Fussball

Doppelpacker Quaison schießt Mainz zum wichtigen Auswärtssieg bei Hertha BSC

Freitag, 16.02.2018 | 22:54 Uhr
Robin Quaison entschied die Partie durch einen Doppelpack

Der 1. FSV Mainz 05 hat einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf der Bundesliga eingefahren. Am 23. Spieltag gewann der Tabellen-16. durch einen Doppelpack von Robin Quaison auswärts bei Hertha BSC mit 2:0 (1:0) und setzte sich damit vorerst vom Hamburger SV und dem 1. FC Köln auf den direkten Abstiegsplätzen ab.

Die Mainzer lieferten von Beginn an das von Pal Dardai angekündigte Kampfspiel. Die Gäste liefen die Hertha aggressiv an, störten damit deren Spielaufbau und gewannen deutlich mehr Zweikämpfe. Entscheidend war, dass Mainz aus der 3-1-4-2-Grundordnung heraus die Kontrolle über das Zentrum hatte. Die Berliner Doppelsechs mit Fabian Lustenberger und Per Skjelbred kam überhaupt nicht ins Spiel. Die Hertha kam deshalb nur durch Fernschüsse und Standardsituationen zum Abschluss (in der ersten Halbzeit kein einziger Schuss aufs Tor).

Zwar fehlte es auch den Rheinhessen an spielerischen Mitteln, lange Bälle erwiesen sich jedoch als effektives Mittel, um zu Torchancen zu kommen - auch weil sich die Berliner Verteidiger mehrere Stellungsfehler (Stark vor Berggreens Chance, Torunarigha vor Quaisons Chance) erlaubten.

Nach der Pause reagierte Dardai auf die spielerische Armut und brachte Mitchell Weiser für Skjelbred. Zwar zeigten die Hausherren in der Folge zumindest Ansätze von vielversprechenden Kombinationen, blieben dabei jedoch anfällig für die Konter der Mainzer. Einen solchen schloss Quaison nach einem erneuten Zuordnungsfehler in der Hertha-Defensive zum 2:0 ab, in der 74. Minute hätte Gerrit Holtmann freistehend nach einem einfachen Steckpass von Yoshinori Muto sogar das dritte Tor erzielen können.

In der Folge des zweiten Gegentreffers war bei den Berlinern jeglicher Wille gebrochen. Offensiv fiel ihnen nichts mehr ein, defensiv ließen sie immer wieder nach dem gleichen Muster Abschlüsse des Gegners zu. Unter dem Strich geht das Ergebnis aufgrund des höheren Engagements und der besseren Spielanlage der Mainzer bei einem zeitgleich taktisch und kämpferisch enttäuschenden Auftritt der Hertha völlig in Ordnung.

Die Daten zum Spiel

Tore: 0:1 Quaison (40.), 0:2 Quaison (65.)

  • Zum fünften Mal blieb die Hertha in einer ersten Halbzeit in dieser Bundesliga-Saison ohne Schuss aufs Tor - nur Wolfsburg häufiger (siebenmal).
  • Mainz traf in fünf der letzten sechs Auswärtsspiele in der Bundesliga doppelt (dazu das 0:2 in Leverkusen am 20. Spieltag), hatte aber keines der vorherigen fünf Gastspiele (zwei Remis, drei Niederlagen) gewonnen.
  • Mainz gelang damit der erste Auswärtssieg seit beinahe einem Jahr. Zuletzt hatten die Rheinhessen am 25. Februar 2017 auf des Gegners Platz gewonnen (2:0 bei Bayer Leverkusen).
  • In keinem Spiel der laufenden Bundesliga-Saison hatte Mainz eine so schlechte Passquote (65 Prozent).

Der Star des Spiels: Robin Quaison

War von der indisponierten Hertha-Defensive nicht zu fassen. Gab die meisten Torschüsse aller Spieler ab (vier) und erzielte die beiden Tore, die die Partie entschieden.

Der Flop des Spiels: Per Skjelbred

Bekam auf der Doppelsechs neben Lustenberger keinen Zugriff aufs Spiel. Gewann nur zwei seiner neun Zweikämpfe, leistete sich mehrere Stellungsfehler und schaffte es nicht, Akzente nach vorne zu setzen. Wurde in der 56. Minute durch Mitchell Weiser ersetzt.

Der Schiedsrichter: Martin Petersen

Musste nach einer guten Stunde erstmals durchgreifen und gab Balogun für ein übertriebenes Einsteigen Gelb. Ansonsten wenig gefordert und jederzeit souverän.

Die Reaktionen der Trainer

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): "Wir haben die erste Halbzeit verschenkt. Der Gegner hat so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben. Mainz hat das clever gemacht."

Sandro Schwarz (Trainer FSV Mainz 05): "Wir waren heute sehr strukturiert und haben nur eine Torchance aus dem Spiel heraus zugelassen. Am Ende war unser Sieg sicherlich verdient. Das ist jetzt wieder eine Basis, auf die wir aufbauen können."

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