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Stuttgart bleibt Bayerns Prügelknabe

Samstag, 09.04.2016 | 17:21 Uhr
Falsche Richtung: Niedermeier (am Boden) überwindet seinen eigenen Torhüter Tyton
© Getty
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Der FC Bayern München ist weiter auf Kurs Titelverteidigung. Der Rekordmeister setzte sich am 29. Spieltag der Bundesliga mit 3:1 (1:0) beim VfB Stuttgart durch.

Vor 60.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena ging der FC Bayern durch ein Eigentor von Georg Niedermeier in Führung (31.). Es war bereits das sechste VfB-Eigentor in dieser Saison - Bundesliga-Rekord.

David Alaba gelang nach dem Seitenwechsel mit seinem 1. Saisontreffer das 2:0 (52.). Daniel Didavi brachte den VfB noch einmal heran (63.), zu mehr reichte es aber nicht. Der eingewechselte Douglas Costa sorgte für die Entscheidung (89.).

Die Münchner gewannen damit die letzten 15 Pflichtspiele (zwölf davon in der Bundesliga) gegen die Stuttgarter. In dieser Saison hat der FCB alle Spiele nach Champions-League-Auftritten gewonnen. Der Vorsprung auf den zweitplatzierten BVB beträgt vorerst acht Punkte, die Dortmunder spielen am Sonntag auf Schalke. Der VfB rangiert mit 33 Zählern fünf Punkte vor dem Relegationsplatz auf Rang zwölf.

Die Reaktionen:

Jürgen Kramny (Trainer Stuttgart): "Man hat gesehen, dass wir die Breite von Bayern abdecken wollten mit unserer Fünferkette, aber einmal waren wir zu weit weg, das hat Bayern ausgenutzt, als Georg Niedermeier nicht tief genug steht und das lange Bein rausholt. Nach der Halbzeit waren wir etwas zu passiv, etwas zu tief. Das zweite Tor macht Alaba mit einem kleinen Wackler zu billig. Nach dem Anschluss waren wir dran, aber leider war nicht mehr drin."

Pep Guardiola (Trainer Bayern): "Wir hatten viele Probleme, gut anzugreifen, haben zu oft Foul gespielt und so Freistöße und Ecken zugelassen. Damit haben wir es für uns selbst kompliziert gemacht. Aber nach dem Tor haben wir es gut gemacht, vor allem in der zweiten Halbzeit. Wir haben besser attackiert, die Stürmer haben sich besser bewegt. Wir brauchen jetzt noch drei Siege und ein Unentschieden, um etwas zu schaffen, was noch nie eine Mannschaft in Deutschland geschafft hat."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beim VfB gibt es drei Änderungen zum 22 gegen Darmstadt. Für Gentner (krank), Baumgartl (Bank) und Serey Die (verletzt) spielen Klein, Niedermeier und Werner.

Guardiola ändert sein Team gegenüber dem 1:0 gegen Benfica auf vier Positionen. Für Müller, Costa, Lahm und Thiago (alle Bank) spielen Götze, Rafinha, Martinez und Alonso. Neuer ist Kapitän.

3.: Starker Pass von Kimmich in die Tiefe auf Götze. Der legt rechts von der Grundlinie auf Ribery zurück, der Franzose wird aber im Abschluss von Sunjic bedrängt, so dass Tyton mit dem Schüsschen wenig Probleme hat.

11.: Freistoß aus dem linken Halbfeld durch Kostic. Niedermeier verlängert auf den zweiten Pfosten zu Didavi, der etwas unkonventionell mit der Hacke abschließt. Neuer mit einem starken Reflex und Alonso klärt.

27.: Guardiola reagiert und holt Vidal für Müller vom Feld. Der Chilene hatte kurz zuvor Gelb gesehen und dann nochmal ein Foul gemacht.

31., 0:1, Niedermeier (ET): Ribery macht auf links im Eins-gegen-eins mit seinem Antritt Kleinnass und spielt den Ball flach, scharf zur Mitte. Niedermeier hat Lewandowski im Rücken, geht mit der Fußspitze in den Ball und trifft durch die Beine von Tyton links unten ins eigene Tor.

52., 0:2, Alaba: Bernat köpft einen Abpraller wieder in den Strafraum. Alaba setzt sich von Klein ab, macht noch einen Haken und schließt aus sieben Metern mit links ins kurze Eck ab.

63., 1:2, Didavi: Nach einem Freistoß von Kostic aus dem linken Halbfeld legt Lewandowski dem am Boden liegenden Didavi den Ball vor. Der schaufelt den Ball aus acht Metern im Sitzen hoch ins rechte Eck.

78.: Ribery legt auf links an den Strafraum zu Thiago zurück. Der visiert mit einem Schlenzer den rechten Winkel an, aber Tyton lenkt den Schuss überragend mit den Fingerspitzen an die Latte.

89., 1:3, Costa: Lewandowski pflückt einen langen Ball und geht den weiten Weg vom Mittelkreis auf rechts. Costa übernimmt, macht ein paar Meter zur Mitte und schließt aus 22 Metern ab. Tyton ist noch am Ball, aber links unten schlägt's ein. Kann er halten.

Fazit: Verdienter Sieg der Bayern, die sich durch Lewandowskis Unachtsamkeit nochmal eine spannende Schlussphase einhandelten und erst spät für die Entscheidung sorgten.

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Der Star des Spiels: Franck Ribery. Wie schon in der Vorwoche gegen Frankfurt Bayerns Motor in der Offensive im Spiel Richtung Tor. Unnachahmlich sein Antritt vor dem ersten Treffer. Dazu mit einigen guten Aktionen im Dribbling.

Der Flop des Spiels: Florian Klein. Sah bei den ersten beiden Gegentoren nicht gut aus. Konnte beim 0:1 Riberys Tempo nicht aufnehmen und ihn beim Flanken stören. Beim zweiten Gegentreffer dann extrem passiv und ohne Anstalten, seinen Mitspielern zu helfen.

Der Schiedsrichter: Bastian Dankert. Nicht immer auf der Höhe in einem hitzigen Spiel. Leistete sich viele Fehler in der Zweikampfbewertung. Hätte Klein für sein taktisches Foul zwingend Gelb geben müssen, die von den Stuttgartern für Vidal geforderte zweite Gelbe Karte stecken zu lassen, war dagegen richtig.

Das fiel auf:

  • Wie die letzten Gegner der Bayern in der Bundesliga versuchte es auch der VfB mit einer Fünferkette. Die Stuttgarter bauten sich aber nicht am eigenen Strafraum auf, sondern versuchten, die Münchner im engen Raum zwischen Mittellinie und 25, 30 Meter vor dem eigenen Tor zu bearbeiten.
  • Die Bayern agierten in einem 3-4-3, in dem die beiden Außenspieler Bernat und Rafinha für Breite sorgten, während die offensiven Außen eher den Halbraum neben Lewandowski bespielten, wobei Götze sogar im Zentrum begann und der Pole rechts neben ihm. Ribery und Bernat wechselten ihre Rollen nach knapp einer halben Stunde, so dass der Franzose besser im Spiel war.
  • Die Münchner anfangs aber mit vielen leichten Ballverlusten, die dem VfB Chancen zum Umschalten brachten. Dazu brachten die vielen Fouls des FCB (15, VfB nur 8) in gefährlichen Räumen den Stuttgartern gute Standardmöglichkeiten. Eine davon führte schließlich auch zum Anschlusstreffer.
  • Nach der frühen Auswechslung Vidals rückte Götze eine Position zurück ins Mittelfeld an die Seite von Alonso. Müller übernahm die offensivere Rolle und war auch sofort gefährlich im Spiel.
  • Mit der Führung im Rücken Bayern eigentlich mit mehr Kontrolle und weniger Fehlern im Passspiel. Der VfB hatte nur noch wenige Ballgewinne und Konterchancen, aber der Anschlusstreffer aus dem Nichts brachte die Gastgeber wieder ins Spiel. Die Bayern brauchten ein paar Minuten und die Hereinnahme von Thiago für Götze, um wieder den Daumen auf die Partie zu bekommen.

Stuttgart - Bayern: Die Statistik zum Spiel

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