AC Florenz, Bayern München

Champions League - Achtelfinale

Bayern zittert sich ins Viertelfinale

Von Für SPOX in Florenz: Florian Bogner
Dienstag, 09.03.2010 | 22:37 Uhr
Der Führungstreffer der Fiorentina: Vargas ist schneller als van Buyten und schießt ein
© Getty
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Der FC Bayern München hat das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League beim AC Florenz mit 2:3 (0:1) verloren, das Viertelfinale aber aufgrund der Auswärtstorregel erreicht.

Vor 47.282 Zuschauern im ausverkauften Stadio Artemio Franchi mit widrigen Windbedingungen standen die Bayern schon vor dem Aus, kämpften sich aber mit Leidenschaft zum zweiten Mal in Folge ins Champions-League-Viertelfinale.

Juan Vargas brachte die Hausherren nach einem Fehler von Bayern-Keeper Jörg Butt in Führung (28.). In der zweiten Halbzeit überschlugen sich dann die Ereignisse: Stevan Jovetic stellte binnen zehn Minuten auf 2:0 bzw. 3:1 (54./64.), die Bayern hatten durch Fernschüsse von Mark van Bommel (60.) und Arjen Robben (65.) aber immer die passende Antwort parat.

Einziger Wermutstropfen für die Bayern: Bastian Schweinsteiger sah seine dritte Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb und ist für das Viertelfinal-Hinspiel gesperrt. Das Viertelfinale wird am 30./31.3. bzw. 6./7.4. gespielt.

"Ich hatte nie das Gefühl, dass wir hier ausscheiden. Wir haben Florenz durch eigene Fehler ins Spiel kommen lassen, sind aber immer ruhig geblieben und stehen verdient im Viertelfinale", sagte Bayern-Kapitän Mark van Bommel.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Florenz im Vergleich zum Hinspiel mit zwei Änderungen: Der etatmäßige Innenverteidiger Felipe ersetzt den rotgesperrten Gobbi hinten links, der wieder genesene Zanetti spielt für Bolatti im Mittelfeld.

Bei den Bayern spielt Youngster Alaba hinten links für den verletzten Contento. Ribery und Robben sind fit, stehen in der Startelf. Van Gaal zur Berufung von Alaba: "Ich hätte auch Pranjic nehmen können. Marchionni kommt über die rechte Seite, da wäre Pranjic zu langsam gewesen. Ich hätte auf Lahm links spielen lassen können, aber das ist nicht gut, weil er sehr gut harmoniert mit Robben."

23.: Gelbe Karte für Schweinsteiger nach einem Gesichtswischer gegen Jovetic. Schweinsteiger damit für das erste Viertelfinale gesperrt!

30., 1:0, Vargas: Marchionni zieht aus 30 Metern aus zentraler Position ab. Eigentlich kein Geschoss, doch Butt lässt den Ball halb von der Brust, halb mit den Händen abprallen. Vargas regiert schneller als van Buyten und trifft aus fünf Metern von links ins rechte Kreuzeck. Klarer Torwartfehler Butt!

30.: Gomez muss mit Muskelfaserriss in der Wade raus. Klose ersetzt ihn im Sturmzentrum.

33.: Riesenchance Bayern! Kopfball Schweinsteiger in den 16er. Ribery und Klose lassen durch, Robben plötzlich völlig frei vor Frey. Schuss aus 12 Metern, Frey lenkt das Ding über die Latte.

Halbzeit-Fazit: Bayern mit zwei gravierenden Problemen: Dem Wind und dem fahrigen Spiel nach vorne. Florenz verdient vorne. Zwei Torschüsse sind für die Gäste zu wenig.

50.: Herrschaften, was für ein 1000-prozentige Chance! Marchionni gewinnt das Laufduell gegen Alaba. Badstuber haut über den Ball, van Buyten ebenfalls. Gilardino fünf Meter vor dem Tor frei vor Butt. Schuss aufs linke Eck, Butt pariert!

54., 2:0, Jovetic: Marchionni schlägt den Ball von halblinks flach in die Mitte. Gilardino mit dem Geistesblitz - direkter Hackentrick genau auf Jovetic. Der lässt Butt aus 13 Metern keine Chance. Unten links schlägt's ein. Allerdings stand Gilardino im Abseits.

60., 2:1, van Bommel: Ribery setzt sich endlich mal durch auf links. Weil drei Florenzer rausrücken, stehen am 16er mit Müller und van Bommel zwei Bayern blank. Ribery spielt in die Mitte, Van Bommel nimmt den Ball direkt mit rechts und haut das Ding ins Netz. Links unten schlägt's ein, keine Chance für Frey.

63., 3:1, Jovetic: Unfassbar! Badstuber verliert das Kopfballduell gegen Gilardino. Der verlängert vom Elferpunkt auf Jovetic. Van Buyten ist zu langsam, Jovetic trifft aus fünf Metern durch Butts Beine.

64., 3:2, Robben: Robben unwiderstehlich! An zwei, drei Florenzern von rechts in die Mitte gezogen und dann mit Schmackes aus knapp 25 Metern ins linke Kreuzeck! Erneut keine Chance für Frey.

75.: Der Ball ist im Tor, aber es zählt nicht. Robben verliert 30 Meter vor dem eigenen Tor den Ball. Zanetti spielt in die Tiefe zu Gilardino, der knallt den Ball aus 14 Metern ins linke Eck, stand aber vorher klar im Abseits.

Fazit: Leidenschaftliche Bayern machen defensive Schwächen mit Kampfgeist und zwei Traumtoren wett und ziehen in die nächste Runde ein.

Der Star des Spiels: Stevan Jovetic. Der Montenegriner spielte mit der Bayern-Abwehr phasenweise Katz und Maus und stellte mit zwei astreinen Toren unter Beweis, dass er mal ein ganz Großer des Weltfußballs werden kann.

Die Gurke des Spiels: Daniel van Buyten. War ständiger Unsicherheitsfaktor. Das Fehlen von Demichelis tat den Bayern vor allem in der Spieleröffnung weh, weil van Buyten kaum einen Ball an den Mann brachte. Dazu leistete er sich zwei (ungeahndete) Handspiele, mehrere katastrophale Stellungsfehler in der Abwehr und war viel zu langsam beim 0:1 und beim 1:3, obwohl er jeweils die Innenbahn hatte.

Die Pfeife des Spiels: Alberto Undiano Mallenco. Unsichere Spielleitung. Stand nicht in dem Verdacht, die Bayern zu bevorzugen. Ließ van Buyten im ersten Durchgang zwar zwei Handspiele im Strafraum durchgehen, was die Florenzer erneut erzürnte. Die Ungerechtigkeit des Hinspiels hob der Spanier aber beim 2:0 auf, als Gilardino knapp im Abseits stand. Montolivo hätte für seinen Trikotzupfer gegen Robben zudem zwingend Gelb sehen müssen.

Die Lehren des Spiels: Florenz verteidigte von Beginn an geschickt die Außenkorridore, doppelte Ribery, der nicht fit wirkte, und Robben konsequent. Eine schnellere Spielverlagerung fiel im ersten Durchgang dem starken Gegenwind zum Opfer, zudem bekamen Rib & Rob zu wenig Unterstützung von den Mitspielern.

In der Mitte leisteten sich van Buyten und van Bommel zu viele Fehler in der Spieleröffnung, einzig Schweinsteiger überzeugte mit überragenden Zweikampfwerten und einer guten Passquote. Erst mit dem Wind im Rücken wurden die Bayern-Angriffe besser vorgetragen, vor allem Ribery erwachte im zweiten Durchgang aus seiner Lethargie.

Nach knapp einer Stunde überschlugen sich die Ereignisse: Grobe Fehler wechselten sich in der Bayern-Deckung mit Traumtoren in der Offensive ab. Positiv: Die Bayern steckten in dieser Phase nicht auf, sondern entwickelten die gewisse "Jetzt-erst-recht"-Mentalität.

In der Schlussphase schwanden dann der Fiorentina die Kräfte, Bayern konnte kontern. Allerdings spielten die Münchner die Konter nicht konsequent aus, Robben agierte zeitweilig zu eigensinnig. Kapitän van Bommel ging in der Endphase voran und eroberte viele Bälle.

Champions-League-Debütant David Alaba lieferte ein klasse Spiel ab. Er spielte zwar einige Fehlpässe in der Vorwärtsbewegung, machte aber auch vieles gut. Er hielt den richtigen Abstand zu Badstuber, war stark in der Zweikampfführung und konnte viele Bälle der Fiorentina antizipieren.

Am Ende steht für die Bayern ein knappes, aber nicht unverdientes Weiterkommen.

Stimmen zum Spiel: "Ich habe noch nie mit oder gegen so viel Wind gespielt. Es war sehr extrem. Robbens Tor war super, ich weiß nicht, ob der auch ohne Wind reingegangen wäre. Für mich war meine Gelbe Karte ein Witz. Ich bin jetzt gesperrt, das ist sehr bitter für mich." (Bastian Schweinsteiger)

"Wir haben eine tolle Mannschaft und können noch viel erreichen. Wir können noch drei Wettbewerbe gewinnen, auch wenn wir wissen, dass noch viele große Mannschaften dabei sind. Ich werde Ende März, Anfang April über meine Zukunft entscheiden. Ich bin im Moment sehr zufrieden bei Bayern." (Franck Ribery)

Florenz - Bayern: Daten und Fakten

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