Einzelkritik: Deutschland - Belgien

Özil sehr stark, Schürrle und Gomez stark

Von Für SPOX in Düsseldorf: Stefan Rommel
Dienstag, 11.10.2011 | 21:02 Uhr
Mesut Özil (M.) war deutschlands entscheidender Spieler gegen Belgien
© Getty
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Die deutsche Nationalmannschaft hat auch das zehnte Spiel im Rahmen der Qualifikation für die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine gewonnen. Im letzten Pflichtspiel des Jahres siegte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw gegen Belgien mit 3:1 (2:0).

Vor 48.483 Zuschauern in Düsseldorf erzielten Mesut Özil (30.), Andre Schürrle (33.) und Mario Gomez (48.) die Treffer für die deutsche Mannschaft.

Marouane Fellaini (86.) war für die Belgier erfolgreich, die durch die Niederlage und den gleichzeitigen Sieg der Türken gegen Aserbaidschan (1:0) den zweiten Platz und damit die Playoff-Spiele zur EM verpassten.

Benote die DFB-Stars! Euer Zeugnis für die deutschen Nationalspieler!

Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik

Manuel Neuer: Seine Prüfungen bestanden in der ersten Halbzeit vor allem bei vielen Rückpässen seiner verzweifelten Mitspieler, die partout keine andere Anspielstation finden konnten. Ansonsten weitgehend beschäftigungslos. Im zweiten Durchgang dann auch mal geprüft, parierte Lukakus Versuch stark. Beim Gegentor machte er allerdings eine unglückliche Figur. Note 3

Benedikt Höwedes: Der Schalker kam für den verletzten Boateng zum Einsatz. Mit zwei wilden Pässen in der Offensive, defensiv zu Beginn gegen den sehr quirligen Hazard mit Problemen - weil auch Müller nicht immer konsequent mit nach hinten arbeitete. Insgesamt mit zu wenig Druck nach vorne. Defensiv aber in Ordnung. Note 3,5

Per Mertesacker: In der Luft gegen Ogunjimi überlegen, am Boden aber am Anfang nicht immer sicher. Sein Stellungsspiel war mit Ausnahme des Gegentors, an dem er nicht ganz schuldos war, einwandfrei. In der Abstimmung mit Hummels besser als zuletzt mit Badstuber. Note 3

Mats Hummels: Badstuber bekam eine Pause, Hummels eine neue Bewährungschance von Löw. Wie der Rest der Truppe in den ersten 20 Minuten nicht so konzentriert wie gewohnt, danach aber deutlich verbessert und in der Folge ohne Fehler. Stoppte viele Angriffe der Belgier schon früh, weil er gut antizipierte und das Risiko im richtigen Moment suchte. Steigerte sich im zweiten Durchgang noch, vor allem im Zweikampf bissig. Wurde vor Lukakus Chance aber etwas übermütig, als er leichtsinnig den Ball verlor. Note 3

Philipp Lahm: Unauffällig nach vorne, hinten mit Schwächen gegen Witsel oder Dembele. Traute sich erst nach einer knappen halben Stunde zum erstenmal energisch mit nach vorne. Hielt sich aber insgesamt zu arg zurück. Defensiv in der zweiten Halbzeit kaum gefordert. Machte sechs Minuten vor Schluss Platz für Gündogan. Note 3,5

Toni Kroos: Kehrte nach seiner Erkältung zurück ins Team und ersetzte den angeschlagenen Schweinsteiger im zentralen Mittelfeld. Er fand aber sehr zögerlich ins Spiel, erlaubte sich einige leichte Ballverluste. Immerhin war es Kroos, der in der schwachen Anfangsphase immer wieder den Ball forderte, um mehr Linie ins deutsche Spiel zu bringen. Nach der Pause sicherer und auch körperlich robuster, erlaubte sich einige herzhafte Fouls. Note 3

Sami Khedira: Bekam zusammen mit Kroos das Zentrum in den ersten 20 Minuten überhaupt nicht in den Griff. Erst danach legte er die selbe Aggressivität an den Tag wie die Belgier und kämpfte sich förmlich ins Spiel. Bereitete das 1:0 vor. In der Rückwärtsbewegung war es zudem Khedria, der einige belgische Gegenangriffe vereitelte, weil er schnell genug wieder seine Position einnahm. Mit einigen guten Ideen nach der Pause, in der Ausführung aber nicht immer ganz sauber. Note 2,5

Thomas Müller: Anfangs auch wenig im Spiel, wechselte schon früh mit Schürrle die Seiten. Dann taute er langsam auf, vor allem, wenn er durch die Mitte kommen konnte. Streute die ersten Überraschungsmomente ins deutsche Spiel ein. In der zweiten Halbzeit mit mehr Raum, aber nicht mehr so druckvoll. Durfte nach 71 Minuten runter. Note 3

Mesut Özil: Nahm nach seiner Achillessehnenverletzung wieder seinen angestammten Platz in der Offensivzentrale ein. Hatte zu Beginn enorme Probleme mit der hartnäckigen Manndeckung durch Simons - sein Kracher zum 1:0 wirkte aber auf ihn wie auf die Mannschaft befreiend. Özils kleiner, aber ungeheuer effektiver Pass am eigenen Strafraum öffnete erst den Raum für den Konter zum 2:0, das dritte Tor bereitete er direkt vor. Immer mal wieder mit Auszeiten, trotzdem Deutschlands effektivster Feldspieler. Note 1,5

Andre Schürrle: Die große Chance für den Leverkusener, der Podolski ersetzen durfte. Versuchte viel, dementsprechend machte er auch einige Fehler. Trotzdem wirkten seine Aktionen lange wie die einzigen Farbtupfer. Beim Tor abgezockt und überlegt. Note 2

Mario Gomez: Sehr beweglich und mit einigen kleinen Abstrichen auch gut in der Ballverarbeitung. Vergab erst zwei große Chancen, als er alleine vor Mignolet scheiterte, machte dann aber den vergleichsweise schwierigen Ball kurz nach der Pause perfekt rein: Ballannahme, -mitnahme und Abschluss waren eine fließende Bewegung. Nach 77 Minuten für Cacau ausgewechselt. Note 2

Marco Reus: Kam nach 71 Minuten für Müller ins Spiel und nahm dessen Position im rechten offensiven Mittelfeld ein. Ohne große Szenen, seine Geschwindigkeit war bei den seltenen Kontern kein Faktor mehr. Note 3,5

Cacau: Durfte nach 77 Minuten mal wieder in einem Pflichtspiel ran. Ohne große Akzente. Keine Bewertung

Ilkay Gündogan: Kam sechs Minuten vor Schluss zu seinem Länderspieldebüt, als er für Lahm eingewechselt wurde. Keine Bewertung

Deutschland - Belgien: Fakten zum Spiel

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