Die Abwehrprobleme des FC Barcelona

Die programmierte Schwachstelle

Von Fatih Demireli
Sonntag, 21.04.2013 | 20:51 Uhr
Zu selten ein Pärchen in der Barcelona-Defensive: Carles Puyol und Pique
© getty
Advertisement
Boxen
So03:00
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Premier League
So17:00
Kracher am Sonntag: Liverpool-Arsenal
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Copa do Brasil
Flamengo -
Botafogo
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Gremio
Copa Sudamericana
Nacional -
Estudiantes
UEFA Europa League
Fenerbahce -
Skopje
Primera División
Real Sociedad -
Villarreal
Ligue 1
PSG -
St. Etienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
Primera División
Betis -
Celta Vigo
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Primera División
Levante -
La Coruna
Primera División
Girona -
Malaga
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Eredivisie
Venlo -
Ajax
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Primera División
Espanyol -
Leganes
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Colombia
WC Qualification South America
Chile -
Paraguay
WC Qualification South America
Uruguay -
Argentinien
WC Qualification South America
Brasilien -
Ecuador
WC Qualification South America
Peru -
Bolivien
WC Qualification Europe
Dänemark -
Polen
WC Qualification Europe
Slowakei -
Slowenien
WC Qualification Europe
Tschechien -
Deutschland
WC Qualification Europe
Georgien -
Irland
WC Qualification Europe
Serbien -
Moldawien
WC Qualification Europe
Isreal -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Spanien -
Italien
WC Qualification Europe
Färöer Inseln -
Andorra
WC Qualification Europe
Weißrussland -
Schweden
WC Qualification Europe
Estland -
Zypern
WC Qualification Europe
Griechenland -
Belgien
WC Qualification South America
Bolivien -
Chile

Der FC Barcelona ist das Aushängeschild des europäischen Klubfußballs. Doch auch der Halbfinal-Gegner des FC Bayern München (Di., 20.30 Uhr im LIVE-TICKER) hat Schwächen: Diese konzentrieren sich in dieser Saison auf die Defensive. Vor den Spielen gegen Bayern erreicht die Problematik ihren Höhepunkt, dabei wurden die Fehler schon im Sommer gemacht.

Tito Vilanova war noch keine fünf Minuten Cheftrainer des FC Barcelona, da sprach der 44 Jahre alte Fußball-Lehrer schon von Problemen.

"Wir wollen uns in der Verteidigung verstärken", sagte Vilanova bei seiner Vorstellung im Juni 2012. "In den letzten Jahren haben wir in diesem Bereich Probleme gehabt und mussten Spieler einsetzen, die aus anderen Positionen kamen."

Barcas Kader für Bayern: Mit Messi, aber ohne Puyol

Zwei Monate später wiederholte er das Vorhaben, sprach diesmal von "Korrekturen", die man vornehmen müsse. Das war, nachdem Real Madrid den Supercup in zwei Duellen gegen die Katalanen gewonnen und Barca etliche Male zur defensiven Verzweiflung gebracht hatte.

Keine Verstärkungen im Sommer

Im April 2013 spricht Vilanova nicht mehr darüber, was der FC Barcelona für die Defensive tun muss. Vielleicht ist ihm das Latein ausgegangen, vielleicht bereut er seine Worte auch einfach nur. "Wir hatten im Sommer das Geld, um einen Innenverteidiger zu verpflichten." Aber? "Das wollte ich nicht."

Barcelona fand keinen geeigneten Kandidaten zu einem angemessen Preis und schenkte dem vorhandenen Personal das Vertrauen. Ein Trugschluss, denn die Situation hat sich seitdem keinen Deut verbessert. So gesehen ist die Defensive die programmierte Schwachstelle des FC Barcelona.

Vor dem doppelten Aufeinandertreffen mit dem FC Bayern München im Halbfinale der Champions League erreicht die Problematik ihren Höhepunkt, denn Barcelona hat nicht etwa rein taktische Sorgen im Defensivverhalten, sondern und vor allem personelle.

Puyol nie richtig fit

Das Grundübel heißt Pech. Pech, das Carles Puyol nicht von der Seite weicht. Die lebende Barca-Ikone ist seit Monaten nicht durchgängig fit, vier Ligaspiele in Folge waren das Maximum für den 35-Jährigen. Er wird mindestens noch bis Anfang Mai fehlen. Das heißt: Im Hinspiel ganz sicher, für das Rückspiel gibt es leise Hoffnungen. Doch auch dann wird Puyol nicht wirklich topfit sein.

"Puyols Wirken ist sehr stark. Sportlich kann Barcelona das auffangen, seine Führungskraft könnte aber fehlen", mutmaßt Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer.

Des Kapitäns etatmäßiger Vertreter Javier Mascherano gehört zu der Gattung Spieler, die "aus anderen Positionen" kommen. Der gelernte Mittelfeldspieler etablierte sich bei Barca längst als hochwertige Alternative für die Abwehr, fällt aber aufgrund einer Knieverletzung ebenfalls länger aus.

Xavi trauert Mascherano hinterher

"Mit ihm fehlt Barcelona ein dynamischer, guter, aggressiver und technisch feiner Spieler. Das könnte ein kleiner Baustein für uns sein", gibt Sammer zu. So sieht man es auch bei Barca. "Sein Ausfall ist sehr bitter", sagt Xavi. "Mascherano ist für uns genauso wichtig wie Messi."

Es sind die grundlegenden Defensivfähigkeiten des Argentiniers, die Barca fehlen. Pique ist ein Weltklasse-Innenverteidiger, mit allen Stärken ausgestattet, aber das Alleinstellungsmerkmal des Nationalverteidigers ist die Spieleröffnung. Mitunter fehlt die Stabilität, die Pique neben einer ordnenden Hand wie Puyol oder eben Mascherano hat.

Das durchweg existierende Personalproblem lässt sich statistisch belegen. In nur vier Champions-League-Spielen blieb Barca ohne Gegentor, in der bald endenden Primera Division nur acht Mal. Der Unterschied: In der Liga fehlt Barcelona noch ein Tor bis zur 100er Marke, Gegentore kompensiert die Offensivmacht um Lionel Messi mit vielen eigenen Toren.

Adriano keine gute Lösung

In der Champions League wurde es dagegen schon zwei Mal richtig brenzlig: Sowohl gegen Milan als auch gegen Paris Saint-Germain musste ein Kraftakt in den Rückspielen her, um noch weiter zu kommen.

Barcas bisherige Saison ist ein auch eine fortwährende Suche nach einer Lösung. Gegen PSG ließ Vilanova Linksverteidiger Adriano innen spielen, obwohl diese Option eigentlich schon ihre Gültigkeit verloren hatte. Der Brasilianer spielte beim Hinrunden-Clasico gegen Real innen. Mit mäßigem Erfolg.

Gegen PSG war er der Schwachpunkt. Gegen Bayern, zumindest im Hinspiel, fällt Adriano als Alternative aber weg: Er ist gelbgesperrt.

Gegen Bayern wohl mit Bartra

Die wahrscheinlichste Lösung heißt Marc Bartra. Der 22-Jährige ist ein Produkt aus "La Masia". Auch wegen Bartra verzichtete Vilanova zu Saisonbeginn auf eine teure Verstärkung.

Nach einer verheißungsvollen Saisonvorbereitung mit vielen Vorschusslorbeeren bekam Bartra aber erst Ende Oktober erstmals Pflichtspiel-Minuten. "Er ist sehr schnell und stark in der Luft und ich weiß, dass es lange gedauert hat, bis wir ihn endlich gesehen haben", sagte Vilanova damals.

Bartra gehört zur neuen Spezies Abwehrspieler, der fast ohne Foulspiel auskommt. Sehr modern im Spielaufbau, klug im Defensivverhalten. Bartra überzeugte im frühen Stadium der Saison, durfte im November noch ein paar Mal ran, tauchte aber vor einigen Wochen erstmals wieder auf.

Der "Wahnsinn" um Abidal

Trotz ordentlicher Liga-Leistungen scheint das endgültige Vertrauen für die großen Aufgaben noch zu fehlen. Und: Deswegen kommt auch Eric Abidal in die Verlosung für die Bayern-Spiele. Nach 14-monatiger Pause ist der Franzose froh, überhaupt wieder Leistungssport betreiben zu dürfen.

"Es ist Wahnsinn, dass er wieder spielt", sagt Landsmann Franck Ribery, sieht aber auch dass sich die Rückkehr seines Kumpels ins Barca-Leben "langsam, langsam" gestaltet.

Nicht zur Diskussion steht wohl Alex Song, der selbst in seiner Paraderolle im defensiven Mittelfeld bisher kaum überzeugen konnte. Genauso wenig Sergio Busquets, der im Mittelfeldzentrum unersetzlich ist.

Auch Vilanovas Vorgänger Pep Guardiola hatte mit diesen Problemen zu kämpfen. Der künftige Bayern-Trainer griff ab und zu auf das 3-4-3-System zurück, das auf starkes Forechecking und aggressivem Spiel gegen den Ball ausgerichtet war. Vilanova könnte sich bei seinem Ex-Chef Tipps abholen, doch das ist für beide Seiten keine Option.

Bayern vs. Barcelona: Die Bilanz

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung