Zwei Torschützen und Kroos sind die Besten

Von Stefan Rommel
Mario Gomez traf auch im dritten Spiel in Folge ins Tor
© Getty

Die deutsche Nationalmannschaft hat die Länderspiel-Saison mit einem souveränen 3:1 (2:0) gegen Aserbaidschan beschlossen. Die Mannschaft von Joachim Löw hielt sich auch im letzten Spiel vor der Sommerpause in der EM-Qualifikation schadlos und feierte den siebten Sieg im siebten Spiel. Damit ist die Teilnahme an der EM-Endrunde im nächsten Jahr in Polen und der Ukraine so gut wie gesichert.

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Vor 25.000 Zuschauern im Tofik-Bachramow-Stadion in Baku erzielten Mesut Özil (30.), Mario Gomez (41.) und Andre Schürrle (90.+3) bei einem Gegentreffer von Murad Huseynov (89.) die Tore für die DFB-Auswahl. Neben den Torschützen Özil und Gomez überzeugte auch noch Toni Kroos im defensiven Mittelfeld.

Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik

Manuel Neuer: Hatte sich wohl auf einen ruhigeren Abend eingestellt. Dann war er aber gleich ein paar Mal im Blickpunkt, rettete nach Nadyrovs Schuss (9.) gerade noch so. In der zweiten Halbzeit mit einem kleinen Wackler bei einem Zuspiel mit dem Fuß, ansonsten nur noch mit Routineeingriffen. Vor dem Gegentor aber etwas halbherzig bei der Faustabwehr. Note 3

Benedikt Höwedes: Höwedes nutzte oft den freien Raum in der Offensive, um Müller tatkräftig zu unterstützen. Kratzte dessen Zuspiel vor dem 0:1 gekonnt noch von der Linie und fabrizierte daraus eine gute Flanke. Hatte aber auch Glück, dass die Unparteiischen in der 63. Minute auf Abseits entschieden, als er völlig falsch im Raum stand. Gute Kopfballchance nach Özils Ecke. Note 3

Mats Hummels: In der Anfangsphase mit zwei üblen Fehlpässen auffällig, einer davon führte zur großen Chance durch Nadyrov. Auch danach unnötig risikoreich mit seinen Zuspielen durchs Mittelfeld. Nahm sich deshalb später merklich zurück und beschränkte sich auf das Nötigste in der Spieleröffnung. Defensiv ohne Probleme gegen Javadov und später Hueynov. Note 4

Holger Badstuber: Von ihm war lange wenig zu bemerken - was wegen der zittrigen Anfangsphase der DFB-Elf durchaus positiv war. Badstuber spielte kühl seinen Part, bis er kurz vor der Pause ein fantastisches Zuspiel über 40, 50 Meter auf Özil erfand, das das 0:2 einleitete. Aggressiv im Zweikampf, nur mit einem Fehler in der Defensive, als er vor Huseynovs Tor nicht konsequent klärte. Note 3

Dennis Aogo: Kaum zu sehen in der ersten Halbzeit. Erst kurz vor dem Seitenwechsel mal mit einem energischen Hinterlaufen und einer starken Flanke. Mitte der zweiten Halbzeit auch mit einer halben Torchance, als ihm vor dem Tor aber die Endgeschwindigkeit fehlte. Ansonsten die fast schon gewohnt zurückhaltende Vorstellung. Offensiv kam deutlich zu wenig. Note 4

Philipp Lahm: Auf Grund der Personalnot dufte Lahm zum zweiten Mal nach 2007 (gegen England) im defensiven Mittelfeld ran. Führte sich gleich mit einem schlimmen Fehlpass in der Vorwärtsbewegung ein. Danach aber deutlich verbessert, hatte das Zentrum gut im Griff und kurbelte die Offensive mit an. Vernünftige Vorstellung auf ungewohnter Position. Note 3

Toni Kroos: Wie gegen Österreich schnell drin in der Partie und quasi der einzige, der durch ein solides Passspiel auffiel. Holte einen Freistoß selbst raus und zirkelte den an den Pfosten (18.). Auch sonst sehr präsent, mit guten, einfachen Aktionen im Mittelfeld. In der Defensivabstimmung mit Lahm aber nicht immer einwandfrei. Im Vergleich zum Österreich-Spiel aber deutlich verbessert. Note 2

Thomas Müller: Zu Beginn sehr verhalten, taute dann aber immer mehr auf. Müller hielt entweder konsequent die Seite oder wechselte sich mit Özil ab und kam dann stellenweise aus dem Zentrum. Starkes Zuspiel in die Gasse vor dem 0:1. Nach der Pause etwas zurückhaltender, und trotzdem blieb die rechte Seite im Tandem mit Höwedes agiler als die linke. In der 88. Minute ausgewechselt. Note 3

Mesut Özil: Kam nur sehr schleppend ins Spiel, holte sich deshalb immer wieder früh einige Bälle, um den Rhythmus zu finden. Beim 0:1 abgebrüht, beim 0:2 mit dem Blick für den freien Raum und danach mit dem genauen Zuspiel. Özil nutzte später immer wieder kleine Lücken, um als hängende Spitze auf ein langes Zuspiel in die Tiefe zu warten. Nahm sich wie immer mal eine Auszeit, setzte dann aber wieder Akzente. Allerdings musste er seine tolle Kombination mit Gomez auch mit seinem zweiten Treffer krönen (75.). Nach 81 Minuten war Schluss. Note 2

Lukas Podolski: Seine Leistung blieb undurchsichtig. Podolski rückte ständig unheimlich früh von seiner linken Seite in die Mitte und verstopfte dort nicht selten die Lauf- und Passwege der Kollegen. Da Aogo aber im Prinzip nie den freien Raum mit Zug nach vorne besetzte, blieb die Rochade auch für den linken Flügel ohne jeden Effekt. Verstolperte seine einzige gute Chance in der zweiten Halbzeit, als ihm bei der Ballannahme ein technischer Fehler unterlief. Nach 76 Minuten durfte er in die Sommerferien. Note 4

Mario Gomez: Drittes Spiel, vierter Treffer. Für Gomez dürfte die Saison offenbar noch ein paar Wochen weitergehen. Mit einer erneut guten Leistung. Hätte aber die eine oder andere seiner drei Chancen in der zweiten Halbzeit noch verwerten dürfen. Note 2

Andre Schürrle: Kam in der 76. Minute für Podolski ins Spiel. Jagte zunächst einen Ball in die Wolken, in der Nachspielzeit sogar noch einen ins Netz. Keine Bewertung

Mario Götze: Durfte noch neun Minuten im offensiven Zentrum spielen. Schöne Vorarbeit vor dem 1:3. Keine Bewertung

Lewis Holtby: Bekam zwei Minuten noch die Belohnung dafür, dass er den langen Weg nach Baku auf sich genommen hatte. Keine Bewertung

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