Der Kapitän zirkelt einen Freistoß von halbrechts aus 20 Metern über die Mauer hoch in die Ecke. Zieler ist noch dran, bringt den Ball aber nicht vor die Linie.

54.: Gleich die nächste Chance für Australien. Troisi entwischt Rudy und geht mit Tempo Richtung Strafraum. Drei-gegen-zwei-Überzahl der Australier, Troisi schließt aus zentraler Position aus 17 Metern selbst ab - Zentimeter am rechten Eck vorbei.

62.: Starker Angriff durchs Zentrum über Özil, Reus, Götze und wieder Özil. Der bedient Bellarabi auf rechts im Strafraum. Dessen Schuss aus 14 Metern wehrt Ryan mit einem guten Reflex ab.

71.: Toller Konter der Australier! Leckie bedient aus der Mitte Oar, der auf links gestartet ist. Dessen Flanke kommt perfekt an den langen Pfosten - aber Leckie platziert seinen Kopfball aus vier Metern an den rechten Außenpfosten.

81., 2:2, Podolski: Hector leitet den Spielzug links vom Sechzehner ein, Schürrle zieht Richtung Fünfer und legt in den Rücken der Abwehr, sodass Podolski am langen Pfosten zum Ausgleich einschiebt.

Fazit: Deutschland rettet ein gerechtes Unentschieden gegen schnelle und immer gefährliche Australier.

Der Star des Spiels: Mathew Leckie. Der Ingolstädter machte die Bälle in der Spitze gut fest und war mit seiner Geschwindigkeit eine ständige Bedrohung. Einziger Kritikpunkt: Muss aus einer seiner beiden Großchancen ein Tor machen.

Der Flop des Spiels: Karim Bellarabi. Offensiv mit einigen unglücklichen Aktionen, Stockfehlern, Fehlpässen und falschen Entscheidungen. Dazu mit einem viel zu laxen Abwehrverhalten vor dem 1:1.

Der Schiedsrichter: Michael Oliver (England). Souveräne Spielleitung in einer sehr fairen Testpartie. Seine Assistenten lagen auch mit den Abseitsentscheidungen richtig.

Das fiel auf:

  • Viel wurde im Vorfeld über die Anordnung der Defensive gesprochen. Löw versuchte es in der ersten Halbzeit mit einem Mix aus Dreier- und Viererkette. Bei Ballbesitz Australien verteidigte die DFB-Elf mit vier Mann in der letzten Linie. Bei eigenem Ballbesitz schob Hector deutlich weiter nach vorne als Mustafi, weil Götze die rechte Außenbahn auflöste und sich frei bewegen konnte. Auf rechts hielt dagegen Bellarabi die Außenbahn.
  • Australien verteidigte nicht sonderlich tief und bot Deutschland damit viel Raum für Tempoläufe in die Tiefe, was vor allem Reus nutzte. Sobald die DFB-Elf einige schnelle Pässe aneinanderreihen konnte, kam sie in den Rücken der australischen Abwehr und es wurde gefährlich.
  • Aber auch Deutschland defensiv sehr anfällig, so dass auch Australien zu guten Möglichkeiten kam. Die DFB-Elf verteidigte nicht kompakt, kam nicht ins Gegenpressing und konnte so auch kaum Druck auf den Ballführenden ausbauen. Australien war sowohl bei schnellen Umschaltaktionen als auch aus dem Ballbesitz heraus gefährlich.
  • Insgesamt zeigte Deutschland zwar die gewünschte Flexibilität auf den offensiven Positionen, es fand ein ständiger Positionstausch statt, aber es fehlte noch an Abläufen und Abstimmung. Dazu kamen viele Ungenauigkeiten im Passspiel, die den Spielfluss hemmten und Australien zu Kontern einluden. Durch die vielen Wechsel der zweiten Halbzeit kam das deutsche Spiel völlig aus dem Rhythmus.

Deutschland - Australien: Daten zum Spiel

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