Nachbericht

Auf dem Wege der Besserung

Von dpa
Mittwoch, 19.09.2007 | 12:04 Uhr
Diego, Werder, Bremen, Real, Madrid, Champions League
© Getty
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Madrid - Vom Trainer der "Königlichen" geadelt, aber trotzdem unter Zugzwang: Werder Bremen muss nach dem 1:2 (1:1) bei Real Madrid gegen Olympiakos Piräus und Lazio Rom gewinnen, um in der Champions League auf Kurs zu bleiben. 

"Jetzt stehen wir in den beiden Heimspielen unter Druck", sagte Werder-Manager Klaus Allofs nach der fast schon traditionellen Auftakt-Niederlage in der europäischen Elite-Liga.

Der Stolz über ein unerwartet offen gestaltetes Spiel bei den favorisierten Spaniern und die lobenden Worte des neuen Real-Trainers Bernd Schuster konnte die Bremer deshalb nur wenig trösten. "Es ist schon Ärger da" gab Allofs zu: "Mit mehr Konsequenz im Abschluss wäre mehr möglich gewesen."

Das war tatsächlich die große Überraschung. Angesichts der vielen Ausfälle war es schließlich nicht zu erwarten, dass die Bremer Notelf das mit 120 Millionen Euro erneuerte Madrider Star-Ensemble so oft in Verlegenheit bringen kann.

Wäre mehr drin gewesen 

"Nach dem 1:1 stand es länger auf der Kippe", gestand Schuster, der sein erstes Champions-League-Spiel bei Real auf der Bank absolviert hatte. Voll Anerkennung sagte der deutsche Coach: "Werder war immer gefährlich, ich hatte das Gefühl, man muss immer aufpassen."

Auch wenn der Madrider Sieg "insgesamt verdient war", wie Bremens Coach Thomas Schaaf zu Recht sagte, wäre nach den drei Auftakt-Niederlagen in den vergangenen drei Jahren erstmals ein Premieren-Punkt möglich gewesen.

"Wir müssen die Konter konsequenter ausspielen, dann sieht das hier anders aus", sagte Werders Nationalspieler Per Mertesacker.

Stolz und Enttäuschung 

Da Bremen nach den frühen Toren durch Raul (16.) und Boubacar Sanogo (17.) die Chancen aber nicht nutzte, gab vor 63.500 Zuschauern im Stadion Santiago Bernabeu der Treffer des stets gefährlichen Ruud van Nistelrooy (74.) den Ausschlag. "Raul und van Nistelrooy sind ein tödliches Paar", schrieb die Zeitung "Marca".

"Ich bin nicht zufrieden, denn wir wollten hier einen Punkt holen", sagte der stark aufspielende und von Schuster mehrfach gelobte Diego. Auch Kapitän Frank Baumann klagte: "Ich bin sehr enttäuscht, weil wir wieder mit leeren Händen da stehen."

Andererseits hatten die zuletzt in der Bundesliga schwachen Bremer tatsächlich Grund, ein wenig stolz zu sein. "Das von vielen beschriebene Debakel haben wir verhindert", sagte Allofs. Und Schaaf kommentierte: "Wir haben viele Dinge richtig gemacht, die Anzahl der Tormöglichkeiten ist ein Beleg dafür. Es freut mich, wie die Mannschaft aufgetreten ist."

Fit für Stuttgart? 

Zum Chancenplus der Madrilenen, die im Mittelfeld schwach agierten und durch das Stürmerpaar Raul/van Nistelrooy für die meiste Gefahr sorgten, meinte der Werder-Coach: "So eine Mannschaft wie Real wird man nie beherrschen können."

Um Realismus bemüht war auch Mertesacker: "Uns mit Real auf eine Stufe zu stellen ist utopisch", sagte der Nationalspieler. "Man muss ja nur sehen, was sie mit Robben und Robinho für Spieler einwechseln - das macht es ja nicht einfacher."

Trotz der Niederlage hatte nicht nur Mertesacker im Vergleich zum 0:3 bei Borussia Dortmund deutliche Fortschritte erkannt. "Die Partie war ein wichtiger Fingerzeig für die Bundesliga in den kommenden Wochen", sagte der Verteidiger. Schon am kommenden Spieltag wartet das schwere Spiel gegen den deutschen Meister VfB Stuttgart auf die Bremer.

Schuster sieht viele Schwächen 

Dass die Bremer in Madrid einem Punkt nahe waren, lag an ihrem couragierten Auftreten, aber auch an den Schwächen der Gastgeber. "Die Mannschaft hat sich den Sieg erarbeitet", kommentierte Schuster den weitestgehend glanzlosen Auftritt seines Teams.

Zwar gewann Real das vierte Pflichtspiel mit seinem neuen Coach, doch die Schwächen im Defensiv-Bereich waren deutlich, und sie fingen im Mittelfeld mit dem enttäuschenden 27-Millionen-Einkauf Wesley Sneijder an. "Bremen hatte Chancen, auch durch dumme Abspielfehler von uns", sagte Schuster. Er stellte fest: "Wir sind noch nicht so weit, wie ich es mir vorstelle."

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