Mittwoch, 18.04.2012

Champions League: Halbfinale, Hinspiel

Barca verzweifelt am Chelsea-Beton

Überraschung im zweiten Champions-League-Halbfinale: Titelverteidiger FC Barcelona unterlag im Hinspiel beim FC Chelsea durch ein Tor von Didier Drogba mit 0:1 (0:1) und muss um den Einzug ins Finale am 19. Mai in München bangen. Das Rückspiel findet am 24. April in Barcelona statt.

Didier Drogba (r.) im Duell mit Carlos Puyol schoss Chelsea 1:0 in Führung
© Getty
Didier Drogba (r.) im Duell mit Carlos Puyol schoss Chelsea 1:0 in Führung

Barca war über 90 Minuten spielbestimmend, tat sich aber gegen eine sehr gut organisierte Chelsea-Abwehr enorm schwer. Chelsea bleibt somit auch im sechsten Spiel in Folge gegen Barcelona ungeschlagen und darf vom zweiten CL-Finale nach 2008 träumen.

Reaktionen:

Josep Guardiola (Trainer FC Barcelona): "Ich würde sagen, dass jetzt Chelsea der Favorit auf den Finaleinzug ist. Der 1:0-Heimsieg ist ein sehr gutes Resultat für sie."

Andres Iniesta (FC Barcelona): "Wir waren etwas ungenau vor dem Chelsea-Tor. Der Gegner hat sehr gut verteidigt. Das Ergebnis ist natürlich enttäuschend für uns, aber wir haben noch ein Rückspiel."

Petr Cech (FC Chelsea): "Wenn man gegen Barcelona spielt, ist man immer in der Defensive. Barca hat 900 Pässe gespielt, wir ungefähr 200. Aber wir haben sehr konsequent verteidigt und hatten auch das notwendige Glück. Es ist aber noch ein weiter Weg für uns auf dem Weg ins Finale nach München. Die Chancen stehen immer noch 60:40 für Barcelona. Sie sind zuhause extrem stark."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bei Chelsea fällt der verletzte Luiz aus, Cahill vertritt den Brasilianer in der Innenverteidigung. Drogba bekommt im Stu´rm den Vorzug vor Torres. Mata und Ramires sollen auf den Flügeln für Dampf sorgen.

Guardiola verzichtet auf Pique in der Startelf. Puyol und Mascherano bilden die Innenverteidigung.

9.: Xavi spielt 30 Meter vor dem Chelsea-Tor auf Iniesta. In dem Moment geht Sanchez zwischen den Innenverteidigern in die Spitze, Iniesta lupft die Pille genial in seinen Lauf. Heber über Cech - an die Latte!

17.: Messi marschiert über links in den 16er, gibt zurück auf Iniesta, der aus 14 Metern links abzieht. Cech wehrt nach vorne vor die Füße von Fabregas ab, der den Ball aber aus sechs Metern nur mit dem rechten Schienbein erwischt.

42.: Barca kontert: Messi kommt mit Tempo und steckt durch zu Fabregas, der links im 16er abzieht. Viel zu lascher Lupfer über Cech, Cole haut den Ball zwei Meter vor der Torlinie weg.

45.+2, 1:0, Drogba: Messi verliert den Ball an Lampard. Der legt ab für Meireles, der Ramires auf links steil schickt. Der stoppt am 16er ab und legt links rüber zu Drogba. Puyol und Mascherano sind überspielt und Drogba schießt den Ball aus zehn Metern ins rechte untere Eck.

57.: Xavi direkt zu Fabregas, der zu Sanchez an den Fünfer lupft. Doch der Chilene braucht zu lange, um seine Beine zu sortieren und schießt dann unter Druck von Cole aus fünf Metern rechts vorbei.

87.: Freistoß Messi aus dem linken Halbfeld. Puyol mit dem Hinterkopf vom Elferpunkt, Cech macht sich lang und holt den Ball aus dem linken unteren Eck.

90.+2: Terry grätscht Messi den Ball vom Fuß - genau auf Pedro. Der schießt vom linken 16er-Eck an den rechten Pfosten, den Nachschuss semmelt Busquets aus zehn Metern in den Londoner Nachthimmel.

Fazit: Mit Kampf und Leidenschaft zog Chelsea Barcelona den Zahn und geht als verdienter Sieger vom Platz.

Der Star des Spiels: Didier Drogba. Der Ivorer stellte sich voll in den Dienst der Mannschaft. Drogba legte ein unglaubliches Laufpensum ab und leistete viel Defensivarbeit. Er haute sich in jeden Zweikampf, behauptete auch gegen zwei Gegenspieler die Bälle und erzielte das so wichtige 1:0.

Der Flop des Spiels: Cesc Fabregas. In der ersten Halbzeit hätte er das Spiel frühzeitig entscheiden können, ließ aber zwei dicke Torchancen liegen. Nach der Pause tauchte Fabregas ab und gewann nur 48 Prozent seiner Zweikämpfe.

Die besten Bilder der CL-Halbfinal-Hinspiele
FC Chelsea - FC Barcelona 1:0: Pep Guardiola (l.) und Roberto di Matteo beobachten die Partie im Stehen. Da war der Regen noch nicht so stark...
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Alexis Sanchez hatte die erste hochkarätige Chance für die Gäste und traf mit einem gefühlvollen Heber nur die Latte
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Kopfball aus 16 Metern: Eine Aktion, die man beim mehrfachen Weltfußballer Lionel Messi (l.) nicht sehr oft sieht
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Nach einem blitzsauberen Konter erzielte Chelsea in Person von Didier Drogba (r.) das 1:0
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Der Führungstreffer brachte das Publikum an der Stamford Bridge zum kollektiven Ausrasten
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Lionel Messis Dribblings waren diesmal nicht immer von Erfolg gekrönt, der Argentinier blieb mehrfach hängen
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Der Matchwinner munter den Weltfußballer auf: Didier Drogba und Lionel Messi
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Bayern - Real 2:1 - Die Mannschaft des FC Bayern darf weiter vom Heimspiel im Finale am 19. Mai träumen
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Franck Ribery (2.v.r.) kommt nach einer Ecke frei zum Schuss und netzt ein - 1:0 für Bayern
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Franck Ribery (2.v.l.) bejubelt frenetisch seinen Treffer zum 1:0 für die Bayern
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Einmal nicht aufgepasst und schon macht Mesut Özil (r.) den Ausgleich für die Königlichen
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Die Hände zum Himmel - Mesut Özil bejubelt sein wichtiges Auswärtstor für Real Madrid
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Wer zuletzt lacht: Mario Gomez (r.) drückt den Ball kurz vor Ende doch noch über die Linie - 2:1-Siegtreffer für Bayern
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Der Treffer von Mario Gomez aus der Hintertor-Perspektive. Der Torjäger setzt sich gegen vier Madrilenen durch
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Mario Gomez mit dem erleichterten, aber bestimmten Jubel nach dem Sieg
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Die Bayern feiern - sehen wir solch ein Bild auch nach dem Rückspiel in Madrid?
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Der Schiedsrichter: Dr. Felix Brych. Ein nahezu perfektes Spiel des deutschen Referees. Brych war immer auf Ballhöhe, bewertete viele knifflige Zweikämpfe richtig und ging mit den Gelben Karten - im Gegensatz zu Howard Webb im Spiel des FC Bayern gegen Real Madrid - sehr sparsam um. Eine exzellente Leistung von Brych.

Analyse: Nach 1:50 Minuten berührte der erste Chelsea-Spieler den Ball. So verlief eigentlich die komplette erste Halbzeit. Barca zog selbst tief in der Gäste-Hälfte sein Kurzpassspiel auf, Chelsea holte bisweilen selbst Drogba 25 Meter vors eigene Tor zurück.

Barca war drückend überlegen, musste aber geduldig auf Torchancen warten, weil Chelsea mit enormem Kampfgeist und Leidenschaft dagegenhielt und nur ganz selten die Ordnung verlor. Über die Flügel kam Barcelona kaum zum Zug. Ivanovic ließ Iniesta keine Sekunde aus den Augen und Messi hatte immer mindestens zwei Gegenspieler auf den Füßen.

Nach dem Ballgewinn versuchte Chelsea, das Mittelfeld schnell zu überbrücken und die hochstehende Viererkette von Barca zu überlaufen. Ein einziges Mal ging der Plan auf - beim Führungstreffer von Drogba. Barcas offenbarte neben einer ungewohnten Abschlussschwäche Probleme in der Abwehr, vor allem nach hohen Bällen.

In der zweiten Halbzeit das gleiche Bild. Chelsea überließ Barca die Spielkontrolle und war ausschließlich darauf aus, den Gegner vom eigenen Tor wegzuhalten. Mata und Ramires spielten teilweise dritter und vierter Außenverteidiger, Lampard und Meireles räumten vor der Abwehr auf.

Barca schoss zwar 19 Mal aufs Chelsea-Tor, meistens allerdings aus der Distanz, weil sich einfach keine Lücke auftat. Den Gästen fehlte diesmal die Genialität und der Punch im Abschluss. Chelsea blieb bis zum Schlusspfiff extrem konzentriert und reduzierte seine Fehlerquote auf ein Minimum.

Chelsea vs. Barcelona: Daten zum Spiel

Thomas Gaber/Marcus Blumberg

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