Höchststrafe für Hitzlsperger

Von SPOX
Montag, 15.03.2010 | 14:35 Uhr
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Am 11. Juni 2010 findet in Südafrika das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft statt. Der Gastgeber trifft dabei auf Mexiko. Die deutsche Nationalmannschaft startet am 13. Juni gegen Australien in das Turnier. Mitte Mai wird Bundestrainer Joachim Löw seinen Kader berufen.

Zahlreiche deutsche Profis machen sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Welttitelkämpfen, jedoch dürfen nur 23 Spieler mit nach Südafrika. Wer darf mit, wer bleibt zuhause? Bis zum Endturnier auf dem schwarzen Kontinent bewertet SPOX wöchentlich die Chancen der 36 potenziellen Kandidaten.

 

Wie kommt die Bewertung zustande? Hier geht's zur Erklärung!

 

 

Michael Ballack: Füllte seine Rolle im zentralen Mittelfeld sehr diszipliniert und mannschaftsdienlich aus. Spulte gegen West Ham erneut ein großes Laufpensum ab und gewann viele Zweikämpfe. Für die Show sind bei den Blues andere zuständig.

Fazit: Bei Chelsea ein absoluter Role Player, der seine Aufgabe hervorragend erfüllt. Im DFB-Team der Kopf der Mannschaft.

 

Christian Gentner: Inszenierte in Kasan immer wieder gefährliche Angriffe und war selbst mit einem Schuss aus der zweiten Reihe gefährlich. Auch in Gladbach einer der besten Wolfsburger. Setzte vor dem 1:0 entschlossen nach und bewies ein gutes Auge, als er Misimovic sah. Hielt bei seinem Treffer zum 3:0 mutig aus der Distanz drauf. Hatte allerdings Glück, dass der Ball abgefälscht wurde.

Fazit: Gentner hat es im DFB-Team schwer, eine Position zu finden, aber Löw schätzt den Bald-Wieder-Stuttgarter.

 

Thomas Hitzlsperger: Kassierte am Sonntag gegen Bari (0:2) die Höchststrafe. Wurde nach 37 Minuten für den verletzten Matuzalem ein- und in der 69. Minute wieder ausgewechselt, weil Trainer Reja nach dem zweiten Gegentreffer einen Offensivmann brachte.

Fazit: Der Wechsel zu Lazio erweist sich von Woche zu Woche mehr als Fehlentscheidung. Das Spiel am Sonntag war der vorläufige Höhepunkt des Missverständnisses Hitzlsperger und Lazio. So wird es am Ende der Saison auch nicht für ein WM-Ticket reichen.

 

Aaron Hunt: Spulte in Valencia eine hohe Laufleistung ab, arbeitete viel für das Team, ließ dafür aber Kreativität und Durchschlagskraft in der Offensive vermissen. In Hoffenheim mit ein bis zwei gelungenen Szenen in der Offensive und guten Flanken. Half auch in der Defensive aus, fiel dort aber durch ungeschicktes Zweikampfverhalten und Fouls auf. In der zweiten Hälfte mit einigen Ballverlusten.

Fazit: War zwar für das Argentinien-Spiel nominiert, dürfte es dennoch sehr schwer haben, einen Platz im WM-Kader zu ergattern. Zumal die Konkurrenten ihre Leistung bringen und in Löws Gunst noch weiter vorne stehen.

 

Marcell Jansen: Leitete gegen Anderlecht viele gefährliche Angriffe ein. Hatte Mitte der zweiten Halbzeit die Chance, sein Tor zu erzielen, lupfte die Kugel aber neben das Tor. Auch gegen Leverkusen in der Anfangsphase auffällig, brach aber dann wie die gesamte Mannschaft ein und entwickelte nur selten die Dynamik der letzten Wochen. Rückte nach der Auswechslung Aogos auf die Position des linken Verteidigers. Dort vor dem 4:2 durch Castro zu tief postiert.

Fazit: Spielt insgesamt eine starke Saison. Hat als linker Mittelfeldspieler gute Aussichten auf einen Kaderplatz.

 

Sami Khedira: Anfangs um Spielkontrolle bemüht und auf der Suche nach dem richtigen Rhythmus fürs Stuttgarter Spiel. Tauchte im Laufe des Spiels allerdings ab und konnte dem VfB-Spiel nie seinen Stempel aufdrücken. Ging nur selten in die Spitze. Wirkte insgesamt nicht so dynamisch wie sonst.

Fazit: Nach eher starken Auftritten zuletzt dieses Mal eine schwache Vorstellung. Das muss allerdings auch mal erlaubt sein, sofern es bei dem einen bleibt.

 

Toni Kroos: Saß gegen den HSV eine Gelbsperre ab.

Fazit: Spielt eine sehr konstante Saison und ist mit seiner Kreativität und Abschlussstärke bei Fernschüssen eine starke Alternative für die WM.

 

Marko Marin: Gefiel in Valencia besonders in der ersten halben Stunde mit quirligen Dribblings und gefährlichen Vorstößen auf den Außen. Hatte das 2:0 auf dem Fuß, als er im Eins-gegen-Eins erst Dealbert aussteigen ließ, dann aber schwach abschloss. Baute mit zunehmender Dauer der Partie ab und wurde in der 61. Minute von Bargfrede ersetzt. In der zweiten Halbzeit nicht zum ersten Mal mit einer Schwalbe im Sechzehner, die ungestraft blieb. Wurde in Hoffenheim zunächst geschont und in der 67. Minute eingewechselt. Marin brachte mehr Tempo ins Spiel und zeigte mehrmals seine Klasse im Dribbling.

Fazit: Marin hat gute Chancen auf eine WM-Nominierung, weil er in den letzten Wochen konstante Leistungen zeigt, bei Schaaf gesetzt ist und häufig zu den besten Bremern gehört.

 

Thomas Müller: Bayerns Dauerläufer gelang in Florenz in der Offensive wenig, auch weil Robben und Ribery es immer wieder auf eigene Faust versuchten. Müller stellte sich voll in den Dienst der Mannschaft, ackerte in der Defensive und war stark in der Balleroberung. Auch gegen Freiburg sehr umtriebig, was Louis van Gaal nicht so gefiel, weil er seine Position nicht hielt. Trotzdem einer der besten Bayern, der die gefährlichen Offensivaktionen einleitete und den entscheidenden Elfer rausholte.

Fazit: Müller hat etwas von seiner Unbekümmertheit verloren und bekam von van Gaal seinen ersten öffentlichen Rüffel. Trotzdem mit seinem Einsatz wichtig für Bayern. Dürfte auch in Südafrika dabei sein und um einen Platz in der Startelf kämpfen.

 

Mesut Özil: Erneut eine schwache Partie in Valencia, bei der er besonders in der Anfangsphase mit Fehlpässen auf sich aufmerksam machte. Ließ erst in der Schlussphase ab und zu sein Können aufblitzen und spielte den ein oder anderen gefährlichen Pass. Musste in Hoffenheim wegen Bandscheibenproblemen pausieren.

Fazit: Singt weiter das Lied der letzten Wochen und läuft seiner Form hinterher. Dennoch bei Löw eine feste Größe.

 

Simon Rolfes: Macht nach seinem Knorpelschaden im Knie weiter Fortschritte in der Reha. Ob und wann es in dieser Saison mit einem Comeback klappt, ist noch unklar.

Fazit: Glaubt weiter an seine Rest-Chance auf die WM. Eine Entscheidung will Löw Anfang Mai fällen.

 

Bastian Schweinsteiger: In Florenz wie alle Bayern-Spieler in der ersten Halbzeit ein Opfer des starken Windes. Bemühte sich, den Ball am Boden zu halten. Sah früh die Gelbe Karte, was ihn aber nicht daran hinderte, beherzt in die Zweikämpfe zu gehen. Schweinsteiger war insgesamt nicht so auffällig wie in den letzten Wochen und stand im Schatten seines Nebenmanns van Bommel. Fehlte gegen Freiburg aufgrund seiner fünften Gelben Karte.

Fazit: Ist für Löw unverzichtbar und wird bei der WM zur Stammelf gehören - ob im linken oder zentralen Mittelfeld.

 

Christian Träsch: Rückte anstatt des erkrankten Celozzi vom defensiven Mittelfeld auf die Rechtsverteidigerposition und agierte auch dort gewohnt fehlerlos. Versuchte das Spiel immer wieder über seine Seite anzukurbeln, bekam aber von Gebhart keine Hilfe.

Fazit: Im defensiven Mittefeld überzeugte Träsch in den letzten Wochen Löw bereits. Als Rechtsverteidiger kann es der Stuttgarter auch, was seine WM-Chancen weiter erhöhen dürfte.

 

Piotr Trochowski: Wurde gegen Anderlecht und Leverkusen spät eingewechselt. Sorgte gegen Bayer mit seiner Freistoßvorlage für David Rozehnal für ganz kurze Hoffnung beim HSV. Hatte es aber schwer, das schwache HSV-Spiel zu beleben.

Fazit: Beim HSV nur Ergänzung, ebenso in der DFB-Elf. Zittert kräftigt um sein Ticket für Südafrika.

 

 

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