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Später FCB-Doppelschlag bezwingt starkes S04

Freitag, 09.09.2016 | 22:19 Uhr
Ralf Fährmann bekam gegen die Bayern nur wenige Bälle aufs Tor
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Der FC Bayern München hat sich am 2. Spieltag der Bundesliga auch beim FC Schalke 04 durchgesetzt. Wie beim Auftaktsieg gegen Bremen blieb der Rekordmeister auch in Gelsenkirchen ohne Gegentor und gewann 2:0 (0:0).

Vor 62.271 Zuschauern in der ausverkauften Veltins Arena erzielte Robert Lewandowski erst in der 82. Minute die Führung für die Bayern. Es war sein viertes Bundesliga- und insgesamt bereits siebtes Pflichtspieltor in der noch jungen Saison. Der eingewechselte Joshua Kimmich entschied die Partie in der Nachspielzeit (90.+2).

Naldo bestritt sein 300. Bundesliga-Spiel. Nur zwei Brasilianer vor ihm erreichten diese Marke: Ze Roberto (336) und Dede (322). Matija Nastasic kam nach seinem Achillessehnenriss am 1. Spieltag der vergangenen Saison vor 391 Tagen erstmals wieder zum Einsatz.

Die Reaktionen:

Markus Weinzierl (Trainer Schalke): "Schade, denn es war eine sehr engagierte Leistung von uns. Wir waren nicht schlechter und haben Bayern vor viele Aufgaben gestellt. Unterm Strich haben wir 80 Minuten gut ausgesehen. Genauso müssen wir in den kommenden Partien agieren, dann werden wir auch punkten. Der Unterschied war die Effektivität. Wir hatten Pech, als der Ball von Klaas-Jan Huntelaar nur an die Latte geklatscht ist. Bayern hat es durch Robert Lewandowski dann gut gemacht. Am Ende haben wir dann noch einen Konter bekommen. Das passiert im Fußball."

Carlo Ancelotti (Trainer FC Bayern): "Es war das erwartet schwere Spiel gegen den erwartet schweren Gegner. Schalke hat uns viele Schwierigkeiten bereitet. Schalke war in der ersten Halbzeit etwas besser, wir nach dem Seitenwechsel. Am Ende haben wir die Geduld gehabt und in der Schlussphase noch einmal die Schlagzahl erhöht. Nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel der Saison fahren wir zufrieden nach Hause."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Schalke startet nach dem 0:1 in Frankfurt zum Saisonauftakt mit gleich fünf Neuzugängen in der Startelf: Naldo, Konplyanka, Stambouli, Bentaleb und Baba stehen in der Startelf. Auch Nastasic kehrt nach über einem Jahr Verletzungspause in die Bundesliga zurück. Weinzierl lässt bei seiner Heimpremiere nur fünf Spieler aus der Startelf vom 0:1 in Frankfurt wieder von Anfang an ran: Fährmann, Höwedes, Choupo-Moting, Huntelaar und Naldo.

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Beim FC Bayern gibt es nur eine Veränderung gegenüber dem 6:0 gegen Bremen: Renato Sanches feiert sein Pflichtspieldebüt für die Münchner und spielt anstelle von Vidal (Bank).

19.: Choupo-Moting flankt von links unbedrängt in den Strafraum, wo Goretzka ebenso frei zum Kopfball kommt. Die Richtung ist gut, allerdings kann Alaba kurz vor der Linie gerade noch klären.

27.: Schiedsrichter Gräfe muss behandelt werden, nachdem er im Strafraum umgeknickt ist. Dem Unparteiischen wird die Wade bandagiert. Der Vierte Offizielle Frank Willenborg läuft sich warm, dann macht Gräfe allerdings weiter.

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38.: Baba setzt sich auf links ganz stark durch und schickt am Strafraum Konoplyanka. Der zieht an den Fünfer und will quer legen, Neuer stochert aber im letzten Moment dazwischen.

56.: Schalke stellt die Bayern weit vorne zu und erzwingt nach Hummels' langem Pass den Ballverlust. Die Kugel kommt postwendend zu Huntelaar, der aus gut 22 Metern abzieht und die Latte trifft! Neuer war mit den Fingerspitzen noch dran.

67.: Huntelaar stößt in einem Luftzweikampf mit Thiago zusammen. Der Stürmer ist zu benebelt, um weiterzumachen. Meyer kommt.

74.: Das hätte das 0:1 sein müssen! Alaba bringt den Ball von links ganz scharf rein, alle rutschen im Strafraum vorbei. Am langen Pfosten kommt Lewandowski angerauscht - die Kugel springt ihm fünf Meter vor dem Tor gegen den Oberschenkel und geht knapp drüber.

81., 0:1, Lewandowski: Martinez treibt den Ball durch das Zentrum und spielt den Ball im richtigen Zeitpunkt perfekt in die Schnittstelle zu Lewandowski. Der nimmt den Ball mit und bleibt vor Fährmann verdammt cool!

89.: Der eingewechselte Costa steckt am Strafraum zu Lewandowski durch, der diesmal den Ball rechts am Tor vorbeischiebt.

90.+2, 0:2, Kimmich: Bayern schaltet schnell um, Costa schickt Lewandowski. Der legt am Strafraum rechts auf Kimmich. Der Joker schließt aus spitzem Winkel von rechts ab, der Ball schlägt unten links ein.

Fazit: Ärgerlich aus Schalker Sicht, gnadenlos die Bayern. Die Gastgeber stellten die Räume stark zu und waren das aggressivere Team. Bei Huntelaars Lattenkracher fehlte nur das nötige Glück.

Der Star des Spiels: Javi Martinez. Bewies nicht nur beim ersten Tor, dass er über einen ganz starken Spielaufbau verfügt, sondern leistete sich insgesamt keinen Fehler. Gewann völlig unaufgeregt über 70 Prozent seiner Zweikämpfe und kam auf sehr gute 84 Ballaktionen.

Der Flop des Spiels: Renato Sanches. Traute sich wenig nach vorne und wenn doch, dann landete der Ball einige Male viel zu einfach beim Gegenspieler. Leistete sich im Zentrum zwölf Ballverluste und lud Schalke so zum Kontern ein. Wirkte zuweilen noch recht nervös.

Der Schiedsrichter: Manuel Gräfe. Die Gelben Karten, die er verteilte, waren alle nachvollziehbar. Aus Hummels' Sicht glücklich, dass nach seinem Einsteigen gegen Konoplyanka (38.) nicht auf Elfmeter entschieden wurde. Gräfe hatte seine auffälligste Szene allerdings bei seiner eigenen Verletzungsunterbrechung in der ersten Hälfte - das unterstreicht die insgesamt gute Leistung.

Das fiel auf:

  • Ancelotti ließ wie schon zum Bundesliga-Auftakt im 4-3-3 spielen. Sanches nahm im Dreier-Mittelfeld die halblinke Position neben Alonso ein. Dem Portugiesen war die Nervosität in der ersten halben Stunde noch anzumerken: Der 19-Jährige leistete sich im Spielaufbau einige einfache Ballverluste und kam auch in der Folge nicht richtig ins Spiel. Der Neuzugang konnte nur wenig zu Bayerns Vertikalspiel beitragen.
  • Schalke, das in einer 4-2-3-1-Grundordnung begann, war auffällig darum bemüht, die Passwege zu Alonso hin und von ihm weg zuzustellen. Der Spanier sollte aus dem Aufbauspiel des Rekordmeisters genommen werden, dafür sorgten Huntelaar und Goretzka, die permanent doppelten.
  • Die Neuzugänge Bentaleb und Stambouli bildeten Schalkes aggressive Doppel-Sechs - das Zusammenspiel gab es 2014/15 schon siebenmal bei Tottenham Hotspur. Insgesamt hielten die Schalker ihre Ketten sehr kompakt beisammen (gegen den Ball im 5-4-1) und gaben den Bayern nur wenige Möglichkeiten, schnell umzuschalten. Die Gastgeber wirkten auch mit Ball entschlossener und zielstrebiger als die Bayern. Nach 22 Minuten hatte Weinzierls Elf schon mehr Schüsse (5) abgegeben als Bremen am 1. Spieltag im kompletten Spiel (4).
  • Die Intensität des Spiels beschränkte sich vor allem auf den Raum zwischen beiden Strafräumen. Das untermauert auch die Statistik, dass beide Teams in der ersten Hälfte keinen Schuss aufs Tor brachten. Schalke hatte in dem Raum aber eine höhere Präsenz in den Zweikämpfen und forderte die Bayern extrem, die selten Lücken fanden.

Schalke - Bayern: Die Statistik zum Spiel

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