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Champions League, 2. Spieltag

Erster Sieg! Bayer dominiert Benfica

Von Tim Holzwarth
Mittwoch, 01.10.2014 | 22:36 Uhr
Bayer Leverkusen hat sich in der Champions League eindrucksvoll zurückgemeldet
© getty
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Bayer Leverkusen hat am zweiten Spieltag der Champions League den ersten Sieg eingefahren. Gegen Benfica dominierte die Werkself durchgehend die Partie und kam durch Tore von Stefan Kießling, Heung-Min Son und Hakan Calhanoglu zu einem 3:1 (2:0).

Vor 25.202 Zuschauern in der BayArena hat Leverkusen gegen Benfica ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Kießling brachte Bayer nach einem Torwartfehler von Julio Cesar in Führung (25.), ehe Son wenig später nachlegte (34.).

Auch im zweiten Durchgang war die Werkself die spielbestimmende Mannschaft und ließ sich auch vom Gegentreffer durch Salvio (61.) nicht verunsichern. Im direkten Gegenzug sorgte Calhanoglu mit einem unberechtigten Foulelfmeter für die Entscheidung (62.).

Reaktionen:

Roger Schmidt (Trainer Leverkusen): "Meine Mannschaft hat sich heute für eine großartige Leistung belohnt. Man hat von der ersten Sekunde an gemerkt, dass wir heute den ersten Sieg in der Champions League holen wollten. Wir hätten in der ersten Hälfte noch das ein oder andere Tor mehr machen können. Wir haben am Ende hochverdient gewonnen."

Lars Bender (Leverkusen): "Wir hatten einen Plan, den wir von der ersten Minute an sehr gut umgesetzt haben. Die Erleichterung überwiegt. Wir haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht, ihnen relativ schnell die Lust am Spiel genommen und völlig verdient gewonnen. Das war extrem wichtig, sonst stehst du schon nach zwei Spielen mit dem Rücken zur Wand."

Jorge Jesus (Trainer Benfica): "Bayer Leverkusen ist ein Team mit großer Qualität, sehr aggressiv, sehr druckvoll. Das stärkste Team der Gruppe, meiner Meinung nach. Ich bin von meinen Spielern nicht enttäuscht. Wie man sehen konnte, war mehr drin nachdem wir uns verbessert haben, aber Leverkusen war besser als wir. Punkt."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Roger Schmidt nimmt im Vergleich zum Bundesligaspiel gegen Freiburg nur eine Änderung vor. Ömer Toprak rückt in die Innenverteidigung neben den in der Bundesliga gesperrten Emir Spahic. Tin Jedvaj muss mit einer Muskelverhärtung passen, auch Boenisch fällt mit einer Fersenverletzung aus.

Bei Benfica steht Julio Cesar für den rotgesperrten Artur Moraes im Tor. Im Sturm setzt Jorge Jesus vor der hängenden Spitze Talisca heute auf Derley statt Lima, im Mittelfeld darf Cristante für Samaris ran. Zudem ersetzt Almeida rechts hinten Pereira.

5.: Calhanoglu lupft mit Gefühl von links in den Lauf von Bellarabi, der im Strafraum mit der Hacke auf Son ablegt. Der Südkoreaner wählt am linken Fünfereck den schnellen Abschluss, findet in Julio Cesar aber seinen Meister. Ein Abspiel auf Kießling in der Mitte wäre die bessere Lösung gewesen.

12.: Bellarabi probiert es zum wiederholten Mal aus der Distanz. Sein Aufsetzer aus rund 20 Metern ist eigentlich nicht wirklich gefährlich, Julio Cesar kann jedoch erst beim zweiten Versuch festhalten.

14: Riesenchance für Bayer! Son geht rechts bis zur Grundlinie und legt in den Rückraum. Calhanoglus geblockter Schussversuch springt zu Lars Bender, dessen Schuss abgefälscht Richtung langes Eck segelt: Pfosten!

25., 1:0, Kießling: Nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte geht es schnell über Calhanoglu nach vorn. Der Türke nimmt links Son mit, der aus 20 Metern flach und zentral durch die Beine von Luisao abzieht. Julio Cesar kann die Kugel erneut nur abklatschen, diesmal ist Kießling zur Stelle und staubt ab.

34., 2:0, Son: Ganz feines Kombinationsspiel der Werkself. Ein Doppelpass zwischen Bellarabi und dem aufgerückten Bender auf der rechten Seite reicht um die Benfica-Defensive zu knacken. Bellarabi behält den Kopf oben und legt mustergültig zurück auf Son, der trocken mit der Innenseite gegen die Laufrichtung von Julio Cesar einschiebt.

42.: Bellarabi wird aus dem rechten Halbfeld in den Sechzehner geschickt, geht volles Risiko und nimmt den Ball aus der Luft. Das Spielgerät pfeift nur knapp am kurzen Pfosten vorbei.

45.: Son hat die große Chance zum 3:0! Der 22-Jährige zündet bei einem Konter links den Turbo und zieht in den Strafraum. Sein Versuch den Ball ins lange Eck zu schlenzen geht knapp am Kasten vorbei.

46.: Jorge Jesus muss reagieren und bringt Lima für die Spitze und Maxi Pereira hinten rechts. Almeida soll nun links Bellarabi verteidigen.

51.: Der "Junior Malanda des Tages"! Bellarabi bricht zum wiederholten Mal rechts durch und legt am Fünfer clever quer auf Calhanoglu. Der 20-Jährige muss nur noch ins leere Tor einschieben, trifft aber den linken Außenpfosten. Kurz vor ihm war der Ball allerdings leicht aufgesprungen.

57.: Immer wieder geht es über die rechte Leverkusener Seite. Kießling spielt Son an, der mit der Hacke wieder auf Kießling legt. Der Torschütze zum 1:0 zieht aus 15 Metern ab, die Kugel geht knapp drüber.

61., 2:1, Salvio: Mit der ersten echten Torchance macht Benfica den Anschlusstreffer. Wendell ist von der linken Seite zu weit eingerückt, sodass Spahic raus muss. Der Bosnier ist im Zweikampf mit Salvio zu zögerlich und kann nur zuschauen wie der Argentinier von der Strafraumgrenze mit links flach ins kurze Eck trifft.

62.: Elfmeter für Leverkusen! Im direkten Gegenzug zieht Kießling rechts in den Strafraum, legt sich den Ball etwas zu weit vor und kommt im Zweikampf mit Jardel zu Fall. Der Brasilianer spielt zuerst den Ball bevor er Kießling trifft: Fehlentscheidung.

62., 3:1, Calhanoglu: Der Türke bleibt cool und schiebt sicher links unten zu seinem ersten Champions-League-Tor ein.

73.: Calhanoglu dribbelt an der Strafraumgrenze von rechts ins Zentrum und zieht flach mit links aufs kurze Eck ab. Julio Cesar rettet zur Ecke. Die schnibbelt Calhanoglu auf den Fuß von Son, der den Ball direkt nimmt und den Benfica-Keeper erneut prüft.

88.: Samaris hält gegen Reinartz im Mittelfeld voll den Fuß drauf und riskiert eine schwere Verletzung seines Gegenspielers. Der Grieche ist mit Gelb noch gut bedient.

90.+3: Luisao kommt nach einer Ecke zum Kopfball und setzt die Kugel nur knapp über den linken Giebel.

Fazit: Absolut verdienter Sieg für die Werkself. Von Beginn an verschaffte sich Leverkusen durch Offensiv-Pressing Respekt und ließ Benfica über die komplette Spieldauer keine Chance zur Entfaltung. Die Portugiesen hätten sich über ein, zwei Gegentore mehr nicht beschweren können.

Der Star des Spiels: Hakan Calhanoglu. War omnipräsent und an jeder gefährlichen Aktion beteiligt. Spielte die meisten Pässe und hatte die meisten Ballaktionen seines Teams. Belohnte seine starke Leistung mit einem sichereren Elfmeter. Ebenfalls stark: Die offensiven Außenbahnen. Bellarabi und Son zündeten vor allem in der ersten Hälfte ein echtes Feuerwerk und waren nie zu halten. Dahinter räumte Bender stark ab.

Der Flop des Spiels: Andre Almeida. Egal ob rechts gegen Son oder links gegen Bellarabi, der Portugiese bekam seine Gegenspieler zu keiner Zeit in den Griff. Gewann gerade einmal 40 Prozent seiner direkten Zweikämpfe. Ebenfalls einen miesen Tag erwischte Julio Cesar, der wenig Bälle festhielt und vor dem 0:1 patzte.

Der Schiedsrichter: Martin Atkinson. Der Brite hatte vor allem in der ersten Halbzeit nicht viel zu tun und lag auch bei knappen Abseitsentscheidungen immer richtig. Unterstrich seine strenge Linie früh, als er Gaitan fürs Ballwegschießen Gelb zeigte, hätte kurz nach der Pause für den Einsatz von Perez gegen Kießling aber ebenfalls Gelb zeigen müssen. Fiel beim Elfmeter einem falschen Hinweis seines Assistenten zum Opfer, nachdem er zunächst weiterspielen ließ.

Das fiel auf:

  • Leverkusen praktizierte das mittlerweile fast schon typische Anfangspressing auch gegen Benfica vom Anpfiff weg, stand extrem hoch und lief die Viererkette der Portugiesen druckvoll an, was diese im Spielaufbau vor unlösbare Probleme stellte.
  • Bender und Reinartz rückten bei gegnerischem Ballbesitz sehr weit von ihrer Sechserposition nach vorn und ließen so nur wenige Anspielstationen für die Gäste zu. Wurde der Ball erobert, ging es umgehend über die schnellen Son und Bellarabi nach vorn.
  • Benficas Außenverteidiger Almeida und Eliseu waren mit ihren Gegenspielern komplett überfordert und konnten durch den ständigen Druck von Leverkusen auch keinerlei Wirkung nach vorne erzielen. Ihre offensiven Kollegen Gaitan und Salvio ließen sie dabei allerdings auch komplett im Stich.
  • Wanderte der Ball mal etwas weiter in Bayers Hälfte, war spätestens 25 Meter vor dem Tor wieder Endstation. Lissabon fand kein Mittel, um den Kasten von Leno in Gefahr zu bringen. Der Leverkusener Keeper musste eine Stunde lang überhaupt nicht eingreifen.
  • Bayer vernachlässigte die Defensive nur einmal etwas, als die Viererkette zu weit verschoben hatte, und kassierte prompt den Anschlusstreffer. Ansonsten wurde nur Leverkusen torgefährlich: 22 zu 6 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache.
  • Roger Schmidt konnte sich den Luxus leisten drei seine Leistungsträger verhältnismäßig früh vom Feld zu nehmen. Bellarabi, Kießling und Bender durften nach starken Leistungen früher unter die Dusche, um sich für die Bundesliga zu regenerieren.

Bayer Leverkusen - Benfica: Die Statistik zum Spiel

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