Was bleibt, ist der Respekt

Von Adrian Bohrdt
Mittwoch, 10.04.2013 | 13:23 Uhr
Jose Mourinho (r.) gratuliert Fatih Terim und seiner Truppe zu der Leistung im CL-Viertelfinal-Rückspiel
© getty
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Erhobenen Hauptes verließen die Spieler von Galatasaray den Rasen der Türk Telekom Arena in Istanbul. Zwar konnten sie sich für die Hinspielniederlage bei Real Madrid revanchieren, für den Einzug ins Halbfinale der Champions League reichte das 3:2 aber nicht. Beide Seiten übten sich anschließend in Lobhudelei für den Gegner. Real richtet den Blick schon gen Finale.

Am Ende ist Fußball eben doch ein Ergebnissport. Bei der 2:3-Niederlage bei Galatasaray bekleckerten sich die Stars von Real Madrid nicht mit Ruhm, schafften aber aufgrund des 3:0-Sieges im Hinspiel den Einzug ins Halbfinale der Champions League. "Wir sind im Halbfinale und das ist alles, was zählt", fasste Real-Trainer Jose Mourinho danach nüchtern zusammen. "In diesem Spiel hatten wir alles zu verlieren, aber nichts zu gewinnen."

Als Cristiano Ronaldo nach nur acht Minuten Real in Istanbul in Führung brachte, schien der Weg für einen Spaziergang der Königlichen in die nächste Runde geebnet. Allerdings verlor Madrid im zweiten Durchgang die Konzentration und damit auch die Oberhand. "Wir hatten weniger Ballbesitz und sie trafen und wurden besser", erklärte Mourinho.

Ronaldo macht alles klar

Tatsächlich hatten Emmanuel Eboue, Wesley Sneijder und Didier Drogba das Spiel bis 20 Minuten vor dem Ende gedreht, plötzlich fehlten Galatasaray nur noch zwei Tore für den Einzug ins Halbfinale. "Vielleicht waren wir uns zu sicher. Was in der zweiten Halbzeit passiert ist, war alles andere als gut", gab Sami Khedira bei "Sky" zu.

In den letzten zehn Minuten konnte Real die Partie allerdings beruhigen und Ronaldo machte in der Nachspielzeit mit seinem elften Treffer in der laufenden Champions-League-Saison zum 3:2 alles klar. Einziger Dämpfer für die Spanier blieb somit die Gelb-Rote Karte gegen Alvaro Arbeloa, der somit im Halbfinal-Hinspiel fehlen wird.

Mourinho, der sich auf einen "großen Gegner" in der Vorschlussrunde freut, will nach dem dritten Halbfinal-Einzug Reals in Folge endlich den nächsten Schritt schaffen: "Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass unsere Spieler bereit sind, hart zu arbeiten. Sie haben auch die Motivation, um bis zum Ende zu spielen und ins Finale zu kommen."

Galatasaray: Der Respekt bleibt

Bei Galatasaray konzentrierte sich der Ärger über das Ausscheiden eher auf das Hinspiel. Die unberechtigte Gelbe Karte und die damit verbundene Sperre gegen Stürmer Burak Yilmaz sowie das Auslassen guter Tormöglichkeiten in Madrid ließen die Chancen auf ein Comeback zuhause von vornherein nur sehr gering erscheinen.

So reichte der Sieg der Türken im Rückspiel dann auch nur dazu, sich erhobenen Hauptes aus der Königsklasse zu verabschieden. "Wir haben es nicht geschafft, Real Madrid aus dem Wettbewerb zu werfen, aber wir verdienen auf der ganzen Welt Respekt. Ich hoffe, dass Real die Champions League gewinnt, damit wir sagen können, dass wir gegen den Titelträger ausgeschieden sind", betonte Trainer Fatih Terim nach dem Spiel.

Auch von Mourinho gab es noch einen Ritterschlag für Gala: "Sie waren uns psychisch vollkommen überlegen und sie haben alles getan, um das Spiel zu gewinnen. Galatasaray hat es sich redlich verdient!" Den Halbfinal-Einzug hätte Istanbul zweifellos lieber gehabt.

Galatasaray - Real Madrid: Daten zum Spiel

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