Fussball

"ZDF" schnappt sich die Champions League

SID
Duelle wie Bayern München gegen Inter Mailand werden ab der Saison 2012/13 im ZDF zu sehen sein
© Getty

Das "ZDF" hat den Zuschlag für die Champions League-Übertragungsrechte ab der Saison 2012/13 bekommen und damit "Sat.1" die Free-TV-Rechte weggeschnappt.

Das "ZDF" hat den Zuschlag für die Champions League ab der Saison 2012/13 bekommen und damit "Sat.1" die Free-TV-Rechte weggeschnappt. "Sat.1" überträgt seit 2009 die Königsklasse des europäischen Fußballs, verliert dieses Recht aber mit dem Ende der Spielzeit 2011/12.

Die Rechtekosten werden auf mehr als 50 Millionen Euro pro Saison geschätzt. Im Pay-TV wird der langjährige Rechteinhaber "Sky" weiterhin Champions und Europa League übertragen.

"Sky" hatte als einziger Bewerber ein Angebot bei T.E.A.M., dem Rechtevermarkter der Europäischen Fußball-Union (UEFA), abgegeben.

Schon "ZDF"-Bewerbung heftig diskutiert

Bereits die Bewerbung des "ZDF" für die Champions League war heftig diskutiert worden, weil die Ausschreibung eine Verpflichtung zur Ausstrahlung von Werbung enthält. Diese Verpflichtung kann das "ZDF" aber nach dem neuen Rundfunkstaatsvertrag nach 20.00 Uhr nicht erfüllen.

"Sat.1" hatte dem "ZDF" während der Verhandlungen vorgeworfen, sich aus der Verpflichtung rauskaufen zu wollen und den Sponsoren eine Entschädigung dafür zu zahlen, dass deren Trailer nicht gesendet werden.

"Unser Angebot orientiert sich an den rechtlichen Grundlagen von heute und an denen, von denen wir bereits wissen, dass sie kommen", antwortete darauf "ZDF"-Sprecher Andreas Stock. Der sogenannte Mediawert der Sponsorenpräsenz wird auf rund 15 Millionen Euro geschätzt.

Die Entscheidung zugunsten des "ZDF" dürfte die Diskussion um die Stellung des Sports im öffentlich-rechtlichen Fernsehen neu anheizen. CDU-Medienpolitiker Johannes Beermann, Chef der sächsischen Staatskanzlei, hatte schon im Vorfeld gesagt: "Die Champions League gehört nicht zur Grundversorgung."

UEFA droht juristisches Nachspiel

Der Leipziger Staats- und Medienrechtler Christoph Degenhart erwartet: "Die Präsenz des Sports im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wird neu diskutiert werden müssen, wenn 2013 die Haushaltsabgabe kommt. Dann muss bei dem Thema noch genauer hingeschaut werden."

Der UEFA und ihrem Vermarkter T.E.A.M. droht bis zum Beginn der Rechteperiode im Sommer 2012 auch ein juristisches Nachspiel, da "Sat.1" fest entschlossen sein dürfte, die rechtliche Grundlage des "ZDF"-Angebots zu prüfen.

Noch nicht vergeben hat T.E.A.M. die Free-TV-Rechte für die Europa League, weil die Agentur zunächst die Champions-League-Entscheidung abwarten wollte, um nun allen Interessenten die Gelegenheit zur Abgabe neuer Gebote zu geben. Anscheinend hatte es in der ersten Runde lediglich zwei Gebote für die Europa League gegeben: von "Sat.1" für Free-TV und "Sky" für Pay-TV.

Das Champions-League-Viertelfinale

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