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Hertha BSC - 1. FC Köln: 2:1: Selke schießt Effzeh Richtung zweite Liga

Von Christian Schmidt
Selke drehte das Spiel gegen Köln im Alleingang.
© getty

Am 30. Spieltag der Bundesliga setzte sich Hertha BSC dank eines Doppelpacks von Davie Selke mit 2:1 (0:1) gegen den 1. FC Köln durch. Die Mannschaft von Trainer Stefan Ruthenbeck musste damit einen weiteren Rückschlag im Abstiegskampf verkraften und verpasste es, den Rückstand auf den FSV Mainz zwischenzeitlich auf drei Zähler zu verkürzen.

Hertha BSC startete offensiv ausgerichtet im 4-4-2-System und der Doppelspitze um Vedad Ibisevic und Davie Selke in die Partie, bereits in der ersten Minute verhinderte Kölns Timo Horn den frühen Rückstand.

Der FC trat im 4-1-4-1-System mit Pizarro als einziger Spitze an und war nach der anfänglichen Berliner Druckphase darum bemüht, das eigene Angriffsspiel breit anzulegen und über die Flügel zu forcieren. Auch Bittencourt und Osako interpretierten ihre Rolle in der offensiven Viererkette äußerst flexibel und waren ständig in Bewegung.

Ähnlich wie Hertha mied Köln aber auch das letzte Risiko und war auf sicheres Passspiel bedacht, um leichtfertige Ballverluste zu vermeiden. In Folge eines einfachen Abstoßes gelang Bittencourt schließlich der überraschende Führungstreffer, der für den verletzten Zoller eingewechselte Cordoba hatte per Kopf verlängert. Vor allem über die rechte Defensivseite, auf der Weiser verteidigte, präsentierte sich Hertha immer wieder anfällig für die Kölner Angriffe.

Ähnlich wie in der ersten Halbzeit war Hertha auch zu Beginn der zweiten Halbzeit das aktivere Team, Ibisevic und Selke sorgten in Co-Produktion für den Ausgleichstreffer. Nur drei Minuten später schockte Selke die Kölner mit seinem zweiten Tor, Ausgangspunkt war erneut eine Hereingabe von Marvin Plattenhardt.

Der Effzeh benötigte einige Minuten, um sich von diesem Doppelschlag zu erholen. Die Berliner zeigten sich mit der Führung offensichtlich zufrieden und zogen sich in die eigene Hälfte zurück, sodass der FC wieder die Spielkontrolle übernahm. Vor dem Berliner Tor agierte der FC bei den wenigen Chancen aber zu inkonsequent, Cordoba vergab frei vor Jarstein die größte Chance auf den Ausgleich. Gegen aufmerksam verteidigende Berliner musste Köln so eine weitere bittere Niederlage im Abstiegskampf verkraften.

Hertha BSC - 1. FC Köln: Die Highlights im Video

Die Daten zum Spiel Hertha BSC - 1. FC Köln

Tore: 0:1 Bittencourt (29.), 1:1 Selke (49.), 2:1 Selke (52.)

  • Im Jahr 2018 blieb Köln nur beim 0:6 in Hoffenheim ohne eigenen Treffer. In allen anderen zwölf Partien schoss der Effzeh immer mindestens ein Tor.
  • Jhon Cordoba war erstmals seit dem zweiten Spieltag Ende August 2017 gegen den HSV an einem Kölner Bundesliga-Tor beteiligt und gab wie damals für Sörensen die Torvorlage für Bittencourt.
  • Hertha kassierte erst das zehnte Gegentor im 13. Rückrundenspiel - nur die Bayern kassierten seit dem Jahreswechsel ebenso wenige Gegentreffer.
  • Die Berliner erzielten bereits ihr zwölftes und 13. Saisontor in der Viertelstunde nach der Halbzeit, das ist Ligahöchstwert.
  • Nach zuletzt drei Heimspielen und insgesamt 350 Minuten ohne Heimtor trafen die Berliner wieder in einem Bundesliga-Heimspiel.

Der Star des Spiels: Davie Selke (Hertha BSC)

In der ersten Halbzeit war der Stürmer noch weitestgehend abgemeldet, präsentierte sich in der zweiten Halbzeit aber als eiskalter Vollstrecker und drehte die Partie im Alleingang.

Der Flop des Spiels: Christian Clemens (1. FC Köln)

Gestattete im Verbund mit Sörensen bei beiden Berliner Treffern Marvin Plattenhardt zu viel Platz und gewann darüber hinaus nur einen seiner sechs Zweikämpfe. War auch in der Offensive kaum ein Faktor beim FC.

Der Schiedsrichter: Sören Storks

Sah sich in einer einfach zu leitenden Partie, in der beide Teams äußerst fair agierten, kaum vor echte Herausforderungen gestellt und war fast stets auf der Höhe des Spielgeschehens. Unglückliche Entscheidung aber, dass Hertha vor dem Ausgleichstreffer einen unberechtigten Einwurf zugesprochen bekam.

Die Reaktionen zu Hertha BSC - 1. FC Köln

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): "Wir sind aus der Halbzeit sehr gut herausgekommen. Ich bin froh, dass wir viele klare Torchancen gehabt haben. Zum Schluss haben die Jungs das 2:1 sehr gut verteidigt. Ich hoffe, damit ist unsere Blockade erst mal durch. Wir sind sehr zufrieden."

Stefan Ruthenbeck (Trainer 1. FC Köln): "Sehr emotional heute das Spiel. Die Mannschaft hat viel investiert und gekämpft bis zur letzten Sekunde. Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen. Im Laufe des Spiels haben wir es offener austragen können und machen das 1:0. Nach der Halbzeit waren wir nicht präsent in den Zweikämpfen, und durch einen Doppelschlag läufst du dann hinterher. Uns fehlt da etwas die Abgezocktheit vor dem Tor. Wenn wir eine andere Situation hätten, holen wir hier einen Punkt. Aber unter dem Druck, immer gewinnen zu müssen, ist es sehr schwierig."

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