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Last-Minute-Reus! BVB punktet in Köln

Marco Reus erzielte das späte Ausgleichstor für Dortmund

Borussia Dortmund hat nach einer Champions-League-Woche erneut keinen Sieg in der Bundesliga eingefahren. Dank eines späten Ausgleichstreffers spielte der BVB am 14. Spieltag beim 1. FC Köln 1:1 (0:1).

Vor 50.000 Zuschauern im RheinEnergieStadion erzielte Artjoms Rudnevs per Kopf nach einer Freistoßflanke von Jonas Hector die 1:0-Führung für die Hausherren (28.). Der Lette traf damit in seinem zehnten Spiel für die Kölner erstmals.

In der 79. Minute hatten die Hausherren allerdings Glück, als Schiedsrichter Felix Zwayer ein Handspiel von Mergim Mavraj an der Strafraumlinie nicht ahndete.

Auf Vorarbeit des eingewechselten Adrian Ramos glich Marco Reus in der 90. Minute doch noch aus.

Pierre-Emerick Aubameyang gab erstmals seit dreieinhalb Jahren in einer Partie, in der er 90 Minuten durchspielte, keinen Torschuss ab.

Seitdem Peter Stöger Trainer bei den Domstädtern ist, sind diese gegen Dortmund noch ungeschlagen.

Die Reaktionen:

Peter Stöger (Trainer 1. FC Köln): "Wir sind ein wenig traurig, dass der Schiri nicht zwei, drei Minuten vorher abgepfiffen hat. Sonst ist alles gut. Ich bin natürlich sehr, sehr zufrieden, wie die Jungs aufgetreten sind. Dass wir so ein Spiel abliefern, bestätigt mich darin, warum ich so gerne mit dieser Mannschaft zu arbeiten. Es war unabhängig vom Ergebnis wichtig, dass wir nach dem 0:4 in Hoffenheim gezeigt haben, dass wir bereit sind für die Spiele bis Weihnachten."

Thomas Tuchel (Trainer Borussia Dortmund): "Heute ist das Kompliment viel größer als der erhobene Zeigefinger. Der Rückstand hat die Aufgabe sehr verkompliziert. Aber wir haben uns reingebissen und sind spät belohnt worden. Du musst auch mal konstatieren: Okay, dann ist es an diesem Tag eben ein Punkt, du nimmst ihn und fährst nach Hause."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Nach dem 0:4 in Sinsheim nimmt Stöger drei Änderungen an seiner Startformation vor. Die verletzten Risse (Kreuzbandriss) und Zoller (Schulterverletzung) sowie Rausch (Bank) machen Platz für Olkowski, Höger und Rudnevs.

Beim BVB gibt es nach 2:2 in Madrid ebenfalls drei Änderungen. Ginter, Durm und Reus spielen anstelle von Pulisic, Bartra und Schürrle.

3.: Rudnevs schiebt Sokratis im BVB-Strafraum mit fairem Körpereinsatz zur Seite und legt dann zurück zum Elfmeterpunkt. Dort kommt Özcan herangerauscht, trifft das Leder jedoch nicht richtig und zieht rechts über den Kasten.

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28., 1:0, Rudnevs: Hector schlägt einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld mit links scharf in den Sechzehner. Rudnevs hat sich von Durm und Schmelzer gelöst und köpft das Leder ins rechte Eck. Weidenfeller wird auf dem falschen Fuß erwischt und kommt nicht mehr dran.

50.: Der FC vergibt die große Chance auf das 2:0! Nach einem schlampigen Fehlpass von Castro schickt Osako Modeste in den freien Raum. Der Angreifer geht in den Sechzehner. Statt zum mitgelaufenen Rudnevs abzulegen, der in der Mitte mitgelaufen ist, umkurvt der Franzose Weidenfeller und schiebt dann von rechts aus spitzem Winkel ans Außennetz.

74.: Dembele steckt rechts in den Strafraum auf Reus durch. Der fackelt nicht lange und zieht aus spitzem Winkel ab, doch Kessler ist da und faustet zur Ecke. Erster Torschuss des BVB seit der 4. Minute.

90., 1:1, Reus: Mit dem ersten stark ausgespielten Angriff gleicht der BVB doch noch aus. Dembele setzt sich im Zweikampf durch und schickt Ramos rechts zur Grundlinie. Dieser legt in den Rückraum, wo Reus völlig frei steht und flach ins kurze Eck abschließt.

90., Gelb-Rote Karte, Özcan: Der Youngster rennt Dembele neben dem Sechzehner um. Er war verwarnt, folgerichtig gibt es den Platzverweis.

Fazit: Zwar hatte Dortmund bis zum Ende der Partie deutliche Feldvorteile. Die Kölner waren jedoch zu jeder Zeit das gefährlichere Team. Am Ende wurde Tuchel für seinen offensiven Wechsel belohnt.

Der Star des Spiels: Marco Reus. In einer schwachen Dortmunder Offensive war er der größte Lichtblick. Strahlte als einziger Akteur Gefahr aus, gewann 65 Prozent seiner Zweikämpfte und gab drei Torschüsse ab - darunter der wichtige Ausgleichstreffer in der 90. Minute.

Der Flop des Spiels: Pierre-Emerick Aubameyang. Fiel genau ein einziges Mal in der ganzen Partie auf, als er in der Anfangsphase ein Abseitstor erzielte. Ansonsten gegen die starke Kölner Defensive komplett abgemeldet. Gab keinen Torschuss ab, gewann nur 20 Prozent seiner Zweikämpfe und hatte die wenigsten Ballaktionen aller Startelf-Feldspieler des BVB.

Der Schiedsrichter: Felix Zwayer. Zeigte Dembele nach dem Pausenpfiff für einen Tritt gegen Heintz die Gelbe Karte. Behielt in der zweiten Hälfte, als es zwischenzeitlich etwas hitziger wurde, die Ruhe und verlor das Spiel nie aus der Hand. Seine Gelben Karten waren allesamt alternativlos. Übersah allerdings Mavrajs Handspiel (79.) nahe der Strafraumgrenze. Womöglich hätte Dortmund da einen Elfmeter bekommen müssen, mindestens jedoch Freistoß - je nach genauer Position. Der Platzverweis gegen Özcan war korrekt.

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Das fiel auf:

  • Dem FC waren die Rückschläge in den letzten beiden Wochen in der Anfangsphase nicht anzumerken. Stattdessen gingen die Gastgeber mit breiter Brust und einer dicken Portion Selbstbewusstsein in die Zweikämpfe. Daran mussten sich die Dortmund sichtlich erst gewöhnen. Sokratis ging in den ersten Minuten gleich zweimal zu lasch in direkte Duelle und ließ sich einfach wegschieben. Die Robustheit erlangte der BVB nach knapp zehn Minuten.
  • Mit steigender Konzentration wuchs auch die Dominanz der Borussen. Nach einer Viertelstunde standen die Schwarz-Gelben auf des Gegners Platz bei 78 Prozent Ballbesitz. Allerdings war das auch alles. Zu dem erdrückenden Ballbesitz kamen kaum Ideen und kreative Momente. So spielte sich Dortmund im ersten Durchgang keinerlei Torgelegenheiten heraus.
  • Die Ausrichtung der Geißböcke war sehr defensiv. Im Spiel gegen den Ball verteidigten die Hausherren aus einer 5-3-2-Grundordnung. Da sich auch Höger von der Sechserposition immer wieder tief fallen ließ, entwickelte sich zeitweise sogar eine Sechserkette.
  • Beim BVB startete Piszczek als rechter Part der Dreierkette im 3-4-3. Nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung rückte Bartra in die Abwehrreihe, sodass drei gelernte Innenverteidiger die Dreierkette bildeten. Durm und Schmelzer beackerten die Außen.
  • Die Dortmunder verteidigten sehr hoch, sodass die Kölner bei langen Pässen immer wieder eng an der Abseitsgrenze agierten. Dabei schnappte die Abseitsfalle des BVB seltener zu als vorgesehen, sodass die Domstädter immer wieder Überzahlsituationen in des Gegners Hälfte bekamen.
  • Als sich Sokratis nach einer heftigen Höger-Grätsche verletzte, brachte Tuchel eine Viertelstunde vor Schluss mit Ramos einen Stürmer und setzte noch einmal auf volle Attacke, um doch noch etwas mitzunehmen.

Köln - Dortmund: Die Statistik zum Spiel

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