Gomez beschert versöhnlichen Abschluss

SID
Dienstag, 02.06.2009 | 22:03 Uhr
Lukas Podolski wehrt sich mit Händen und Füßen gegen Fares Juma Hasan Alsaadi
© Getty
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30-Millionen-Mann Mario Gomez hat seine schier endlose Leidenszeit mit einem Viererpack beendet und Vize-Europameister Deutschland einen versöhnlichen Saisonabschluss bei der Werbe-Tournee in Asien beschert. Der Neu-Münchner avancierte beim 7:2 (4:0) gegen die Vereinigten Arabischen Emirate in Dubai zum Matchwinner und beendete zugleich nach 829 torlosen Minuten sowie 15 Länderspielen seine Torflaute im DFB-Trikot.

Bei der Hitzeschlacht betrieb die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw damit vier Tage nach dem enttäuschenden 1:1 gegen China in Shanghai ein wenig Wiedergutmachung, bevor es anschließend in den Sommerurlaub ging.

In der 35. Minute war vor 7000 Zuschauern im Al-Maktoum-Stadion das 'Minuten zählen´ für Gomez vorbei, als der Stürmer den Treffer zum 2:0 markierte. Anschließend zeigte der Stürmer seine gewohnten Torjäger-Qualitäten und kam sogar zu seinem ersten Viererpack für Deutschland (45.+2, 48. und 90+2).

Ordentliche Leistung zum Saisonabschluss

Die weiteren Treffer für den dreimaligen Welt- und Europameister markierten der Schalker Heiko Westermann (29.) und HSV-Mittelfeldspieler Piotr Trochowski (39.). Hinzu kam ein Eigentor von Fares Juma (52.). Die Treffer für die Gastgeber erzielten Ismail Salem (53.) und Nawaf Mubarak (73.).

Nach dem Spiel hatten es die deutschen Akteure eilig. Bereits um 0.40 Uhr MESZ stand nach der zehntägigen Asien-Tour der Rückflug auf dem Programm, gut sieben Stunden später sollte der Flieger bereits in Frankfurt/Main landen.

Mit sieben Siegen sowie je zwei Unentschieden und Niederlagen verabschiedete sich die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) damit in die Sommerpause. Das WM-Jahr startet dann am 12. August mit dem WM-Qualifikationsspiel gegen die von Berti Vogts trainierte Auswahl Aserbaidschans in Baku.

Vergebliches Warten auf Nationalhymnen

Vor dem höchsten Sieg seit dem 6. September 2008 (6:0 in Liechtenstein) konnte sich die deutsche Mannschaft nicht wie gewohnt einstimmen. Wegen eines offenbar technischen Defekts warteten beide Teams vergeblich auf die Nationalhymnen.

Die Partie wurde schließlich von Schiedsrichter Naser Darwisch aus Jordanien angepfiffen, ohne dass die Hymnen abgespielt wurden. Die deutschen Fans stimmten deshalb auf den Rängen 'Einigkeit und Recht und Freiheit´ an.

Als gegen 22.00 Uhr Ortszeit bei Temperaturen von über 30 Grad die Partie begann, präsentierte sich der EM-Zweite mit Licht und Schatten. In der Offensive wusste die Löw-Elf durchaus zu gefallen und hätte den Sieg noch höher schrauben können.

Vorne stark, Hinten wackelig

So traf Lukas Podolski einmal den Pfosten (9.), Bastian Schweinsteiger, der in seinem 67. Länderspiel erstmals als Kapitän auflief, im zweiten Durchgang die Latte (66.) und Trochowski kurz vor Ende nochmal Aluminium (85.). In der Defensive schlichen sich aber auch einige Fehler ein.

So hätte der Weltranglisten-120. in der ersten Halbzeit durchaus in Führung gehen können, doch zweimal Haidor Alo (4. und 19.) sowie Mahmoud Khamis (18.) vergaben gute Chancen. Dabei präsentierte sich der Schalker Schlussmann Manuel Neuer als sicherer Rückhalt.

Der 23-Jährige rückte für den Hannoveraner Robert Enke zwischen die Pfosten und avancierte damit zum 27. Debütanten in der Ära Löw. Im zweiten Durchgang gaben dann auch noch Tobias Weis und Christian Träsch ihren Einstand im DFB-Trikot.

Altes Spielsystem funktioniert besser

Außerdem ließ Bundestrainer Joachim Löw im Vergleich zum China-Spiel (1:1) Neuers Teamkollege Heiko Westermann und Andreas Hinkel anstelle von Robert Huth und Marcel Schäfer von Beginn an auflaufen. Außerdem kehrte die deutsche Mannschaft wieder zurück zum 4-4-2-System.

Podolski durfte diesmal wieder im Sturm ran und spielte an der Seite von Gomez, der in Shanghai noch als Allein-Unterhalter im Angriff fungiert hatte. Die Änderung zahlte sich offensichtlich aus. Beide harmonierten gut miteinander und hatten auch die ersten deutschen Chancen.

Erst setzte Gomez aus acht Metern den Ball knapp über das Gehäuse (7.), dann traf Podolski aus halblinker Position nur den Pfosten (9.). Podolski hatte in der 22. Minute eine weitere gute Gelegenheit (22.). Ein Treffer war dem zukünftigen Kölner aber nicht vergönnt, auch weil er beim Tor von Gomez uneigennützig auflegte.

Lockeres Auslaufen nach rund einer Stunde

Nach der komfortablen 6:0-Führung ließ die deutsche Mannschaft die Zügel wieder ein wenig schleifen. So kamen die Gastgeber durch einen strammen Schuss des starken Ismail Salem und später durch den eingewechselten Nawaf Mubarak zu ihren Treffern. Beide Male war Neuer chancenlos.

In der deutschen Mannschaft verdienten sich Gomez und Neuer die Bestnoten. Bei den Emirati wusste Ismail Salem zu gefallen.

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