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Fussball

BVB zittert sich zum Sieg gegen zehn Bremer

Für dieses Foul an Marco Reus sah Werder-Torhüter Jaroslav Drobny Rot

Borussia Dortmund hat das erste Spiel nach der Winterpause gewonnen. Bei Werder Bremen setzte sich das Team von Trainer Thomas Tuchel mit 2:1 (1:0) durch.

Vor 42.100 Zuschauern im Weserstadion brachte Andre Schürrle den BVB mit seinem ersten Liga-Treffer in schwarz-gelb in Führung (5.). In der 39. Minute sah Werders Torhüter Jaroslav Drobny in seinem 200. Bundesligaspiel die Rote Karte nach einem rüden Foul an Marco Reus.

In Unterzahl gelang Fin Bartels mit einem starken Solo der Ausgleich (59.), doch Lukasz Piszczek bescherte der Borussia den Sieg (71.).

Für Dortmund war es der zehnte Sieg in den letzten elf Spielen gegen Werder und der erste Erfolg nach zwei Remis in Folge. Damit endete Bremens Serie von fünf ungeschlagenen Spielen.

Die Reaktionen:

Alexander Nouri (Trainer Bremen): "Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass viele Dinge heute gegen uns gelaufen sind. Vom Resultat her ist es extrem bitter, aber wir können auch positive Dinge aus dem Spiel herausziehen. Wir haben mit Herz und Leidenschaft gefightet. Diese Prinzipien sollten wir mit voller Überzeugung weiter auf den Platz bringen."

Thomas Tuchel (Trainer Dortmund): "Wir haben in der ersten Viertelstunde das zweite Tor verpasst und dann ohne ersichtlichen Grund den Zugriff auf das Spiel verloren. Vielleicht müssen wir anerkennen, dass wir dieses Jahr nicht so stabil sind. Aber es fühlt sich dennoch top an, mit einem Sieg gestartet zu sein."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Drei Änderungen bei Bremen gegenüber dem letzten Spiel 2016 (1:1 in Hoffenheim): Neuzugang Delaney, Fritz und Bartels spielen für Veljkovic (Bank), Junuzovic und Bargfrede (beide verletzt).

Dortmund hat gegenüber dem 1:1 gegen Augsburg sogar fünfmal umgestellt: Sokratis, Piszczek, Castro, Reus und Schürrle spielen für Bartra, Dembele, Götze (alle Bank), Aubameyang (Afrika-Cup) und Merino (nicht im Kader).

5., 0:1, Schürrle: Was für ein Fehler von Werder! Gnabry spielt Schürrle aus dem Mittelfeld den Ball perfekt in den Lauf. Der umkurvt im Strafraum Drobny und schiebt aus neun Metern von halblinks mit links ein. 1. Saisontor!

11.: Schürrle mit der Direktabnahme mit links aus 16 Metern. Drobny kratzt das Ding mit den Fingerspitzen aus dem rechten unteren Eck.

18.: Erstmals Werder. Pizarro klaut Weigl im Mittelfeld den Ball. Dann geht's über links nach vorne. Garcia bedient Kruse im Zentrum, der auf rechts Bartels im Strafraum freispielt. Dessen Schuss aus 14 Metern faustet Weidenfeller weg.

27.: Gnabry muss gehen, er fühlte sich schon morgens unwohl, Veljkovic kommt.

35.: Nach einem Freistoß aus dem linken Halbfeld bringt Dortmund den Ball nicht weg. Delaney schließt aus der Drehung aus elf Metern mit links ab, Weidenfeller rettet per Fußabwehr. Den Nachschuss setzt Moisander vom linken Fünfereck in Rücklage drüber.

39., Rot für Drobny (Werder): Castro spielt einen langen Ball hinter die Werder-Abwehr, Reus entwischt und wird von Drobny 25 Meter vor dem Tor mit gestrecktem Bein in die Hüfte niedergestreckt.

42.: Pizarro geht runter und Wiedwald geht ins Tor.

45.+2: Fritz wackelt am Strafraum Ginter aus und hämmert den Ball aus 17 Metern an die Unterkante der Latte. Der Ball springt deutlich vor der Linie wieder auf und der BVB klärt.

58.: Kagawa mit einem perfekten Pass in den Rücken von Veljkovic auf den startenden Reus. Der schließt aus zehn Metern mit links von halblinks flach ab. Wiedwald wehrt mit dem Fuß ab. In der Mitte wäre Schürrle für den Querpass bereit gestanden.

59., 1:1, Bartels: Nach einem Einwurf an der Mittellinie kommt Bartels an den Ball. Der tunnelt Ginter und ist plötzlich durch. Im Laufduell schüttelt er Sokratis ab und schiebt aus 14 Metern rechts unten ein.

69.: Ginter mit einem hohen Ball gegen die aufrückende Werder-Abwehr. Reus stielt sich davon und köpft den Ball im Rückwärtslaufen vom linken Fünfereck knapp am rechten Pfosten vorbei.

71., 1:2, Piszczek: Ein abgefälschter Schuss von Guerreiro fliegt als Bogenlampe in den Strafraum. Sane hebt das Abseits auf und Piszczek legt den Ball aus sechs Metern an Wiedwald vorbei ins Tor.

Fazit: Nach einer starken Anfangsviertelstunde ließ der BVB stark nach und hatte auch in Überzahl Probleme. Am Ende ein glücklicher Sieg.

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Der Star des Spiels: Andre Schürrle. War der Motor der starken Dortmunder Anfangsphase und erzielte endlich seinen ersten Treffer. Mit seinen Läufen und seinem Tempo eine ständige Bedrohung für Werder, auch wenn er wie die gesamte Mannschaft nicht über 90 Minuten glänzte.

Der Flop des Spiels: Lamine Sane. Baute im Laufe der Partie enorm ab und wirkte am Ende platt. Ließ sich in vielen Duellen zu einfach abkochen und hob vor dem 1:2 das Abseits auf.

Der Schiedsrichter: Daniel Siebert. Nicht immer Herr der Lage in einer hektischen Partie und mit vielen Fehlern in der Zweikampfbewertung. Die Rote Karte für Drobny war korrekt, sein Assistent erkannte auch die Spielsituation in der Entstehung richtig (kein Abseits).

Das fiel auf:

  • Enorme Intensität, hohes Tempo und sicher im Passspiel. Der BVB begann stark und ließ Werder in der ersten Viertelstunde keine Luft zum Atmen (6:0 Torschüsse). Die Bremer machten unter diesem Druck viele Fehler und hatten Glück, nicht höher in Rückstand zu liegen. Wie so oft konnten die Dortmunder ihr Spiel aber nicht durchziehen und Werder kam besser in die Partie.
  • In Abwesenheit von Aubameyang begann Schürrle im Sturmzentrum. Er wich aber auch immer wieder auf die Flügel aus, so dass Reus die Position in der Mitte besetzt. Das Zusammenspiel der beiden Nationalspieler funktionierte gut und brachte dem BVB gute Möglichkeiten ein.
  • Werder-Trainer Nouri korrigierte seine Aufstellung nach nicht einmal einer halben Stunde. Gnabry musste runter und Veljkovic rückte als Rechtsverteidiger in die Viererkette. Die Bremer spielte fortan nicht mehr im 3-5-2, sondern im 4-4-2. Mit der Roten Karte war aber auch diese Formation wieder hinfällig, aber Werder blieb trotzdem griffig.
  • In Überzahl ließ Dortmund jeglich Souveränität vermissen. Von klarem Positionsspiel und Kontrolle war nichts zu sehen. Der BVB ließ sich gegen zehn Bremer auf einen offenen Schlagabtausch ein und wurde mit dem Ausgleich bestraft. Am Ende brachte eine glückliche Situation doch noch den Sieg.

Bremen - Dortmund: Die Statistik zum Spiel

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