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Bayern würgt Gladbach mit starker Halbzeit ab

Samstag, 22.10.2016 | 20:20 Uhr
Arturo Vidal brachte die Bayern mit dem Kopf in Führung
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Der FC Bayern München hat den Patzer von Borussia Dortmund am 8. Spieltag der Bundesliga genutzt und sich tabellarisch weiter abgesetzt. Gegen Borussia Mönchengladbach siegte der Meister 2:0 (2:0).

Arturo Vidal brachte die Bayern vor 75.000 Zuschauern in der Allianz Arena in der 16. Minute in Führung, Douglas Costa erhöhte noch vor der Pause (31.).

Die Serie von zuvor vier ungeschlagenen Bundesliga-Duellen gegen den FCB endete für Gladbach somit. Auch die Auswärtsbilanz der Fohlen liest sich weiter erschreckend: Nur eines der letzten 15 Liga-Spiele gewann Andre Schuberts Team in der Fremde.

Mit nun 20 Punkten haben die Bayern wieder drei Zähler Vorsprung auf die zweitplatzierte Hertha und bereits sechs auf Dortmund.

Die Reaktionen:

Carlo Ancelotti (Trainer Bayern München): "Die Spieler sind intelligent. Sie haben ihre Einstellung gegenüber dem Frankfurt-Spiel geändert und sehr gut im Angriff und der Verteidigung agiert. Vor allem in der ersten Hälfte war es ein richtig guter Vortrag."

Andre Schubert (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wir waren nicht in der Lage, gedanklich oder körperlich da zu sein. Wir müssen da schon an der Leistungsgrenze sein - das waren wir nicht."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Vier Wechsel gibt es bei Bayern im Vergleich zum 4:1 gegen Eindhoven: Martinez, Costa, Rafinha und Vidal starten anstelle von Boateng, Müller, Kimmich (alle Bank) und Lahm (nicht im Kader).

Im Vergleich zum 2:0 in Glasgow ersetzt bei der Borussia Johnson Traore (nicht im Kader).

9.: Rafinha spielt rechts den Doppelpass mit Robben und sprintet dem aufspringenden Ball hinterher in den Strafraum. Der Brasilianer spitzelt den Ball sehenswert über Vestergaard und zieht von halbrechts ab - Außennetz!

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15.: Alaba und Costa kombinieren sich links durch Gladbachs Abwehr, der Österreicher bringt den Ball auf den kurzen Pfosten. Lewandowski nimmt die Kugel an und chippt sie aus spitzem Winkel an den Außenpfosten.

16., 1:0, Vidal: Robben bedient rechts am Strafraum Rafinha, der flankt mit dem Rücken zum Tor an den Fünfmeterraum, wo Vidal einläuft und einköpft.

31., 2:0, Costa: Alabas Flanke von links segelt an den langen Pfosten, wo Wendt unter dem Ball durchspringt. Costa hat freie Schussbahn und nagelt das Ding aus zehn Metern ins kurze Eck.

71.: Johnson flankt von rechts an den langen Pfosten, wo sich Hahn hinter Martinez davonschleicht und den Ball aus vier Metern an den linken Pfosten schießt.

Fazit: Hochverdienter Sieg sehr dominanter Bayern, die das schwache Gladbach erst nach der Pause etwas am Spiel teilhaben ließen.

Der Star des Spiels: Xabi Alonso. Schob Bayerns ganz starkes (Gegen-)Pressing in der ersten Hälfte an und ordnete im Zentrum immer wieder das Spiel. Ruhepol, Ballverteiler und souveräner Zweikämpfer.

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Der Flop des Spiels: Oscar Wendt. Patzte folgenschwer vor dem 0:2, agierte zudem fast immer zu zögerlich gegen Robben und ließ den FCB-Flügelspieler gegenwehrlos agieren. Brachte sich nach vorne überhaupt nicht ein, daran änderte auch seine Versetzung ins Mittelfeld nichts. Entsprechend früh ausgewechselt.

Der Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees. Eigentlich eine einfache Partie für den Unparteiischen, da Gladbach überhaupt nicht in die Zweikämpfe kam und diese auch gar nicht suchte. Dennoch mit zwei Wacklern nach der Pause: In der 51. Minute hätte Lewandowski einen Elfmeter bekommen müssen, kurz darauf wäre Hahn frei durch gewesen, wenn Drees nicht fälschlicherweise ein vermeintliches Foul an Martinez geahndet hätte.

Das fiel auf:

  • Bayern dominierte und beeindruckte - vor allem die überforderten Gäste: Schon in der ersten Hälfte kam der Meister auf 74,9 Prozent Ballbesitz! Das Münchner Spiel war insgesamt sehr flügellastig, vor allem über Rafinha und Robben, das der Gladbacher geprägt von vielen langen Befreiungsschlägen in die Spitze. Die waren plan- und ziellos. Bezeichnend: Vor der Pause hatte Keeper Sommer die meisten Gladbacher Ballaktionen (28).
  • Die Gäste, die sich gegen den Ball im 4-4-2 sehr tief reindrängen ließen, bekamen überhaupt keinen Zugriff auf das sehr flüssige FCB-Offensivspiel. Selbst, wenn Gladbach den Ball mal gewann, war er spätestens drei Stationen später schon wieder weg, weil die Bayern direkt sehr hoch gegenpressten und immer wieder Fehlpässe der überforderten Gäste erzwangen.
  • Das war beim Meister auch der größte Unterschied zu den Defensivproblemen der vergangenen Wochen, als genau diese Entschlossenheit und Konsequenz fehlte. Die Bayern setzten das sogar so gut um, dass sie in der ersten Hälfte kein einziges Foul begehen mussten - erstmals seit detaillierten Datenerfassung durch Opta 2004/05.
  • Was Bayerns Ballbesitzspiel begünstigte, waren Gladbachs völlig in der Luft hängende Stürmer Stindl und Hahn. Die verteidigten zum Teil 20 bis 25 Meter vor den beiden defensiven Reihen und boten den Gastgebern in diesem Zwischenraum viel Platz, die Angriffe vorzubereiten. Auch rückte die Abwehr-Viererkette der Fohlen mehrfach zu weit raus - Bayern überbrückte das ganz simpel mit Chip-Bällen in die Spitze oder schnelle Verlagerungen auf die dann unbesetzten Außen.
  • Lewandowskis Spiel ändert sich durch Robben deutlich. Der Stürmer wird viel seltener im Zentrum gesucht oder als Wandspieler genutzt, weil Bayerns Spiel viel häufiger über rechts läuft und dann meistens mit einer Einzelaktion des Niederländers endet. Gleich mehrfach beschwerte sich Lewandowski bei Robben über die mangelnde Einbindung des Stürmers.
  • Nach der Pause zogen sich die Bayern etwas zurück und überließen den Gästen mehr Ballbesitz, ohne aber die Kontrolle zu verlieren. Gladbach kam so immerhin zu zwei gefährlichen Flanken aus dem Spiel heraus, mehr aber nicht.

Bayern - Gladbach: Die Statistik zum Spiel

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