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3:0! RB bestraft Hradecky-Blackout gnadenlos

Samstag, 21.01.2017 | 20:17 Uhr
Timo Werner erzielte per Kopf das 2:0
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RB Leipzig ist erfolgreich ins Bundesliga-Jahr 2017 gestartet. Im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt setzten sich die Roten Bullen am 17. Spieltag der Bundesliga 3:0 (2:0) durch. RB agierte fast über die gesamte Spieldauer in Überzahl.

Vor 42.558 Zuschauern in der Red Bull Arena geriet Frankfurt bereits nach 131 Sekunden in Unterzahl, weil sich Keeper Lukas Hradecky zu einem Handspiel außerhalb des Strafraums verleiten ließ und damit eine klare Torchance verhinderte. Es war der zweitfrüheste Platzverweis der Bundesliga-Geschichte: Nur der Kölner Mohamad flog im August 2010 schneller vom Platz (nach 93 Sekunden). Eintracht-Ersatzkeeper Heinz Lindner kam so zu seinem Bundesliga-Debüt.

Im Anschluss an die Szene erzielte Marvin Compper, der erstmals seit dem 11. Spieltag wieder zum Einsatz kam, die Leipziger Führung (6.). Timo Werner erhöhte noch vor der Pause (45.+4), Jesus Vallejos Eigentor war die endgültige Entscheidung (67.).

Leipzig bleibt zuhause in der Bundesliga weiter ungeschlagen. Die letzten sechs Heimspiele gewannen die Sachsen allesamt. Damit beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München wieder drei Punkte.

Es war das erste Pflichtspiel-Aufeinandertreffen der beiden Teams und gleichzeitig die 904. Paarung in der Bundesliga-Geschichte.

Die Reaktionen:

Ralph Hasenhüttl (Trainer Leipzig): "Wichtig war, dass wir nach dem Platzverweis sofort das Tor gemacht haben. Die halbe Stunde vor der Halbzeit haben wir nicht mehr gut gespielt, aber das 2:0 gemacht."

Niko Kovac (Trainer Frankfurt): "Nach der Roten Karte und dem Freistoß, der zum 1:0 führte, war nichts mehr zu machen. Man muss schnell handeln nach einer solchen Situation. Das Spiel war sehr früh gegessen, deshalb will es nicht überbewerten."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bei Leipzig gibt es nur eine Änderung im Vergleich zum 0:3 in München. Für den gesperrten Forsberg spielt Compper.

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Auch bei der Eintracht nur ein Wechsel: Für den verletzten Fabian spielt Hector.

3., Rote Karte, Hradecky: 131 Sekunden gespielt und Frankfurt ist in Unterzahl! Bei einem langen Ball kommt Hradecky aus dem Kasten und rutscht aus. Im Fallen fängt er außerhalb des Strafraums vor dem anstürmenden Poulsen den Ball. Klare Rote Karte! Heinz Lindner kommt für Hrgota und feiert sein Bundesliga-Debüt.

6., 1:0, Compper: Direkt im Anschluss an die Rote Karte das 1:0! Halstenberg zirkelt den Freistoß aus 21 Metern scharf Richtung linken Winkel, Lindner kratzt den Ball trotz Kaltstart sehenswert von der Linie. Den Nachschuss haut Compper allerdings rein!

10.: Fast das 2:0! Sabitzer setzt sich rechts im Strafraum durch und bringt den Ball scharf an den Fünfmeterraum. Poulsen drückt die Kugel direkt aufs Tor, Lindner rettet mit einem starken, aber auch etwas glücklichen Fußreflex.

13.: Wieder stark von Lindner! Sabitzer spielt den Ball von rechts wieder mit Druck in den Strafraum, diesmal kommt Werner aus zehn Metern zum Abschluss. Lindner ist ganz schnell unten und wehrt ab.

25.: Die Riesenchance zum 1:1! Rebic setzt sich im Tempodribbling im Zentrum gegen zwei Gegenspieler durch und läuft alleine auf Gulacsi zu. Beim Abschluss hat der herangestürmte Bernardo im letzten Moment noch den Fuß dazwischen. Den doppelten Nachschuss pariert Gulacsi zweimal stark.

34.: Rebic fackelt am linken Strafraumeck nicht lange und schlenzt die Kugel Richtung rechten Winkel. Gulacsi lenkt den Ball noch zur Ecke.

45.+4, 2:0, Werner: Keita bringt einen Freistoß aus dem linken Halbfeld ans kurze Fünfereck, wo Werner von Chandler alleine gelassen wird und den Ball über den Scheitel neben den langen Pfosten rutschen lässt.

67., 3:0, Vallejo (ET): Erst scheitert Keita zentral vor Lindner am gut reagierenden Schlussmann. Selke macht die Situation wieder scharf, bringt die Kugel zu Halstenberg und dessen Abschluss bugsiert Vallejo unglücklich ins eigene Tor.

90.+1: Selke wird steil geschickt, überrennt Lindner und schiebt zum 4:0 ein. Aytekin gibt das Tor nicht, da er das Spiel wohl schon abgepfiffen hatte - ohne Nachspielzeit.

Fazit: Die spielentscheidende Szene ereignete sich bereits kurz nach Anpfiff. RB nutzte die Überzahl mit seinen Stärken gnadenlos aus. Dennoch mutige Frankfurter rannten ins offene Messer.

Der Star des Spiels: Willi Orban. Stand hinten bockstark (gewann 78,9 Prozent seiner Zweikämpfe), trieb das Leipziger Spiel aber auch mit richtig guten Spieleröffnungen (89 Prozent angekommene Pässe) an. Auch stark: Naby Keita.

Der Flop des Spiels: Lukas Hradecky. Durch seinen unglücklichen Blackout nach zwei Minuten gab der Keeper den Verlauf des Spiels unfreiwillig vor - zum Nachteil seines Teams, das fast 90 Minuten lang in Unterzahl hinterherrannte.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin. Ahndete Hradeckys Handspiel zurecht mit Rot, ließ beim bereits gelbbelasteten Rebic nach dessen Ellbogeneinsatz gegen Demme in der ersten Hälfte aber Gnade walten. Ansonsten fehlerfrei. Das Zurückpfeifen Selkes Tor in der Nachspielzeit war jedoch zumindest fragwürdig.

Das fiel auf:

  • Frankfurt schob ab Anpfiff weit nach vorne und spielte RB damit in die Karten. Der erste gefährliche Konter führte gleich zur Roten Karte, die bei tieferer Staffelung durchaus hätte verhindert werden können. Doch auch in Unterzahl agierten die Hessen sehr hoch und luden die Gastgeber so ein, ihre Stärke auszuspielen: Extrem schnelles, überfallartiges Umschalten in die Spitze.
  • So kam RB vor allem über die rechte Seite schnörkellos in den Strafraum, wo stets mindestens ein Leipziger Abnehmer für die Hereingaben zu finden war. Jedoch war Leipzig über weite Strecken auch zu einem geduldigeren Spielaufbau gezwungen. Denn: Durch die Überzahl kamen die Sachsen schon in der ersten Hälfte auf für Leipziger Verhältnisse extrem hohe 71 Prozent Ballanteile.
  • Angriff ist die beste Verteidigung: In Ballbesitz spielte Frankfurt mutig und selbstbewusst nach vorne - die schnellen Vorstöße rissen auch immer wieder Lücken in die RB-Defensive. Das dämpfte Leipzigs Offensiv-Euphorie Mitte der ersten Hälfte deutlich.
  • Der heißblütige Rebic war der auffälligste Eintracht-Spieler. Das hatte nicht nur mit seinen guten Offensivszenen zu tun, sondern auch mit seiner Zweikampfführung an der Grenze des Erlaubten.
  • Nach der Pause verwaltete RB die Führung souverän und setzte nur noch Nadelstiche. Die kamen allerdings in den richtigen Momenten - wie beim 3:0.

Leipzig - Eintracht Frankfurt: Die Statistik zum Spiel

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