Zwischen Frust und dem Glauben ans Wunder

Von Jakob Kunz
Mittwoch, 13.02.2013 | 13:33 Uhr
Celtics nigerianischer Abwehrspieler Efe Ambrose hatte gegen Juve einen schlechten Tag
© Getty
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Trotz einer beeindruckenden kämpferischen Leistung unterliegt der FC Celtic Juventus Turin im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League mit 0:3. Damit wird das Rückspiel für Celtic zu einer Mammutaufgabe. Am Ende machte italienische Cleverness den Unterschied.

Es war ein gebrauchter Abend für Efe Ambrose. Nachdem der Verteidiger am Sonntag noch mit Nigeria den Afrika Cup gewann, flog er danach umgehend zurück nach Glasgow, um im Achtelfinale der Champions League mit Celtic gegen Juventus Turin anzutreten. Die Partie im Celtic Park wurde für Ambrose aber zum Albtraum.

Obwohl der 24-Jährige erst am Dienstagmorgen in Glasgow landete, entschied sich Trainer Neil Lennon, ihn am Abend gegen Juventus aufzubieten. Damit bewies Lennon allerdings kein glückliches Händchen. Bereits in der dritten Minute lieferte sich Ambrose einen haarsträubenden Stellungsfehler: Die Folge war das 1:0 für die Bianconeri. Von diesem frühen Schock konnten sich die leidenschaftlich kämpfenden Schotten nicht mehr erholen.

"Es war ein absolutes Disaster, so früh in Rückstand zu geraten", resümierte Anhänger Roy Keane, der bis 2006 bei Celtic unter Vertrag stand. "Es war ein großes Riskio, Ambrose spielen zu lassen, nachdem er für Nigeria beim Afrika Cup war. Und offensichtlich war er nicht ganz auf der Höhe."

Commons: "Es ist frustrierend"

Für Ambrose kam es aber noch dicker. Mitte der zweiten Hälfte verpasste der unglückliche Verteidiger per Kopf die Riesenchance zum Ausgleich. Kurz vor Schluss servierte er dann mit einem unnötigen Ballverlust im Spielaufbau Juventus das 3:0 auf dem Silbertablett. Damit ist das Champions-League-Aus für Celtic so gut wie besiegelt. "Es ist schwer in Worte zu fassen, wenn auf diesem Niveau solche Fehler passieren. Es ist frustrierend, aber das war eines dieser Spiele, in denen unsere individuellen Fehler entscheidend waren", war sich Mittelfeldspieler Kris Commons bewusst.

Über 90 Minuten spielte Celtic extrem mutig, warf alles nach vorne und bot Juve unter der gewohnt beeindruckenden schottischen Atmosphäre in vielen Phasen der Partie die Stirn: 15:5 Torschüsse, 10:4 Eckbälle, 17:12 Freistöße, 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe - lediglich bei den Ballbesitzwerten erspielten sich die Italiener leichte Vorteile (52:48 Prozent). Ansonsten dominierten die Hausherren das Feld nicht nur in der Statistik. Allein ein Tor wollte Celtic nicht gelingen.

Lustig: "Wunder sind schon einige Male vorgekommen"

Dass ein 0:3 gegen eine Mannschaft wie Juventus Turin auswärts kaum mehr aufzuholen ist, weiß man auch bei Celtic. Dennoch hoffen die Bhoys noch auf ihre Chance: "Jetzt ist es fast unmöglich, aber Wunder sind im Fußball schon einige Male vorgekommen. Man weiß nie - ein Elfmeter, eine Rote Karte und dann sind wir vielleicht zurück im Spiel, aber auf jeden Fall wird es jetzt extrem schwer", wollte Mikael Lustig das Rückspiel noch nicht ganz abschreiben.

Ein großes Lob für die aufopferungsvoll agierenden Schotten gab es indes vom Gegner: "Wenn man nach dem Ergebnis geht, sieht es nach einem leichten Spiel aus, aber es war wirklich sehr schwer. Es war sehr hart, glücklicherweise sind ein paar bestimmte Situationen für uns gelaufen. Darum haben wir so ein gutes Ergebnis hier geholt, aber Celtic hat gezeigt, dass sie eine großartige Mannschaft sind", zollte Juve-Keeper Gianluigi Buffon den Schotten nach der Partie seinen Respekt.

Italienische Cleverness dominiert

Doch selbst die Anerkennung eines mehrfachen Welttorhüters konnte die Enttäuschung über die unnötig hohe Heimniederlage nicht schmälern.

Die Niederlage allein an Ambrose festzumachen, wäre überzogen. Dennoch kann man den frühen Rückstand als Knackpunkt für die schmerzhafte Schlappe und damit das wahrscheinliche Aus bezeichnen.

Dass am Ende - wie so oft - einmal mehr italienische Cleverness dominierte, brachte Torschütze Claudio Marchisio nach dem Spiel treffend auf den Punkt: "Wir hatten definitiv weniger Chancen als Celtic, aber am Ende haben wir sie besser genutzt und deshalb gewonnen."

Celtic - Juventus: Daten zum Spiel

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