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Köln trotzt der RB-Pressingmaschine

Sonntag, 25.09.2016 | 19:35 Uhr
Beide Teams schenkten sich in Sachen Zweikämpfe und Intensität nichts
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Der 1. FC Köln und RB Leipzig sind weiter ohne Niederlage in der noch jungen Saison. Zum Abschluss des 5. Spieltags der Bundesliga trennten sich beide Teams mit 1:1 (1:1).

Vor 49.968 Zuschauern im RheinEnergieSTADION sorgte Oliver Burke in der 5. Minute für den perfekten Start der Gäste aus Leipzig. Es war das erste Tor eines Schotten in der Bundesliga seit Brian O'Neil 1999 für Wolfsburg traf.

Nach 25 Minuten sorgte Yuya Osako mit einem starken Treffer für den Ausgleich und sicherte den Kölnern einen Punkt, wodurch der FC auf dem dritten Platz steht. Leipzig rutscht auf Rang sieben.

Der in der Schlussphase eingewechselte Timo Werner bestritt sein 100. Bundesligaspiel - mit 20 Jahren und sechs Monaten hat das zuvor noch kein Spieler geschafft.

Nachdem Kölner Fans den Mannschaftsbus der Gäste mit einem Sitzstreik behindert hatten, musste die Partie 15 Minuten verspätet angepfiffen werden.

Die Reaktionen:

Peter Stöger (Trainer Köln): "Wir sind sehr zufrieden mit diesem Punkt. Das Spiel hat mit dem frühen Gegentor nicht ideal für uns begonnen, und bei der Qualität des Gegners war klar, dass es schwierig wird zurückzukommen. Aber wir haben sehr schnell gute Lösungen gefunden. In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann etwas schwerer getan, das Remis geht in Ordnung."

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig): "Wir haben ein sehr temporeiches Spiel mit unterschiedlichen Phasen gesehen. Wir wollten den Gegner mit einem paar Umstellungen überraschen und hatten eine taktische Idee, die sehr gut funktioniert hat. Das Tor ist auf diese Weise gefallen. Aber es hat nicht lange gedauert, bis der Gegner sich darauf eingestellt hatte, dann wurde es für uns schwierig dagegenzuhalten. In der zweiten Halbzeit haben wir einen Ticken mehr den Sieg gesucht. Wir können stolz auf unser Spiel sein, das wir hier bei der Mannschaft der Stunde gemacht haben."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Nach dem 3:1-Sieg auf Schalke tauscht Kölns Coach Peter Stöger die komplette linke Seite im 4-4-2 aus. Rausch und Zoller rücken ins Team, Höger und Jojic müssen dafür auf der Bank Platz nehmen.

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Bei den Gästen aus Leipzig schmeißt Ralph Hasenhüttl ordentlich die Rotationsmaschine an. Nach dem 1:1 gegen Gladbach wird viermal getauscht: Poulsen, Bernardo, Demme und Werner fliegen aus der Startelf, Schmitz, Keita, Burke und Selke stehen von Beginn an auf dem Platz.

5., 0:1, Burke: Was für ein Traumstart für die Bullen! Die Leipziger holen sich im Kölner Spielaufbau den Ball, über Keita gelangt das Spielgerät zu Sabitzer, der am Sechzehner traumhaft zum Schotten durchsteckt. Sörensen versucht noch, den Schuss aus elf Metern zu blocken, fälscht die Kugel dann aber unhaltbar ins rechte Eck ab...

25., 1:1, Osako: Rausch bedient Osako von rechts im Strafarum. Der Japaner schlängelt sich mit einer starken Bewegung zwischen Orban und Compper hindurch und zimmer die Kugel vom linken Fünfereck absolut humorlos ins kurze Eck in den Winkel - ganz stark gemacht!

50.: Risse probiert's mal mit Gewalt aus gut 25 Metern, sein Schuss von rechts dreht sich noch gefährlich nahe Richtung Richtung Latte, streift aber knapp drüber!

Fazit: Gerechte Punkteteilung in einem Spiel zweier engagierter Mannschaften, die lediglich vor dem Tor Schwächen offenbarten.

Der Star des Spiels: Yuya Osako war gegen die großgewachsene Bullen-Abwehr der effektivere Spielertyp als Sturmkollege Modeste. Zwar in Sachen Passspiel hier und da schludrig, im Umgang mit dem Ball aber mit ein paar ganz feinen Aktionen. Bestes Beispiel: sein bärenstarkes Tor zum Ausgleich. Warf sich zudem in unverhältnismäßig viele Zweikämpfe, von denen der schmächtige Japaner über die Hälfte gewann.

Der Flop des Spiels: Willi Orban schien mit den stürmischen Kölnern das ein oder andere Mal überfordert. Fing sich zwar in Hälfte zwei, gewann unter dem Strich aber dennoch nur ein Drittel seiner Zweikämpfe und offenbarte Schwächen im Zusammenspiel mit Nebenmann Compper. Auch beim Tor zu passiv gegen Osako.

Der Schiedsrichter: Benjamin Cortus mit einer fast einwandfreien Vorstellung. Immer auf der Höhe, mit guter Körpersprache und stets dem richtigen Strafmaß. Verpasste es lediglich, nach Rudnevs Einsteigen gegen Keita (90.) auf Freistoß für Leipzig zu entscheiden.

Das fiel auf:

  • Die Teams der Stunde legten einen angemessenen Start hin: Beide Mannschaften zogen sofort ein brutales Pressing auf, was vor allem die Kölner Defensive anfangs vor große Probleme stellte. Die Bullen holten sich, wie vor der zwischenzeitlichen Führung, die Bälle rasant wieder und zerstörten das FC-Aufbauspiel zu Beginn quasi komplett.
  • Die Gastgeber kämpften sich allerdings nach einer knappen halben Stunde zurück ins Spiel und gewannen vor allem in Sachen Zweikämpfe an Dominanz. Am Ende der ersten Hälfte hatten die Kölner ein Plus von 60 Prozent und hielten die Leipziger so an der kurzen Leine.
  • RB zeigte sich taktisch variabel und wechselte immer wieder Formation und Positionen. Compper tauchte zeitweise als Ausputzer hinter der Viererkette auf, die in diesem Fall von Ilsanker komplettiert wurde. Auch offensiv wurde rotiert, Burke pendelte so zwischen linker Außenbahn und dem Zentrum.
  • In Hälfte zwei verlor das Spiel zwar nicht an Intensität und Engagement, sonder nahm die Präzision doch merkbar ab. Das Resultat: Trotz guter Vorträge beider Mannschaften gab es quasi keine klaren Torchancen mehr.

Köln - Leipzig: Die Statistik zum Spiel

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