Bayern: Das Pfeifen im Walde

SID
Montag, 27.09.2010 | 14:38 Uhr
Die Bayern liegen in der Bundesliga mit acht Punkten nur auf dem neunten Platz
© Getty
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Bayern München kann in der Champions League am Dienstag beim FC Basel Wiedergutmachung für den schlechten Start in der Bundesliga betreiben. Es bleiben aber weiter große Probleme - die Vertragsverlängerung mit Trainer Louis van Gaal soll dafür auch ein Zeichen der Besserung sein.

Die Alarmglocken schrillen unüberhörbar, die Bosse sind nervös: Auf der großen Bühne Champions League will der kriselnde FC Bayern München sich mit einem Erfolgserlebnis beim Schweizer Double-Sieger FC Basel wieder mehr Ruhe für den Alltag Bundesliga erkämpfen.

"Der Druck ist jetzt enorm hoch. Wenn wir in der Champions League ein Zeichen setzen und nach dem Sieg gegen Rom mit sechs Punkten starten könnten, wäre das Gold wert", sagte Philipp Lahm vor dem Spiel am Dienstag (20.30 Uhr im LIVE-TICKER).

Der Druck, von dem Lahm sprach, lastet vor allem auf den Spielern - Trainer Louis van Gaal nahm Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Abflug mit dem Airbus A321 am Montagmittag demonstrativ in Schutz.

"Nicht er ist gefragt, die Spieler sind jetzt gefragt. Unsere Nationalspieler müssen sich steigern", sagte er. Van Gaals Autorität dagegen steht außer Frage, noch am Samstag nach dem 1:2 gegen Mainz hat er sich bei einem Glas Rotwein mit den Bossen auf die erwartete Ausdehnung seines 2011 auslaufenden Vertrages um ein Jahr geeinigt.

Van Gaals Verlängerung "ein gutes Zeichen"

Rummenigge will mit der Unterschrift van Gaals unter den neuen Kontrakt "klar zeigen, welchen Stellenwert Louis genießt". Die Einigung in schweren Zeiten sei "ein gutes Zeichen für die Öffentlichkeit", meinte Rummenigge, der mit van Gaal vereinbart haben will, "die Dinge etwas gelassener anzugehen".

Doch auch Rummenigges Ungeduld ist vor dem so wichtigen Spiel spürbar - die Ungeduld mit den gegen Mainz so lethargischen Profis. "Sie müssen das Spiel mit dem nötigen Ernst angehen", forderte er. Zudem müssten die Angestellten in den nächsten Wochen anders auftreten und "Leidenschaft, Wille und Kampfbereitschaft verbessern, damit wir unsere Ziele erreichen".

Fehler in allen Bereichen

Van Gaal meinte, er "verstehe die Nervosität, der FC Bayern kann nicht in sechs Spielen acht Punkte holen, das geht nicht. Der Vorstand hat recht." Die missliche Lage in der Liga spielt auch in Basel im Hinterkopf mit.

"Die Spieler versuchen alles, aber im Moment läuft es nicht. Die Begeisterung fehlt, und das Toreschießen ist im Moment ein Problem. Wir müssen jetzt schnell Spiele gewinnen", äußert der verletzte Arjen Robben: "Es ist gut, dass wir drei Tage nach dem Spiel gegen Mainz, bei dem wir nicht so gut waren, gleich wieder spielen können. Da können wir etwas gutmachen."

Schwierigkeiten beim Tore erzielen

Weil der FC Bayern national erst am Sonntag bei Borussia Dortmund wieder ran darf, müssen die Profis in Europa zeigen, dass es richtig war, dass ihnen der Klub auf van Gaals Geheiß im Sommer keine weiteren Stars vor die Nase gesetzt hat. Doch das Spiel gegen Mainz hat auch beim Coach Zweifel genährt. "Wir müssen nicht übertreiben, aber wir haben Schwierigkeiten, Tore zu erzielen. Es wird schwer in Basel", sagte er.

Die von Rummenigge angezählten Auswahlspieler - bis auf Torhüter Jörg Butt in Basel wohl die komplette Startelf - seien "geistig müde, und so können sie ihre Qualität nicht abrufen". Auch Stürmer Ivica Olic gab am Montag zu, dass der FC Bayern derzeit "nicht auf hohem Niveau" spiele.

Butt fordert Mitspieler

Das liegt auch am Fehlen von Robben und Franck Ribery. In Basel fehlt zudem Linksverteidiger Diego Contento, für den wohl wie gegen Mainz Danijel Pranjic spielen wird.

Torwart Butt nahm seine Vorderleute vor dem Auftritt im mit 38.512 Fans ausverkauften St. Jakob Park in die Pflicht. "Unser taktisches Verhalten ist sehr gut, aber wir müssen aggressiver und konzentrierter agieren", sagte er. Wie es geht, haben die Bayern im Januar gezeigt, als sie ein Testspiel beim Schweizer FCB ohne "Robbery" 3:1 gewannen.

Basel mit Ex-Bayern-Profi Thorsten Fink als Trainer und den ehemaligen Bundesliga-Legionären Alex Frei, Marco Streller und Benjamin Huggel rechnet sich aber etwas aus.

"Wir können jede Top-Mannschaft in Europa schlagen und auch die Bayern ärgern", sagte Fink: "Aber wir haben nur eine Chance, wenn sie keinen guten Tag haben." Wie zuletzt so oft.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Basel: Constanzo - Inkoom, Abraham, Ferati, Safari - Shaqiri, Huggel, Yapi, Stocker - Frei, Streller. - Trainer: Fink

München: Butt - Lahm, van Buyten, Badstuber, Pranjic - Müller, van Bommel, Schweinsteiger, Kroos (Altintop) - Klose, Olic. - Trainer: van Gaal

Schiedsrichter: Craig Thomson (Schottland)

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