Özil: "Wir haben vor niemandem Angst!"

Von Für SPOX in Johannesburg: Stefan Rommel
Donnerstag, 24.06.2010 | 08:15 Uhr
Mesut Özil erzielte das Siegtor gegen Ghana mit einem satten Linksschuss
© Getty
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Mesut Özils Hammer zum 1:0 in der 60. Minute hat Deutschland den Sieg gegen Ghana und den Einzug ins Achtelfinale gesichert. Dort wartet England. Im Interview spricht der 21-jährige Bremer über sein Tor, Erinnerungen an ein Finale gegen England und ein Trauma.

Frage: Herr Özil, können Sie Ihr entscheidendes Tor zum 1:0 nochmal kurz beschrieben?

Mesut Özil: Zunächst mal bin ich erleichtert, dass ich das Tor doch noch gemacht habe. Ich hatte in der ersten Halbzeit eine große Chance, die ich leider nicht reingemacht habe. Noch viel wichtiger war aber, dass wir die drei Punkte geholt haben und im Achtelfinale stehen.

Frage: Werden die Eins-gegen-eins-Situationen vor dem Torhüter so langsam zu Ihrem Trauma?

Özil: Nächstes Mal mach' ich den schon rein. Aber es war für die Mannschaft und für mich schon bitter, normalerweise muss ich das Ding machen. Dafür habe ich in der zweiten Halbzeit einfach mal draufgehalten und der Ball ist reingegangen.

Frage: Waren Sie schon am Verzweifeln?

Özil: Die Mannschaft hat mich super unterstützt, mir Mut zugesprochen. Das hat mich schon aufgebaut und mir neues Selbstbewusstsein gegeben. Aber ich wusste, dass ich noch ein Tor mache. Wir wussten, dass es schwer wird. Deshalb: Hauptsache gewonnen!

Frage: Die Chancenverwertung bleibt also weiter ein Thema...

Özil: Wir haben uns einige Chancen herausgespielt, aber meine in der ersten Halbzeit war schon die beste. Trotzdem haben wir verdient gewonnen und sind jetzt einfach glücklich.

Frage: Gab es während des Spiels eine Phase, in der die Mannschaft ein bisschen gezweifelt hat?

Özil: Überhaupt nicht. Wir haben immer an uns geglaubt und 90 Minuten gekämpft. Das konnte man deutlich sehen. Nur hatten wir gegen Ende ziemlich schwere Beine.

Frage: Kann das auch an der Höhe hier in Johannesburg gelegen haben?

Özil: Das kann gut sein. Aber wir sind ja auch gut vorbereitet.

Frage: Wie war die Stimmung nach dem Spiel in der Kabine?

Özil: Natürlich sehr gut. Wir stehen im Achtelfinale, aber da wartet mit England ein richtig harter Brocken auf uns. Das wird sehr schwer für uns werden. England ist einen Tick stärker als Ghana, aber ich bin überzeugt: Wenn wir abrufen, was wir können, dann schlagen wir auch England.

Frage: Wie sehen Ihre Erfahrungen gegen England aus?

Özil: An das Finale mit der U 21 erinnere ich mich sehr gerne (4:0, Anm. d. Red.). Aber die A-Nationalmannschaft ist halt dann doch noch ganz was anderes. England hat viele Weltklasse-Spieler dabei - und trotzdem bin ich davon überzeugt, dass wir das schaffen werden.

Frage: Wer muss im Achtelfinale jetzt vor wem Angst haben? Deutschland vor England oder umgekehrt?

Özil: Wir haben vor niemandem Angst! Wir wissen ja, was wir können. Respekt ist da, aber mehr nicht. Und die haben auch Respekt vor uns.

Frage: Die erste Hürde ist mit Ghana genommen, die Blamage abgewendet. Können Sie jetzt befreiter in das Spiel gegen England gehen?

Özil: Eigentlich nicht. Wir wussten, dass Ghana schon ein K.o.-Spiel ist und jetzt kommt am Sonntag schon das nächste. Wir wissen, dass wir unter Druck stehen. Aber damit können wir ganz gut umgehen. Das haben wir gegen Ghana wieder gezeigt.

Frage: Wie besonders ist der Klassiker gegen England?

Özil: Uns ist zunächst mal egal, wer der Gegner ist. Wir wollen weiterkommen und dazu müssen wir jeden schlagen.

Deutschland - Ghana: Die Analyse

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