Dienstag, 16.03.2010

Champions League - Achtelfinale, Rückspiel

Inter erobert die Stamford Bridge

Inter Mailand steht zum ersten Mal nach vier Jahren wieder im Viertelfinale der Champions League. Der italienische Meister erkämpfte sich beim FC Chelsea einen völlig verdienten 1:0 (0:0)-Sieg, der Inter nach dem 2:1-Sieg aus dem Hinspiel das Weiterkommen bescherte. Das Tor des Abends erzielte Samuel Eto'o (79.).

Wie beim Ballett: Inter Mailands Lucio (l.) und Didier Drogba vom FC Chelsea beim Kampf um den Ball
© Getty
Wie beim Ballett: Inter Mailands Lucio (l.) und Didier Drogba vom FC Chelsea beim Kampf um den Ball

Den FC Chelsea dagegen ereilte die erste Heimniederlage an der Bridge nach 21 CL-Spielen in Folge und zum ersten Mal nach vier Jahren das Aus im Achtelfinale.

Damals scheiterte die Mannschaft von Michael Ballack am späteren Sieger FC Barcelona. Vor 42.000 an der ausverkauften Stamford Bridge feierte Jose Mourinho ein erfolgreiches Comeback an alter Wirkungsstätte.

"Riesen-Geschenk an unsere Fans"

Dementsprechend zufrieden war Mourinho: "Wir waren die bessere Mannschaft und sind verdient eine Runde weiter. Jetzt genießen wir den Augenblick. Für meine Spieler ist es eine Befreiung, endlich wieder das Achtelfinale überstanden zu haben."

Ähnlich sah es auch Matchwinner Eto'o nach der Partie: "Wir haben unseren Fans ein Riesen-Geschenk gemacht. Jetzt spielen wir die nächsten Begegnungen und dann sehen wir mal weiter. Bis zum Finale nach Madrid ist es noch sehr weit."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Chelsea im 4-3-3 und mit dem Nobody Turnbull im Tor für die verletzten Cech und Hilario. Alex bleibt in der Innenverteidigung, Carvalho sitzt nur auf der Bank - ebenso wie der Torschütze aus dem Hinspiel, Salomon Kalou.

Ganz anders Inter: Mourinho bringt mit Pandev, Eto'o und Milito tatsächlich drei Stürmer und dahinter Sneijder als vierte Offensivkraft. Motta und Cambiasso sollen im Mittelfeld defensiv aufräumen. Der italienische Meister übrigens wieder einmal ohne einen Italiener in der Startelf.

So diskutierten die mySPOX-User während des Spiels

11.: Ballack kommt 20 Meter vor dem Tor zum Abschluss, doch der Flachschuss streicht knapp am linken Pfosten vorbei.

26.: Malouda gewinnt am Strafraum das Kopfballduell gegen Lucio und legt den Ball auf Drogab ab. Aus 14 Metern kommt er zum Abschluss, doch sein Schuss mit rechts wird von Maicon geblockt.

33.: Maicon flankt aus dem rechten Halbfeld auf den zweiten Pfosten. Terry verschätzt sich und hinter ihm kommt Eto'o frei zum Kopfball, doch setzt diesen als Aufsetzer über das Tor.

42.: Klasse Diagonalball von Drogba auf den Elfmeterpunkt zu Anelka. Der Franzose stoppt den Ball mit der Brust und im fallen bringt er die Kugel mit dem rechten Außenrist aufs Tor. Der Ball trudelt an Cesar vorbei, aber Motta rettet vor der Linie.

Halbzeit-Fazit: Inter macht insgesamt den besseren Eindruck, doch die letzten Minuten vor der Pause gehörten Chelsea.

59.: Traumpass von Sneijder per Hacke auf Milito, der freie Bahn auf das Tor von Chelsea hat, aber 14 Meter vor dem Tor noch von Schirkow vom Ball getrennt wird.

70.: Freistoß Inter, ca. 40 Meter vor dem Tor. Sneijder flankt den Ball von halbrechts auf den zweiten Pfosten, wo Motta frei zum Kopfball kommt, diesen aber aus fünf Metern übers Tor setzt.

79., 0:1, Eto'o: Sneijder schickt Eto'o, der alleine durch ist und auf Turnbull zu stürmt. Der Kameruner behält die Nerven und schiebt den Ball aus 15 Metern flach links in die Ecke.

86., Rot gegen Drogba: Der Ivorer tritt fernab des Balles dem zuvor ringenden Motta mit Absicht auf den Knöchel. Stark zeigt Rot. Vertretbar.

90.: Eto'o nochmal alleine durch. Schuss aus halbrechter Position, aber Turnbull klärt mit dem rechten Fuß.

Fazit: Inter siegt verdient, weil die Italiener mehr Willen und Selbstverständnis gegen ein zögerliches Chelsea an den Tag legten.

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Chelsea - Inter 0:1: Das Spiel in London wurde von Beginn an aggressiv geführt. Chelseas Didier Drogba (r.) musste mit Lucios kompromisslosem Zweikampfverhalten Bekanntschaft machen
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Jose Mourinho zurück an alter Wirkungsstätte. Ein Mann, der seine eigene Meinung sehr gerne dem Schiedsrichter preisgibt
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Nach einem üblen Tritt gegen Inters Motta zeigte Schiri Stark Drogba die Rote Karte (86.)
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Der Star des Spiels: Wesley Sneijder alleine zeigte mehr spielerische Elemente und hatte mehr Ideen, als der komplette FC Chelsea. Der Niederländer war die bestimmende Figur in einem funktionierenden Kollektiv, variierte das Tempo und machte die Inter-Offensive so schwer berechenbar für den Gegner. Den entscheidenden Treffer leitete Sneijders Geistesblitz fantastisch ein.

Die Gurke des Spiels: Frank Lampard erwischte in einem äußerst wichtigen Spiel einen äußerst schwachen Abend. Während vom ebenfalls nicht gerade überzeugenden Ballack wenigstens in der Defensive noch einige Spurenelemente der Klasse zu sehen waren, zeigte Lamps: Gar nichts. Ein enttäuschender Auftritt in einem für Chelsea sehr enttäuschenden Spiel.

Die Pfeife des Spiels: Wolfgang Stark hatte eine unheimlich schwere Aufgabe zu meistern. Beide Mannschaften spielten am Rande der Legalität und manchmal darüber hinaus. Zweimal übersah Stark eindeutige Ringereinlagen der Italiener im Sechzehner (Motta an Ivanovic und Samuel an Drogba). Nach der Pause war er dann umso kleinlicher, vor allem bei der Vergabe persönlicher Strafen. Rot gegen Drogba geht allerdings in Ordnung.

Die Lehren des Spiels: Jose Mourinho hat das Duell der Trainer gegen Carlo Ancelotti - so es denn je eines gegeben hat -  für sich entscheiden. Der Portugiese hatte auf Maßnahmen der Blues immer eine Antwort.

Die taktische Ausrichtung im 4-2-3-1 und dessen stringente und disziplinierte Umsetzung raubte Chelsea im Mittelfeld und auf den Außen die Luft zum Atmen und erwies sich als genau das richtige Rezept, um das gefährliche Blues-Mittelfeld quasi komplett aus dem Spiel zu nehmen.

Gepaart mit einer ungewohnt hohen Fehlpassquote lag der Spielfluss der Londoner somit größtenteils brach. Die Blues brachten keine Struktur und Ruhe in ihre Aktionen, ein geordneter Spierlaufbau fand im Prinzip kaum statt.

Mailand dagegen hielt sich voll und ganz an den taktischen Marschplan Mourinhos, hatte bei Ballbesitz des Gegners immer mindestens acht Feldspieler hinter dem Ball und konterte bei Ballverlusten mit den beiden zurückgezogenen Stürmern schnell und ohne große Schnörkel.

So hatten die Gäste mehr Spielanteile und die besseren Chancen und zogen Chelsea bis auf zehn starke Minuten vor der Pause nach und nach den Zahn. Gegen Ende der Partie wehrten sich die Blues kaum noch und ließen die Niederlage über sich ergehen.

FC Chelsea - Inter Mailand: Daten und Fakten

Stefan Rommel

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