Geduldsspiel gewonnen! Bayern knackt Abwehrriegel tapfer verteidigender Kölner

Mittwoch, 13.12.2017 | 22:20 Uhr
Robert Lewandowski brachte die Bayern nach einer Stunde in Führung

Der FC Bayern München hat seine Tabellenführung in der Bundesliga auf neun Punkte ausgebaut. Am 16. Spieltag besiegte der Herbstmeister den 1. FC Köln zu Hause mit 1:0 (0:0). Der Rückstand des Schlusslichts auf den Relegationsplatz (Hamburger SV) beträgt mittlerweile zwölf Zähler.

Die Bayern dominierten die Partie von Beginn an und hatten über die gesamte Spielzeit Ballbesitz-Werte von über 80 Prozent. Die Kölner setzten alles auf defensive Stabilität, zogen sich gegen den Ball in eine tiefe 5-4-1-Grundordnung zurück, bei der sich einzig Lukas Klünter auf Höhe der Mittellinie als verkappter Stürmer positionierte. Selbst bei Ballgewinn rückten die Gäste nur mit zwei bis drei Spielern nach, sodass sie auch die sich bietenden Kontermöglichkeiten nicht ausspielen konnten.

Dieser Plan ging in der ersten Halbzeit auf, da die Bayern gegen die gut organisierte Defensive keine Lösungen fanden. Während in der Anfangsphase noch hohe Bälle hinter die Abwehr für Gefahr sorgten, versuchten es die Hausherren nach einer Viertelstunde nur noch mit Halbfeldflanken, Ecken und Freistößen, die der zentrale Kölner Abwehrblock jedoch häufig konsequent herausköpfte. Wenn die Münchner nach Ecken zum Kopfball kamen, setzten sie diese deutlich über Timo Horns Tor.

Nach der Pause stellte Jupp Heynckes auf volle Offensive um und brachte James Rodriguez und Kingsley Coman für Corentin Tolisso und Arturo Vidal. Die höhere Durchschlagskraft schlug sich direkt in den ersten Minuten in zwei großen Chancen nieder (Alaba, Lewandowski). Der Effzeh hatte wieder Gelegenheiten zum Konter, scheiterte aber erneut an der eigenen Unzulänglichkeit und Inkonsequenz.

Den Führungstreffer erzielten die Bayern schließlich mit dem Erfolgsrezept der Anfangsphase: Jerome Boateng spielte einen hohen Chipball an den Fünfer, Thomas Müller legte per Kopf ab und Lewandowski verwandelte. Durch den Rückstand war der Widerstand der Kölner gebrochen, die von nun an keine Gegenstöße mehr fuhren, dazu auch nicht mehr so griffig verteidigten und sich weniger akribisch positionierten. So ergaben sich weitere Chancen für die Münchner, die sie jedoch nicht mehr nutzten.

Die Daten zum Spiel

Tor: 1:0 Lewandowski (60.)

  • Erstmals seit 16. April 2016 erzielt Bayern in einem Bundesliga-Heimspiel vor der Pause kein Tor. Auch damals hieß es gegen Schalke nach 45 Minuten 0:0.
  • Thomas Müller bereitete in vier seiner letzten fünf Bundesliga-Einsätze ein Tor vor.
  • Rekord ausgebaut: Lewandowski traf in jedem der ersten acht Bundesliga-Heimspiele in dieser Saison - das gelang bisher keinem Bayern-Spieler in der Vereinshistorie.
  • In den letzten 64 Pflichtspielen in der Allianz Arena in Serie erzielte der FC Bayern ein Tor, eine längere Heimserie dieser Art hatten die Münchner nur von 1979 bis 1982 (77 Pflichtspiele). Zuletzt gelang im Mai 2015 beim 0:1 gegen Augsburg kein Tor.
  • Filip Kusic war der 29. Spieler, der für Köln in dieser Bundesliga-Saison zum Einsatz kam - kein anderes Team setzte so viele Spieler ein.

Der Star des Spiels: Jerome Boateng

Hatte die meisten Ballaktionen aller Spieler (134) und spielte mit Abstand die meisten Pässe (123), von denen 92 Prozent zum Mann kamen. Einer davon war der überragende Ball auf Müller vor dem Siegtor.

Der Flop des Spiels: Matthias Lehmann

Als zentraler Mittelfeldspieler kaum ins Spiel eingebunden, stand vor dem Gegentor zu tief und hinderte Boateng nicht an der Flanke. Gewann zudem nur 33 Prozent seiner Zweikämpfe.

Der Schiedsrichter: Daniel Siebert

Behielt stets die Übersicht. Auch als die Kölner mit fortlaufender Spieldauer immer ruppiger in die Zweikämpfe gingen, blieb er ein souveräner Spielleiter.

Die Reaktionen der Trainer

Jupp Heynckes (Trainer Bayern München): "Wir hätten viel zügiger, schneller, lebendiger, spritziger spielen müssen, besseres Passspiel, das Spiel verlagern, über außen kommen - nur: die Mannschaft war vom Kopf her nicht lebendig genug, spritzig genug, das hat alles viel zu lange gedauert. Aber solche Spiele hat man, wir haben ein Riesenprogramm hinter uns - und noch zwei wichtige Spiele vor uns."

Stefan Ruthenbeck (Trainer 1. FC Köln): "Die Jungs haben das gut gemacht und gut verteidigt. Auch das Gegentor hätten wir verteidigen können. Dennoch ist es ein verdienter Sieg - aber es wäre ein bisschen mehr möglich gewesen."

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