DFB stellt Agenda 2024 vor

Heim-EM und Ordnung in der FIFA

SID
Dienstag, 16.12.2014 | 13:37 Uhr
Oliver Bierhoff und Wolfgang Niersbach hatten in Frankfurt gut Lachen
© getty
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Bei der EM 2024 für neue Maßstäbe und bei der FIFA wieder für Ordnung sorgen - dazu das Mammutprojekt Leistungszentrum stemmen und sportliche Triumphe garantieren: Fünf Monate nach dem WM-Titelgewinn hat sich der DFB unter dem Motto "DFB 2024" die größtmöglichen Ziele für das kommende Jahrzehnt gesetzt.

Die Ausrichtung der EM-Endrunde 2024 steht dabei über allem. "Unsere Stadionlandschaft ist exzellent, sodass wir total optimistisch sind", sagte Niersbach, dessen Verband 18 Jahre nach dem WM-Sommermärchen wieder in die Gastgeber-Rolle schlüpfen möchte. Die Entscheidung der UEFA über die Vergabe fällt spätestens 2018.

Für das Turnier, an dem zum dritten Mal 24 Mannschaften teilnehmen werden, plant der DFB mit zehn Stadien. "Wir sind der klaren Meinung, dass keine Neubauten nötig sind", äußerte Niersbach. Einen Konflikt mit der möglichen deutschen Olympiabewerbung sieht der 64-Jährige nicht: "Wir begleiten die Bewerbung des Deutschen Olympischen Sportbundes mit Sympathie und Respekt."

Niersbach: Respekt vor der FIFA wiederherstellen

Auch den Respekt vor dem Weltverband FIFA möchte Niersbach wiederherstellen. "Wir brauchen eine Institution, die für Glaubwürdigkeit, Seriosität und Integrität steht", sagte der DFB-Chef. Im Falle seiner Wahl ins FIFA-Exekutivkomitee will Niersbach dabei aktiv mithelfen.

"Das Hauptziel für jeden Neuen muss sein, sich so einzubringen, dass sich das Image der FIFA wieder zum Positiven ändert", sagte Niersbach, der im Mai 2015 den Platz seines DFB-Vorgängers Theo Zwanziger in der "Regierung des Weltfußballs" einnehmen könnte: "Man muss objektiv feststellen, dass das durch verschiedene Ereignisse in der Vergangenheit nicht gelungen ist."

Gelingen soll der Bau des neuen Leistungszentrums, in dem eine Akademie, ein Verwaltungstrakt und ein Ausrüstungs-Depot integriert wird. "Das ist die größte Investition in der Geschichte des DFB. Wir stehen voll dahinter. Das ist der DFB der Zukunft", sagte Niersbach.

89 Millionen Euro muss der Verband für den Bau in die Hand nehmen, von der FIFA und der UEFA gibt es einen Zuschuss in Höhe von 7,6 Millionen Euro. 2016 sollen die Bagger rollen, Ende 2018 möchte der Verband umziehen. Ob es ein Bürgerbegehren gegen den Bau geben wird, ist noch offen.

Bierhoff: "Wollen kein Imperium aufbauen"

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff ("Wir dürfen nicht dieselben Fehler wie nach dem WM-Gewinn 1990 machen und Entwicklungen verschlafen") beruhigte die Kritiker. "Wir wollen kein Imperium aufbauen", sagte der 46-Jährige, der im kommenden Jahr mit Sportdirektor Hansi Flick auf Leistungszentrum-Anschauungsreise in die USA fliegen wird: "Wir wollen die Kompetenz im Fußball sein. Und wir träumen natürlich davon, dass wenn jemand etwas im Fußball wissen will, er zu uns kommt."

Träume gibt es auch bereits mit Blick auf das nächste Jahr. Die U21 soll am 30. Juni den zweiten EM-Titel nach 2009 und die erste Olympiateilnahme nach 28 Jahren holen. "Wir wollen um den Titel mitspielen", sagte Coach Horst Hrubesch.

Das gilt auch für die DFB-Frauen, die fast zeitgleich bei der WM-Endrunde in Kanada antreten. Der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister würde bei einem Triumph am 6. Juli 2015 zum alleinigen Rekord-Weltmeister aufsteigen. "Unser Traum und unsere Vision ist klar", äußerte Bundestrainerin Silvia Neid: "Wir fahren dahin, um Weltmeister zu werden."

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