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Champions League, 6. Spieltag

Der BVB zittert sich ins Achtelfinale

Mittwoch, 11.12.2013 | 23:04 Uhr
Der BVB um Kapitän Sebastian Kehl (M.) hatte mit den punktlosen Franzosen kein leichtes Spiel
© getty
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Borussia Dortmund steht im Achtelfinale der Champions League. Der Finalist aus dem letzten Jahr setzte sich am Ende verdient mit 2:1 (1:1) gegen Olympique Marseille durch und zog durch die gleichzeitige Niederlage des FC Arsenal sogar als Gruppensieger in die Runde der letzten Sechzehn ein.

Vor 30.000 Zuschauer auf der Baustelle im Stade Velodrome brachte Robert Lewandowski den BVB bereits in der 4. Minute in Führung. Nach einem Patzer von Roman Weidenfeller glich Diawara für Olympique Marseille aus (20.). Ab der 34. Minute agierte Dortmund in Überzahl, da Payet nach einer vermeintlichen Schwalbe mit Gelb-Rot vom Platz musste.

Im zweiten Durchgang erhöhte der BVB dann die Schlagzahl, musste aber bis zur 87. Minute warten, ehe Kevin Großkreutz die Gelb-Schwarzen erlöste und den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale klar machte.

Die Reaktionen:

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Wir haben alles richtig gemacht und am Ende doch so viel falsch. Wir haben so viele Chancen nicht genutzt, zweimal auf der Torlinie am Ball vorbeigeschossen. Es ist jetzt ein großartiges Gefühl. Es ist in der Pause das ein oder andere harte Wort gefallen, aber es ging nur darum, die Mannschaft anzutreiben."

...über den Champions-League-Debütanten Marian Sarr: "Außergewöhnlich gut gemacht. Bin froh, dass er gezogen hat. Das ist ja nicht leicht. Er ist ein außergewöhnlich guter Kicker."

...auf die Frage, ob er Kevin Großkreutz ein Bierchen ausgibt: "Im Hotel ist sowieso Happy Hour. Nicht dass wir einen saufen würden, aber ein Bierchen ist sicher erlaubt."

Nuri Sahin (Borussia Dortmund) über die vergebene Großchance von Robert Lewandowski: "99 von 100 macht er rein. Ich habe ihm gerade gesagt, wie breit und wie hoch so ein Tor ist. Aber es passt schon. Am Ende ist ja alles gut gegangen. Es war ein super schöner Abend."

Sebastian Kehl (Borussia Dortmund): "Es war heute sehr, sehr spannend. Wir kannten den Spielstand aus Neapel und wussten, dass wir gewinnen mussten. Es war nicht einfach, weil Marseille sehr kompakt gespielt hat. Wir hatten viele gute Chancen, um das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Wir sind aber noch Erster geworden, deshalb ist alles andere heute egal."

Kevin Großkreutz (Borussia Dortmund): "Das war ein geniales Gefühl. Wir wären raus gewesen, und dann knall ich das Ding in den Winkel. Schieber legt ihn perfekt auf, und ich treffe ihn irgendwie richtig. Das war ein sensationelles Gefühl. Jetzt stehen wir im Achtelfinale. Die Mannschaft und alle Fans haben sich das verdient. Ein, zwei Bierchen können wir uns heute gönnen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff:

Die gute Nachricht vorneweg: Nuri Sahin kann trotz Außenbandanriss spielen. Trotzdem muss Jürgen Klopp umstellen. Für den nicht spielberechtigten Manuel Friedrich feiert der 18-jährige Marian Sarr sein Profi-Debüt. Sebastian Kehl ersetzt den verletzten Sven Bender. Der BVB gewohnt im 4-2-3-1.

Anfang der Woche wurde der bisherige Coach Elie Baup entlassen, sein Nachfolger Jose Anigo muss zwei Änderungen vornehmen. Nicolas N'Koulou und Alaixys Romao fehlen gelbgesperrt. Dafür beginnen Lucas Mendes und Saber Khelifa. Heißt: Weg vom 4-3-3, hin zum 4-4-1-1. Matthieu Valbuena fehlt wegen eines Schlüsselbeinbruchs bereits seit Wochen.

4., 0:1, Lewandowski: Perfekter Auftakt für den BVB! Klasse Ball von Durm in die Spitze auf Lewandowski, der sich stark gegen Mendes durchsetzt und den Ball an Mandanda zur frühen Führung ins Tor einschiebt.

14., 1:1, Diawara: Payet bringt einen Freistoß von links in den Strafraum, Weidenfeller kommt raus und verschätzt sich, Khelifa ist eher am Ball. Den Abpraller von der Latte drückt Diawara über die Linie. Aber eigentlich darf das Tor nicht zählen, da der Torschütze beim Kopfball von Khelifa im Abseits stand.

34., Gelb-Rot, Payet: Ganz kniffliges Ding. Payet wird im Strafraum schön freigespielt, Sahin mit einem riskanten Tackling, spielt den Ball, trifft aber auch den Mann. Strahonja pfeift und zeigt dem bereits verwarnten Payet Gelb wegen Schwalbe - macht in der Summe Gelb-Rot. Allerdings ist das ziemlich überzogen.

43.: Gute Aktion von Durm, der mit Tempo auf links durchgeht und Lewandowski in der Mitte findet. Der Pole will sich drehen, verliert aber den Ball. Kehl bekommt das Ding vor die Füße, doch sein Schuss von der Strafraumgrenze wird im letzten Moment geblockt.

46.: Schöner Ball in die Tiefe auf Mkhitaryan, der völlig frei durch ist und Lewandowski in der Mitte bedienen will. Doch der Armenier spielt schlampig in den Rücken, so dass Lewandowski nicht an den Ball kommt.

49.: Schneller Einwurf des BVB. Lewandowski ist rechts im Strafraum blank, will Mkhitaryan bedienen, doch der kommt nicht richtig ran, spitzelt den Ball aber zu Blaszczykowski. Doch der vertändelt den Ball in aussichtsreicher Position, anstatt den Abschluss zu suchen.

56.: Riesen Chance für Dortmund! Lewandowski bedient Großkreutz mit der Hacke, der chipt den Ball von der Grundlinie an den zweiten Pfosten, wo Blaszczykowski völlig frei aufs Tor köpft - doch Mandanda kratzt das Ding von der Linie.

57.: Doppelchance! Wieder Lewandowski im Strafraum mit der Hacke, diesmal auf Reus. Doch der jagt das Ding aus elf Metern an den Pfosten.

67.: Katastrophaler Rückpass von Mendy zu Mandanda, Lewandowski spritzt dazwischen und umkurvt den Keeper, schiebt den Ball aber völlig frei ans Außennetz. Das muss das 2:1 sein.

69.: Wahnsinn, was der BVB hier liegen lässt. Zuckerball von Sahin auf den eingewechselten Hofmann, der legt direkt quer zu Reus. Doch der schiebt den Ball aus sieben Metern über das Tor.

87., 1:2, Großkreutz: Endlich! Da ist das Ding! Mkhitaryan dribbelt von links in den Strafraum und spielt Schieber im Strafraum an. Mit dem Rücken zum Tor bedient er Großkreutz, der bei seinem Schuss ausrutscht, den Ball aber irgendwie aufs Tor bringt. Mandanda ist zwar noch mit den Fingerspitzen dran, aber kann den Ball nicht mehr abwehren.

90.: Das muss die Entscheidung sein. Mkhitaryan wieder auf links, bedient Hofmann in der Mitte. Der ist ziemlich frei, tritt aber aus kürzester Distanz am Ball vorbei.

Fazit: Absolut hochverdienter Sieg des BVB aufgrund der zweiten Hälfte. Mit einer besseren Chancenverwertung hätte Dortmund nicht so lange zittern müssen.

Der Star des Spiels: Kevin Großkreutz. Unermüdlicher Antreiber auf der rechten Seite. Gab nie auf, schob das Spiel über die Außen immer wieder an und schoss den BVB letztendlich ins Achtelfinale.

Der Flop des Spiels: Henrikh Mkhitaryan war im ersten Durchgang völlig fehl am Platz. Schlampige Anspiele, unnötige Dribblings und nur 12 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Im zweiten Durchgang ein wenig verbessert, dennoch agierte der Armenier oft unglücklich.

Der Schiedsrichter: Marijo Strahonja. Ganz schwache Leistung im 6. CL-Spiel des Kroaten. Beim 1:1 stand Torschütze Diawara klar im Abseits und foulte zuvor noch Kehl. Die gelb-rote Karte für Payet war völlig überzogen. Leminas hartes Einsteigen gegen Reus kurz vor der Pause war ein klares Foul. Unfassbare Entscheidung in der 85. Minute, als er Lewandowski einen klaren Strafstoß verweigerte und stattdessen auf Foul vom Polen an Mandanda entschied.

Das fiel auf:

  • Marseille verteidigte relativ hoch, was gleich zu Beginn bestraft wurde. Nach gut 10 Minuten aber fand OM besser ins Spiel, wurde passsicherer, konzentrierter und aggressiver im Zweikampf. Dennoch fiel der Ausgleich aus dem nichts.
  • Wie so oft wurde es anfangs nur gefährlich, wenn der BVB schnell umschaltete. Allerdings zog sich Marseille nach gut 20 Minuten etwas mehr zurück und überlies der Borussia den Ball. Bei der Spieleröffnung tat sich Dortmund aber sehr schwer. Hier merkte man extrem das Fehlen von Hummels.
  • In der ersten Hälfte zeigte der BVB im letzten Spieldrittel zu viele Ungenauigkeiten. Der letzte oder vorletzte Pass kam selten an und brachte die Gelb-Schwarzen um die ein oder andere gute Möglichkeit. Es fehlte die Ruhe im Spiel nach vorne.
  • Zu Beginn der zweiten Hälfte bewegte sich Dortmund in der Offensive mit bis zu fünf Mann auf einer Linie, weil sich OM sehr weit zurückzog und mit sechs ebenfalls auf einer Linie verteidigte. Gefährlich wurde es, wenn der BVB den Ball hinter den Abwehrriegel brachte. Großkreutz und Durm agierten fast als Flügelstürmer.
  • Nach einer Stunde schnürte Dortmund die Heimelf ein, OM kam gar nicht mehr aus der eigenen Hälfte raus. Das Problem: Die Chancenverwertung.
  • Die Heimelf aus Marseille rannte, als würde es um den Einzug ins Halbfinale gehen. Mit extrem viel Einsatz und Leidenschaft. Bemerkenswert, ging es doch bereits vor dem Anpfiff für die Franzosen um nichts mehr.
  • Nuri Sahin hatte insgesamt 148 Ballkontakte. Ein All-Time-Record - nie hatte ein Bundesliga-Spieler in der Champions League mehr.

Olympique Marseille - Borussia Dortmund: Zahlen zum Spiel

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