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RB Leipzig in der Bundesliga weiter ungeschlagen

Natürlich(er) Bayern-Jäger

Sonntag, 23.10.2016 | 23:45 Uhr
Auf die Hörner genommen: Wie weit geht es für RB Leipzig in dieser Saison nach oben?
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RB Leipzig baut seinen Rekord als bester Bundesliga-Neuling der Geschichte aus und bleibt dem FC Bayern auf den Fersen. Trainer Ralph Hasenhüttl und Sportdirektor Ralf Rangnick sehen sich (noch) nicht als Verfolger der Münchner. Erst in zwei Wochen will Rangnick eine Zwischenbilanz ziehen.

Eine einheitliche Linie ist wichtig, gerade bei einem Unternehmen wie Red Bull, das seine Corporate Identity über alle Geschäftsbereiche hinweg deutlich und mit großem Wiedererkennungswert platziert.

Wie gut bei RB Leipzig zurzeit alles aufeinander abgestimmt ist, zeigten auch die Statements von Trainer Ralph Hasenhüttl und Sportdirektor Ralf Rangnick nach dem 3:1-Sieg am Sonntag über Werder Bremen.

Unabhängig voneinander sprachen beide in bester Jürgen-Klopp-Manier von dem "dicken Brett", das es zu bohren galt und das es am nächsten Spieltag beim SV Darmstadt zu bohren gilt. Nicht nur einmal verwendeten Hasenhüttl und Rangnick dieses Bild.

Jagt Leipzig wirklich nur den Ball?

Es sollte verdeutlichen, wie schwer dieser Sieg doch war und viel Arbeit die Leipziger investieren mussten, um Werder niederzuringen. Und vor allem, dass RB-Siege in der Bundesliga keine Selbstverständlichkeit sind - auch wenn fünf Erfolge und drei Remis in den ersten acht Spielen diese Vermutung nahelegen.

RB hat mit dieser Serie den besten Start eines Neulings in der Geschichte der Bundesliga hingelegt - noch nie blieb ein Team zum Start so lange ungeschlagen - und sich damit auf Platz zwei geschoben. Gemeinhin wird der Mannschaft auf diesem Rang der Titel "Bayern-Jäger" verliehen, sofern die Münchner die Liga anführen, was in den letzten Jahren aber so gut wie immer der Fall war.

Die Verantwortlichen in Leipzig wehren sich bisher bestmöglich gegen diese Bezeichnung. "Das einzige, was wir jagen, ist der Ball", sagte Hasenhüttl noch vor dem Spiel gegen den Bremen. Rangnick wiederholte sein Credo: "Bayern spielt in einer anderen Liga."

Leipzig kann jeden schlagen

Das mag in Sachen individueller Qualität, Kaderbreite und Erfahrung sicher stimmen, aber, und das ist jetzt nicht die Erkenntnis dieses Spieltags, Leipzig ist kein gewöhnlicher Aufsteiger. Die Erkenntnis der ersten acht Spieltage ist dagegen, dass dieser ungewöhnliche Neuling mit seiner Spielweise nicht nur der 2. Liga entwachsen ist, sondern in der Bundesliga auch jede Mannschaft schlagen kann. Das musste am 2. Spieltag schon Borussia Dortmund erleben.

Dazu steht in Leipzig immer die Langzeitvision von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz im Raum, der sein Fußballprojekt möglichst schnell in der Champions League sehen und in den kommenden Jahren auch eine Meisterschaft feiern will.

In dieser Gemengelage fällt es natürlich schwer, die Erwartungen im Umfeld und in der Öffentlichkeit im Zaum zu halten. Durch die Zielsetzung Mateschitz' und die finanzielle Kraft, die hinter dem Projekt RB Leipzig steckt, hat sich der Klub zumindest langfristig selbst als natürlicher Bayern-Jäger positioniert.

Showdown kurz vor Weihnachten

Den aktuellen Lauf führt Rangnick auf die "gehörige Portion Aufstiegseuphorie" zurück und auf das "durch die neuen Spieler nochmal gestiegene Niveau". Klar ist mittlerweile auch, dass Leipzig mehr kann als laufintensives Pressing, Zweikämpfe und Umschaltspiel. Gegen Bremen kam RB auf rund 60 Prozent Ballbesitz, bei einer Passquote von 81 Prozent und 22 Torschüssen. Es war ein über weite Strecken dominanter, wenn auch nicht immer zwingender Auftritt.

Die Handschrift des Trainers Hasenhüttl ist erkennbar und bietet die logische Weiterentwicklung der von Rangnick gelegten Spielidee. "Die Trainerarbeit ist großartig", stellte Rangnick seinem Nachfolger ein erstes wohlwollendes Zwischenzeugnis aus.

Bei einer kompletten Zwischenbilanz will sich der 58-Jährige aber noch etwas mehr Zeit lassen: "Ich habe schon vor Beginn der Saison gesagt, dass die Tabelle erst nach dem 10. Spieltag eine Aussagekraft hat. Wenn wir nach dem 10. Spieltag immer noch da stehen, dann können wir sagen, dass wir auf einem richtig guten Weg sind."

Dem Auswärtsspiel in Darmstadt kommende Woche folgt ein Heimspiel gegen Mainz 05. Machbare Aufgaben, ehe ein schwerer Auswärtsdoppelschlag in Leverkusen und Freiburg auf dem Programm steht - jeweils Freitagabend. Übersteht RB auch diese Prüfungen, steuert die Bundesliga auf ein echtes Highlight kurz vor Weihnachten zu. Am letzten Spieltag vor der Winterpause reist RB Leipzig am 21. Dezember zum FC Bayern.

Leipzig - Bremen: Daten zum Spiel

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