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VfB Stuttgart in der Krise

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Samstag, 16.04.2016 | 20:00 Uhr
Stuttgart kassierte beim Angstgegner Augsburg bereits die siebte Pleite in Folge
© Getty
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Der VfB galt nach der Siegesserie zu Beginn der Rückrunde eigentlich als gerettet. Nach der Pleite gegen Augsburg stecken die Schwaben wieder knietief im Abstiegssumpf. Lediglich zwei Punkte Vorsprung sind es bis zum Relegationsplatz. Vor allem die Leistung des Teams im direkten Abstiegsduell gegen den FCA war erschreckend. Wird die Siegesserie zum Fluch?

Unmittelbar nach dem Spiel trommelte Kapitän Christian Gentner am Mittelkreis die Stuttgarter Mannschaft zusammen. Wild gestikulierend stand er in der Mitte des Kreises und schimpfte auf seine Kollegen ein. So, als wolle er auch dem Letzten seiner Mitspieler klar machen, dass ihr Team knietief im Abstiegssumpf stecken. Im direkten Duell gegen Augsburg hätte man sich eigentlich ordentlich Luft im Abstiegskampf verschaffen können. Nach der Pleite wird diese immer dünner.

Da die Konkurrenz rundherum fast unisono siegte, stehen die Schwaben nach dem Spieltag plötzlich auf Rang 15 der Tabelle. Zum Relegationsplatz 16 beträgt das Polster derzeit lediglich noch zwei Punkte. So schlecht standen die Stuttgarter zuletzt am 19. Spieltag.

Lange haben sich sowohl die Stuttgarter als auch das schwäbische Umfeld von dem starken Lauf nach dem Trainerwechsel von Jürgen Kramny blenden lassen. Zwischen dem 17. und dem 21. Spieltag feierte Stuttgart fünf Siege am Stück und schoss in der Tabelle bis auf Platz zehn vor. Da auch die Europapokal-Plätze in Sichtweite waren, redete der ein oder andere bereits schon über donnerstägliche Flutlichtspiele. Aber Abstiegskampf? Gott sei Dank hatte man das mit der starken Serie in dieser Saison mal abgehakt.

Im freien Fall

Endlich sahen die Stuttgarter Fans wieder ein Licht am Ende des langjährigen Krisentunnels. Sollte es mit der Europa League nicht reichen, beendet man die Runde eben im Mittelfeld. Ein paar Punkte, hatte der gemeine VfB-Fan gemeint, werde Stuttgart ja schon noch holen in den verbleibenden Spielen. Machten sie bislang nicht. In der kompletten Rückrunde zehrte der VfB von dem Polster, das sich das Team durch die Siegesserie mühsam erarbeitet hatte. Inzwischen ist dieses nahezu restlos aufgebraucht.

Unbemerkt und im Schatten der Siegesserie befindet sich der VfB seit mehreren Wochen im freien Fall. Seit dem 21. Spieltag feierte das Kramny-Team nur einen Sieg (5:1 gegen Hoffenheim) und holte gerade einmal sechs Punkte aus neun Spielen. Lediglich Köln (5 Punkte) und Frankfurt (6 Punkte) holten in diesem Zeitraum gleich wenige oder weniger Punkte.

Einzig der aktuelle Tabellenplatz ließ Stuttgart stets aus den gröbsten Abstiegsdiskussionen raus. Spätestens nach dem Spiel gegen Augsburg ist damit endgültig Schluss. Der VfB krachte durch die Pleite beim direkten Konkurrenten von Platz 12 auf Platz 15 und ist spätestens jetzt wieder im Abstiegskampf angekommen.

Der Taktgeber wird vermisst

Die Leistung der Schwaben im so entscheidenden Spiel gegen Augsburg wirft zahlreiche Fragen auf. Über die kompletten 90 Minuten präsentierten sich die Schwaben völlig blutleer und ideenlos. Vor allem im Spielaufbau zeigten sich die Stuttgarter verheerend schwach. Bis weit in die zweite Halbzeit wurde kaum ein Angriff sauber zu Ende gespielt. Serey Die, den ein Adduktorenabriss lahm legt, fehlte an allen Ecken und Enden.

Normalerweise baut er das Spiel der Stuttgarter auf, ordnet es und setzt die Akzente in der Defensive. Nach dem kurzfristigen Ausfall von Lukas Rupp (Grippe) rückte Didavi auf die Doppelsechs an die Seite von Gentner. Das Duo schaffte es jedoch zu keiner Zeit, das Spiel auch nur annähernd in den Griff zu bekommen. Geduldig ließ der VfB das Augsburger Spiel über sich ergehen. Von einem Aufbäumen der Mannschaft war selbst nach dem Gegentor nichts zu sehen.

"Wir haben uns in der ersten Halbzeit zu passiv gezeigt. Trotzdem ist nichts groß entstanden, bis Georg Niedermeier wieder mal einen Stockfehler hatte. Hinten raus haben wir es mit Gewalt und langen Bällen versucht, aber es hat nicht gereicht", analysierte Coach Kramny nach der Partie.

Dutt poltert: "Inakzeptable Leistung"

Auch Sportdirektor Robin Dutt, der sich in den letzten Wochen meist vor die Mannschaft stellte, polterte nach dem Spiel: "Das war eine inakzeptable Leistung der Mannschaft. Die Ausfälle hätte sie mit Teamgeist und Mentalität kompensieren müssen, hat diese Eigenschaften aber während der 90 Minuten vermissen lassen."

Ausgerechnet Augsburg wurde somit wie schon in der jüngsten Krisen-Geschichte der Stuttgarter wieder Zünglein an der Waage. Drei der fünf letzten Stuttgart-Trainer - Bruno Labbadia, Alexander Zorniger und Armin Veh - machten gegen den FC Augsburg ihr letztes Bundesliga-Spiel. Zudem gewann der FCA die letzten sieben Spiele gegen den VfB allesamt. Nur gegen die Bayern (aktuell 12 Pleiten am Stück) haben die Schwaben in ihrer gesamten Vereinshistorie eine noch schlimmere Negativserie.

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Einen Trainerwechsel wird es im Schwabenland in dieser Saison wohl zwar nicht mehr geben, doch die Alarmglocken sind nicht mehr zu überhören. Denn das Restprogramm hat es in sich. Gegen Dortmund, Mainz und in Wolfsburg wären Niederlagen nicht überraschend. Das Spiel gegen den direkten Konkurrenten Bremen könnte somit zum Abstiegsendspiel werden. Diese würden am übernächsten Spieltag bei einem Sieg gegen Stuttgart vorbeiziehen und die Schwaben somit auf den Relegationsplatz verdrängen. Doch spätestens jetzt sollten es Spieler, Fans und das Umfeld sowieso verstanden haben: Stuttgart steckt tief im Abstiegskampf.

Augsburg - Stuttgart: Daten zum Spiel

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