Bayern-Feuerwerk nach der Pause

Von Thomas Gaber / Thomas Jahn
Mittwoch, 15.09.2010 | 22:48 Uhr
Thomas Müller (im Duell mit Marco Cassetti) schoss das erlösende 1:0 für Bayern gegen Rom
© Getty
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Der FC Bayern München ist mit einem verdienten 2:0 (0:0)-Sieg gegen den AS Rom in die Champions-League-Saison 2010/11 gestartet. Thomas Müller und Miroslav Klose erzielten die Tore für die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal.

Vor 66.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena taten sich die Bayern in der ersten Halbzeit schwer. Nach dem Wechsel spielten sie sich in einen Rausch und hätten auch höher gewinnen können.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Die Bayern mit Altintop für den gesperrten Ribery im linken Mittelfeld. Die Wahl im Sturm fiel diesmal auf Olic, Klose muss auf die Bank. Kroos darf sich auf der Zehnerposition versuchen.

Die Roma muss auf die verletzten Stammspieler Riise und Vucinic verzichten, dazu fehlen Taddei und Mexes. Cassetti rückt von der rechten auf die linke Verteidigerposition, links kommt Rosi in die Mannschaft. Die Gäste im 4-4-2 mit zwei Ketten.

27.: Kroos nimmt einen Querpass von van Bommel auf und zieht an De Rossi vorbei. Sein Rechtsschuss aus knapp 20 Metern geht rechts am Tor vorbei.

40.: Gute Chance für die Roma! Borriello fälscht eine flatternde Hereingabe von Brighi gefährlich in Richtung FCB-Tor ab. Butt macht sich ganz lang und fischt die Kugel noch so gerade weg.

55.: Kroos vernascht zwei Gegenspieler mit einer feinen Körpertäuschung und lässt ansatzlos ein ordentliches Pfund aus 16 Metern los. Sergio lenkt das Geschoss über die Latte.

56.: Riesenchance für Müller! Auf Umwegen landet ein Versuch von Kroos am Fünfmeterraum direkt vor Müllers Füßen. Der Youngster dreht sich um seinen Gegenspieler und zieht flach ins Eck ab. Sergio pariert glänzend.

78., 1:0, Müller: Der x-te Versuch sitzt. Van Buyten köpft den Ball zu Müller, der vom rechten 16er mit dem rechten Außenrist abzieht. Julio Sergio streckt sich diesmal vergeblich. Unten links schlägt's ein.

83., 2:0, Klose: Badstuber bringt einen Freistoß zentral vor das Tor der Italiener. Sergio kommt nur halbherzig raus, Klose kommt mit dem langen Bein an den Ball und trifft.

Fazit: Verdienter Sieg für nach der Pause entfesselte Bayern gegen vor allem in der Offensive schwache Römer.

Der Star des Spiels: Toni Kroos. Bekam endlich die verdiente Chancen von Beginn an in der Mittelfeldzentrale. In der ersten Halbzeit der einzige Bayern-Spieler mit Ideen. Kroos zeichneten eine enorme Passsicherheit und Mut zum Risiko aus. Er bewegte sich gut zwischen den Roma-Ketten und war stets anspielbar.

Die Gurke des Spiels: Francesco Totti. Der Roma-Kapitän war ein Schatten seiner selbst. Auffallend wenig Laufbereitschaft und naive Zweikampfführung. In dieser Form ist der erklärte Gott der Roma-Fans keine Hilfe für seine Mannschaft.

Die Pfeife des Spiels: Stephane Lannoy. Der Franzose pfiff etwas kleinlich, aber weitgehend fehlerfrei. Souveräne Vorstellung in einem sehr fairen Spiel.

Analyse: Nach dem 0:0 gegen Bremen betonten sämtliche Bayern-Spieler, dass sie nur peu a peu ihren gewohnten Rhythmus wiedererlangen könnten. Gegen die sehr tief stehenden Gäste fanden die Bayern zunächst kein Mittel. Auf der Suche nach der Lücke blieb den Münchnern meist nur der Querpass, um die perfekt verschiebenden Ketten der Roma auseinanderzuziehen.

Dem Bayern-Spiel fehlte es in der ersten Halbzeit an Ideen, Tempo und Genauigkeit. Allenfalls Kroos sorgte für Aha-Effekte mit guten Zuspielen in die Spitze auf Olic und öffnenden Pässen auf die nachrückenden Außenverteidiger. Contento schlug ein paar brauchbare Flanken, fand aber keinen Abnehmer.

Nach dem Wechsel fackelten die Bayern ein Feuerwerk ab. Kroos, Altintop und Müller wechselten fortan permanent die Positionen und sorgten so für Verwirrung in der Roma-Defensive. Das Tempo wurde deutlich erhöht, die Bayern plötzlich viel dominanter.

Nach 65 Minuten brachte van Gaal Klose und Gomez für Olic und Altintop und stellte auf 4-4-2 mit zwei Spitzen um. Roma-Torhüter Julio Sergio flogen die Bälle nur noch so um die Ohren - und in der 78. Minute brach Müller den Bann.

Was in der ersten Halbzeit stark an die Fortsetzung des Bremen-Spiels erinnerte, war nach dem Wechsel ein beeindruckender Sturmlauf. Selten hat eine Bayern-Mannschaft so unterschiedliche Halbzeiten abgeliefert wie an diesem Mittwoch gegen extrem biedere Gäste.

Die Roma bot offensiv nichts an und beschränkte sich auf ausschließlich auf die Defensive.

Bayern München - AS Rom: Daten zum Spiel

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