Es fehlt der internationale Titel

Ist Michael Ballack weltklasse?

Von Stefan Rommel
Mittwoch, 12.08.2009 | 15:35 Uhr
Lechzt nach einem internationalen Titel - Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack
© Getty
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Ob Michael Ballack einer der besten deutschen Fußballer ist - darum wird sich kaum gestritten. Diskussionen löst allerdings die Frage aus, ob der Kapitän der Nationalmannschaft auch zu dem glorreichen Stamm der Weltklassespieler gehört.

So nah dran wie John Terry war noch niemand. Ein simpler Schuss, aus elf Metern Entfernung und nur gegen Edwin van der Sar im Tor ausgeführt, hätte gereicht, um den FC Chelsea dorthin zu bringen, wo die Londoner spätestens seit der mehr oder weniger feindlichen Übernahme durch Roman Abramowitsch im Jahr 2003 hin wollen. Und wo Michael Ballack seit Beginn seiner Profikarriere hin will.

Michael Ballack hat ein veritables Problem und das macht ihn zu einem der großen Rätsel des Weltfußballs. Ballack, der im September 33 Jahre alt wird, rennt seit 15 Jahren einem Traum hinterher, dem Traum von einem großen internationalen Titel.

Das ist das, was hängen bleibt. Ballack, das ist der ewige Zweite, der unglückliche Held, der nie etwas gewinnt, wenn es darauf ankommt. Drei große Finals hat er verloren, eins hat er wegen einer Gelb-Sperre verpasst, selbst das WM-Eröffnungsspiel 2006 wird ihm als verpasste Chance ausgelegt, für welches Trainer Jürgen Klinsmann die "Wade der Nation" damals nicht berücksichtigte.

Vita mit Makeln

Ballack, das ist aber auch: 232 Bundesligaspiele und 75 Tore, 73 Premier-League-Spiele und zwölf Tore, 92 Länderspiele und 41 Tore, vier deutsche Meisterschaften, fünf Pokalsiege, drei Auszeichnungen zu Deutschlands Fußballer des Jahres, vier All-Star-Nominierungen bei WM und EM und die Aufnahme in die FIFA 100, die Liste der 125 besten lebenden Spieler der Welt.

Wäre Fußball ein Einzelsport, Ballack hätte sich wohl schon längst von seiner schweren Last befreit. So gehört es aber zu seiner durchaus zwiespältigen Aura, dass er im Moment seiner größten Triumphe auch gleich wieder seine größten Niederlagen einstecken muss. Seine Vita ist geprägt von Makeln.

Vor einigen Wochen fiel ihm DFB-Teammanager Oliver Bierhoff recht tollpatschig in den Rücken. "Wir haben sehr gute Spieler, aber die Ausnahmespieler sind derzeit nicht bei uns. Wir müssen auch mal zusehen, dass wir wie in den 90er Jahren wieder Weltstars hervorbringen. Das ist das Ziel des deutschen Fußballs", sagte Bierhoff Mitte Juli.

Angriff auf Ballack?

Indirekt griff er damit in erster Linie Ballack an, den Kapitän der DFB-Auswahl und den einzigen deutschen Nationalspieler, der derzeit bei einem ausländischen Top-Klub unter Vertrag steht und dort auch spielt.

Bierhoffs Aussagen schlugen keine hohen Wellen. Dabei lag die Vermutung durchaus nahe, dass der Manager seinem Kapitän nach dem offiziell ausgeräumten Streit nach dem EM-Finale doch wieder einen kleinen Nadelstich versetzen wollte.

"Ich glaube nicht, dass Bierhoff damit Ballack treffen wollte. Vielmehr wollte er auf die unbefriedigende Situation aufmerksam machen. Wir müssen wieder dahin kommen, dass ausländische Spitzenklubs interessiert sind an deutschen Spielern", schätzt SPOX-Kolumnist Guido Buchwald die Aussagen Bierhoffs eher harmlos ein.

Lob von Ronaldo

Allerdings widerspricht Buchwald wie fast alle anderen Experten Bierhoff auch. "Ich sehe es im Prinzip auch so, mit einer Ausnahme: Michael Ballack gehört zur Weltklasse. Er spielt als einziger deutscher Spieler in einer der besten Mannschaften Europas."

Für Franz Beckenbauer, ein scharfer Kritiker Ballacks, ist "eine Nationalmannschaft ohne Ballack für mich derzeit nicht vorstellbar. Ballack ist nach wie vor der beste Spieler den wir haben, der einzige Weltklasse-Mann."

Und selbst seine großen Widersacher sprechen dem 32-Jährigen das umstrittene Prädikat "weltklasse" zu. Ob nun Wayne Rooney oder Cristiano Ronaldo. "Nur Weltklasse-Spieler würden bei jedem Klub der Welt spielen. Und Ballack ist beim FC Chelsea gesetzt, oder?", sagt Ronaldo.

"Ein Ballack allein reicht nicht"

In London genießt Ballack auch unter dem vierten Trainer in drei Jahren jenes Ansehen, dass ihm in seiner Heimat offenbar mehr und mehr verloren geht. Tatsache ist, dass Ballack sich auf Grund seines kompletten Spiels und seiner Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit bei einem erwiesenermaßen großen Klub trotz unheimlicher großer Konkurrenz und selbst nach langwierigen Verletzungsunterbrechungen durchgesetzt hat.

Und dass er den Schritt überhaupt gewagt hat, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Anders als Miroslav Klose, Torsten Frings oder Philipp Lahm, die lieber in der kuscheligen Bundesliga blieben und sich den Weg ins Ausland (noch) nicht getraut haben.

Das hat offenbar auch Bierhoff erkannt, der Ballack vor einigen Tagen in einem "Welt"-Interview schon ganz anders einordnete. "Beim FC Chelsea besitzt er noch diesen hohen Stellenwert. Er ist dort gewachsen und ein Weltstar. Aber eben leider unser einziger aus Deutschland. Ein Ballack allein reicht nicht."

In Baku mit Ballack

Vor dem WM-Qualifikationsspiel in Baku gegen Aserbaidschan (17.45 Uhr im LIVE-TICKER) ist Bundestrainer Löw heilfroh, dass sein Kapitän dabei sein kann. Auch wenn es gegen einen vermeintlich leichten Gegner unter Umständen auch ohne Ballack zu drei Punkten reichen würde.

Ballack ist und bleibt der Chef im deutschen Team und bei nur noch drei Spielen bis zum vorentscheidenden Spiel um das WM-Ticket in Moskau gegen Russland ist jeder zusätzliche Auftritt unter Wettkampfbedingungen unheimlich wertvoll.

Löw hofft spätestens dann darauf, dass Ballack - ob nun weltklasse oder nicht - seine Mannschaft zu einer Weltklasse-Leistung führen kann. Denn im Grunde ist das das einzige Kriterium, das einen guten von einem sehr guten Spieler unterscheidet.

Michael Ballack im Steckbrief

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