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Fussball

Hoffenheim rasiert chancenlosen FC

Von David Kreisl
Im Kraichgau war für Marcel Risse (l.) & Co. nichts zu holen

Die TSG Hoffenheim hat ihren Höhenflug fortgesetzt und sich am 13. Spieltag der Bundesliga auf Tabellenplatz drei geschoben. Gegen den 1. FC Köln siegte die Mannschaft von Julian Nagelsmann mit 4:0 (2:0) gegen den 1. FC Köln.

Vor 29.000 Zuschauern in der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena sorgte Sandro Wagner (8.) mit Hoffenheims bislang frühestem Saisontor für das 1:0.

Jeremy Toljan (39.) besorgte kurz vor Pausenpfiff die komfortable wie verdiente Halbzeitführung für die Gastgeber. Wagner war es auch, der mit seinem zweiten Treffer in Minute 67 das Spiel entschied, ehe Mark Uth in den Schlussminuten zum 4:0-Endstand traf (89.).

Die Hoffenheimer bleiben somit neben RB Leipzig das einzige ungeschlagene Team der laufenden Saison.

Kölns Marcel Risse musste in der ersten Halbzeit mit einer Knieverletzung ausgewechselt werden und wurde für weitere Untersuchungen noch während der Partie nach Köln gebracht.

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Reaktionen:

Julian Nagelsmann (Trainer Hoffenheim): "Das Ergebnis ist zu hoch ausgefallen. Nach dem 1:0 hatte Köln zwei Riesenchancen, da war das Glück auf unserer Seite. Danach haben wir besser ins Spiel gefunden."

Peter Stöger (Trainer Köln): "Wir haben einen verdienten Sieger. Denn wir haben unsere Chancen nicht so verwertet, wie Hoffenheim das gemacht hat. Es ist schade, denn das Ergebnis ist ein wenig hoch."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Nagelsmann tauscht die Hoffenheimer nach dem 1:1 gegen die Fohlen auf drei Positionen durch: Vogt ersetzt Schär im Abwehrzentrum, Toljan und Amiri stehen für Zuber und Szalai auf dem Platz.

Gäste-Coach Stöger muss kurzfristig auf Höger verzichten, dafür gibt der erst 18-jährige Özcan sein Bundesliga-Startelfdebüt. Die einzige Änderung nach dem torlosen remis gegen Augsburg vergangene Woche.

8.: Kramaric visiert nach einer richtig schönen Kombination über links auf Ablage von Wagner mit einem Flachschuss die rechte Ecke an. Kessler lenkt die Pille noch um den Pfosten. Ecke!

8., 1:0, Wagner: Und schon schlägt's ein! Die folgende Ecke kommt von rechts, Hübner steigt höher als Hector und setzt den Kopfball an die Latte. Kessler liegt am Boden, Wagner schaltet am schnellsten und staubt aus wenigen Metern ab!

13.: Köln mal mit Tempo über links: Modeste leitet eine Flanke weiter zu Risse am langen Pfosten. Dort steht Risse blank und setzt seinen Flachschuss haarscharf am Pfosten vorbei!

24.: Für Risse geht's nach einem Zweikampf mit Kaderabek nicht weiter, das Knie ist verletzt! Hartel kommt in die Partie.

30.: Und fast schlägt der neue Mann zu! Rausch über links mit der scharfen, weiten Flanke an den zweiten Pfosten. In der Mitte verpassen alle die Kugel, doch Hartel rauscht heran, bringt die Pille aus kürzester Distanz aber nicht ins Tor!

39., 2:0, Tojan: Das geht viel zu einfach! Hoffenheim mit zu viel Platz und Tempo durchs Mittelfeld. Amiri treibt den Ball und spielt einen sehr optimistischen Pass in den Sechzehner. Den darf Toljan nie erreichen, doch irgendwie schlängelt er sich am furchtbar hölzernen Sörensen vorbei und tunnelt Kessler!

67., 3:0, Wagner: Nächstes Standardgegentor: Butterweiche Freistoßflanke aus dem rechten Halbfeld, in der Mitte stimmt beim FC wenig - und Wagner darf aus fünf Metern einnicken! 7. Saisontor!

89., 4:0, Uth: Wieder kombiniert sich die TSG ganz stark in den Kölner Strafraum. Von links kommt der Pass flach vors Tor, wo Uth aus sieben Metern einschiebt.

Fazit: Sensationell konsequenter Vortrag der TSG, die gegen chancenlose Kölner verdient die drei Punkte im Kraichgau behält.

Der Star des Spiels: Sandro Wagner darf als Sinnbild der Hoffenheimer an diesem Tag herhalten: Unermüdlich, diszipliniert und vor allem eiskalt! Traf früh zum 1:0 und entschied das Spiel in der zweiten Hälfte.

Der Flop des Spiels: Frederik Sörensen war vollkommen überfordert mit seinen Gegenspielern Toljan und Amiri und deren Tempo. Das 0:2, als er sich von Toljan auf kürzester Distanz mehrere Meter abnehmen ließ, geht klar auf seine Kappe. Gewann nicht einmal die Hälfte seiner Zweikämpfe und leistete sich die meisten Ballverluste auf Seiten des FC (17).

Der Schiedsrichter: Günter Perl stand bereits nach wenigen Sekunden im Fokus, als er Modeste wegen vermeintlichem Abseits eine Großchance wegpfiff - wohl eine Fehlentscheidung. Leistete sich keinen spielentscheidenden Fehler, machte aber vor allem in der Zweikampfbewertung einige Fehler.

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Das fiel auf:

  • Nagelsmann ließ seine Mannen in einem äußerst variablen 3-3-3-1 agieren. Vor allem über die linke Seite mit Toljan und Amiri bereiteten die Kraichgauer dem FC große Probleme. Zudem zeigte sich die TSG läuferisch überlegen: Alleine in der ersten halben Stunde liefen die Gastgeber 2,5 Kilometer mehr als der FC.
  • Die Kölner offenbarten im Zentrum ihre Achillesferse. Während der FC an sich solide stand und nach vorne gute Angriffe fuhr, fehlte dem Zentrum ohne Lehmann und Höger die Präsenz und es offenbarte teils eklatante Räume - wie vor dem 0:2. Die Kraichgauer hingegen extrem ballsicher, stabil und geordnet im Spielaufbau.
  • Zum entscheidenden Faktor wurde auch die Performance vor dem Tor: Während die Kölner bis in die 83. Minute (!) nicht einen einzigen Schuss auf das Tor brachten, reichten Hoffenheim drei Chancen, um mit 2:0 in die Kabine gehen. Auch bei den Standards blieben die Gäste sehr harmlos, während die Hoffenheimer doppelt nach ruhendem Ball trafen.
  • Nach der Hereinnahme von Uth agierte die TSG mit einem Zweier-Sturm und zog den gut aus der Kabine gekommenen und am Ende mit vier Stürmern agierenden FC mit lehrbuchmäßigem Umschaltspiel den Zahn.

Hoffenheim - Köln: Die Statistik zum Spiel

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