Champions League: Barcelona - Stuttgart

Lasst sie Tiki-Taka spielen!

Von Stefan Rommel
Mittwoch, 17.03.2010 | 16:46 Uhr
Cacau sorgte im Hinspiel gegen den FC Barcelona per Kopfball für den Führungstreffer
© Getty
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Den VfB Stuttgart erwartet im Camp Nou ein Wirbelsturm, wie er ihn noch nie erlebt hat. Und trotzdem gibt es einige kleine Lichtblicke. Eine Anleitung für das Wunder.

Fünf Minuten lang hatten die Bayern alles im Griff. Dann ließ Thierry Henry Mark van Bommel im Mittelfeld mit einer simplen Körpertäuschung ins Leere rauschen und das Camp Nou presste ein erstes Mal sein tiefes "uuuuyyyyyyy" heraus.

Eine zwar spektakuläre, aber im Niemandsland des Spielfelds eben auch ungefährliche Szene, die für den FC Barcelona vor knapp einem Jahr den Startschuss zu einer sensationellen Halbzeit gab.

Mit 4:0 mussten die Bayern damals in die Pause und es war einzig der totalen Siegesgewissheit der Katalanen geschuldet, dass Barca bis zum Schlusspfiff schlicht keine Lust mehr hatte, die Bayern noch weiter zu demütigen.

Der FC Barcelona hat in seiner Geschichte Generationen dominiert und Mythen geschaffen, aber er hat vor allen Dingen eine Sache ganz exklusiv, die so niedlich klingt, seine Gegner aber erschaudern lässt: das Tiki-Taka.

Bayern in Einzelteile zerlegt

Viel Ballbesitz, noch mehr Passspiel, Abspiel, prallen lassen, anbieten. Es gibt keine Mannschaft auf der Welt, die das Spiel an sich so dominant betreibt wie der FC Barcelona.

Die Bayern gingen damals im Wirbelsturm unter, wie so viele andere Mannschaften vorher und danach auch. Der VfB Stuttgart hat sein ganz persönliches Tiki-Taka-Erlebnis heute vor sich.

Beim Achtelfinal-Rückspiel der Champions League (20.30 Uhr im LIVE-TICKER, auf SAT.1 und SKY) wird das Tiki-Taka mörderisch werden, zuletzt gegen Valencia hatte Barca knapp 70 Prozent Ballbesitz. Valencia ist in Spanien Tabellen-Dritter...

Das Tiki-Taka zerlegte die Bayern damals in ihre Einzelteile, auf den ersten Blick gilt es, dem Spielstil Barcas wie auch immer den Garaus zu machen. Auf den zweiten Blick aber hat auch das Tiki-Taka kleine Schönheitsfehler. Und die gilt es gnadenlos auszunutzen.

Kaum Torchancen für Barca

Die Bayern machten damals den entscheidenden Fehler, viel zu tief zu stehen. Barca erdrückte die Münchener quasi mit seiner Dauerbelagerung, die knappen Räume weiteten die Katalanen durch ihre ständige Ballzirkulation so lange, bis die eine Lücke für den Pass in die Tiefe da war und einer der Stürmer alleine vor Jörg Butt auftauchen konnte.

Wie man es richtig macht, zeigten Real Madrid oder der FC Sevilla. Sevilla siegte im Pokal mit 2:1 im Camp Nou, die Königlichen verloren im Hinspiel in der Liga zwar mit 0:1, ließen aber so gut wie keine Torchancen zu.

Beide Teams standen überraschend hoch, die Viererkette baute sich 30, 35 Meter vor dem Tor auf und nicht an der Sechzehnergrenze. So bleibt mehr Zeit zum Reagieren, außerdem bedeutet nicht jedes gelungene Zuspiel in die Spitze automatisch gleich höchste Torgefahr.

Das Resultat war ein Barca, das zwar Ball und Gegner beherrschte, aber kaum zu Torchancen kam. Und wenn doch, diese dann leichtfertig vergab. Es ist traditionell einer der Nachteile der Katalanen, dass ihr Spiel zwar aufreizend schön, aber nicht immer effizient genug ist.

Gefordert: Antizipationsfähigkeit und Spielintelligenz

Im Mittelfeld wird es von entscheidender Bedeutung sein, ob und wann die beiden zentralen Mittelfeldspieler, sehr wahrscheinlich Sami Khedira und Christian Träsch, ihre Gegner attackieren.

Lässt sich einer von beiden im falschen Moment locken, nutzt Barca die entstehende Lücke sofort für den einen vertikalen Pass, der dann Druck auf die Viererkette ausübt.

Geht einer der beiden den ab und an eingestreuten langen Sprint von einem der Barca-Mittelfeldspieler bis in den Sechzehner mit, wird es ebenfalls gefährlich. Normalerweise machen Xavi oder Andres Iniesta den Weg nicht, weil sie ein Anspiel erwarten - sondern nur, um im Mittelfeld einen Raum zu reißen, den die Kollegen dann mit einem Dribbling oder Pass durchschneiden.

Die Partie heute Abend wird von Khedira und Träsch eine ungemein hohe Antizipationsfähigkeit und Spielintelligenz erfordern. Oder, wie es Coach Christian Gross ausdrückt, "neben einer hohen Intensität auch eine gewisse Coolness". Der VfB müsse "noch kompakter stehen als im Hinspiel und noch aggressiver in die Zweikämpfe gehen".

Frei von Raum und Zeit

Dazu gehören auch kleine Fouls, die Barca den Rhythmus und im günstigsten Fall auch die Spielfreude rauben. "Die kleinen Spieler sind gut, wenn sie den Ball am Fuß haben, nicht wenn sie sich nach vorne kämpfen müssen", sagt der Barca-Übervater Johan Cruyff.

Je breiter Barca sein Angriffsspiel bekommt, desto gefährlicher wird es für den Gegner. Dann spielt Barcelona in einem Paralleluniversum, frei von Raum und Zeit, zu schnell und gedanklich zu flexibel für so ziemlich jeden Gegner der Welt.

Da trifft es sich aus Stuttgarter Sicht sehr gut, dass mit Xavi ein Teil des Hirns wegen einer Muskelverletzung in der Wade kurzfristig ausfällt.

Barcelona verzichtete im Hinspiel auf einen elementaren Baustein seines Spiels: Pep Guardiola ließ damals den formschwachen Thierry Henry auf der Bank, brachte mit Yaya Toure stattdessen einen defensiv orientierten Mittelfeldspieler und stellte Iniesta auf den linken Flügel.

Barca fehlte Tiefe im Angriffsspiel

Dadurch fehlte es Barca an zwei Dingen: Iniesta gehört der Tiki-Taka-Bande an. Er ist neben Xavi die zentrale Figur im schier endlosen Ballfluss - aber nicht der Spieler, der den langen Sprint in den freien Raum sucht.

Den Gästen fehlte vor drei Wochen schlicht eine wichtige Option, nämlich die Tiefe in ihrem Angriffsspiel. Henry ist der Spieler, der mit seiner Schnelligkeit den langen Ball fordert und Iniesta demzufolge eine überraschende Alternative bietet zum ewigen Hin und Her vor dem gegnerischen Strafraum.

Heute Abend wird der Franzose wohl auflaufen. Falls Henry doch auf der Bank sitzt, steht Pedro - der Henrys Qualität ebenso mitbringt - bereit.

Zum anderen war die für das Barca-Spiel wichtige Asymmetrie nicht erkennbar. Die Option für den langen Ball unterscheidet den linken Flügel vom rechten, wo Leo Messi die Zuspiele zumeist in den Fuß bekommt, um dann mit Tempo auf die Gegenspieler zuzugehen.

Chance über links

Mindestens genauso wichtig für Guradiola ist aber die Rückkehr von Dani Alves. Dem Brasilianer gehört die rechte Seite. Hierüber macht Barca am meisten Dampf, Alves rennt vor und zurück, hat als rechter Verteidiger so viele Offensivfreiheiten wie kaum ein anderer im Welt-Fußball.

Die linke Seite mit Eric Abidal (derzeit verletzt) und Maxwell, der gegen den VfB wieder beginnen wird, fällt da deutlich ab und ist vergleichsweise defensiv eingestellt.

Hier liegt aber auch die große, vielleicht sogar einzige Chance für den VfB. Zuletzt kassierte Barca vier Gegentore über seine rechte Abwehrseite. Alves war lange verletzt und scheint noch nicht ganz auf der Höhe.

Defensiv hat der Brasilianer Probleme, wenn ein Gegenspieler in seinen Rücken kommt. Das Stuttgarter Tandem Christian Molinaro und Alex Hleb funktionierte dagegen in den letzten Wochen teilweise vorzüglich, schon im Hinspiel setzten die beiden der Barca-Legende Carles Puyol auf der rechten Seite beherzt zu.

Wichtig: Kaltschnäuzigkeit

Vor allem Molinaro muss eine ähnliche Leistung abrufen wie im Hinspiel, als er hinten Messi stoppte und vorne immer wieder den Weg bis zur Grundlinie schaffte. Eine Mammutaufgabe im Camp Nou, vielleicht die anspruchsvollste seiner Karriere.

Die Statistik jedenfalls macht Mut: 16 der 37 Bundesligatore bereitete die linke Stuttgarter Seite vor, an zehn Treffern war Hleb mittelbar oder unmittelbar beteiligt, an acht davon Molinaro - und der ist ja erst seit der Winterpause in Stuttgart.

Dafür muss der VfB seine Konter aber besser ausspielen und abschließen als zuletzt. Gegen Barca im Hinspiel und in Bremen und auf Schalke vergeudeten die Schwaben jede Menge bester Gelegenheiten entweder im Ansatz oder beim finalen Abschluss.

"Wir brauchen Effizienz", sagt Gross. Viele Chancen wird Stuttgart nicht bekommen, ohne eine beeindruckende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor wird im Camp Nou nichts zu holen sein. Und ein Tor braucht der VfB so oder so.

Barca geht ja nach dem 1:1 aus dem Hinspiel mit einem Vorsprung in die Partie, bei Anpfiff sind die Katalanen schon weiter. Vielleicht liegt darin noch eine Chance für die Schwaben: Dass es Barca ruhig angehen lässt und es sich in seiner vermeintlichen Sicherheit ein wenig bequem macht.

Nicht wirklich handfest, aber womöglich ein kleiner Mosaikstein für das Wunder von Camp Nou.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Barcelona: Valdes - Dani Alves, Puyol (Milito), Pique, Maxwell - Busquets, Keita, Iniesta - Messi, Henry, Ibrahimovic

Stuttgart: Lehmann - Celozzi, Delpierre, Tasci, Molinaro - Kuzmanovic, Khedira, Hleb, Träsch (Gebhart) - Pogrebnijak, Cacau

Schiedsrichter: Alain Hamer (Luxemburg)

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