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Bundesliga - 9. Spieltag

Stuttgart siegt in irrem Spiel

Samstag, 25.10.2014 | 17:29 Uhr
Alexander Madlung erzielte das 4:3 für Eintracht Frankfurt
© Getty
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Der VfB Stuttgart hat Eintracht Frankfurt in einem irren Bundesligaspiel, in dem die Führung viermal wechselte, mit 5:4 (2:1) geschlagen. Alexander Madlung, Martin Harnik und Christian Gentner trafen jeweils doppelt.

Vor 49.700 Zuschauern in der Commerzbank-Arena markierte Alexander Madlung das 1:0 nach einem Eckball (21.). Martin Harnik, der für den verletzten Vedad Ibisevic in der Sturmmitte auflief, drehte das Spiel mit einem Doppelpack binnen zwei Minuten (34., 36.). Der Treffer zum 1:1 fiel allerdings aus einer klaren Abseitsstellung heraus.

Christian Gentner erhöhte nach der Pause auf 3:1 (51.), ehe die SGE sich mit drei Toren durch Meier (57.), Aigner (61.) und erneut Madlung (65.) in nur acht Minuten zurückkämpfte und wieder in Führung ging. Stuttgart bewies jedoch den längeren Atem und entschied die Partie nach zwei weiteren Treffern durch Werner (81.) und Gentner (84.) für sich.

Reaktionen:

Thomas Schaaf (Trainer Eintracht Frankfurt): "Es ist nicht leicht, nach so einer Partie zu schmunzeln. So ein Spektakel ist nicht so gut zu verkraften, wenn man nicht gewinnt. Wir haben insgesamt nicht in das Spiel reingefunden."

Armin Veh (Trainer VfB Stuttgart): "Das war ein Wahnsinns-Spiel. Wir haben richtig gut angefangen und Tempo in unserem Spiel gehabt. Nach der ersten Halbzeit müssen wir daher höher in Führung liegen."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Heim-Trainer Schaaf verändert seine Mannschaft, die am vergangenen Wochenende mit 1:3 in Paderborn unterlag, auf einer Position. Madlung spielt für Medojevic und rückt neben Anderson und Russ in die Fünferkette.

Veh stellt an alter Wirkungsstätte auf gleich vier Positionen im Vergleich zum 3:3 gegen Leverkusen um. Sakai rückt für Rüdiger in die Mannschaft und verteidigt links. Maxim startet für den verletzten Ibisevic, Kostic und überraschend Sararer, der letztmals im April 2013 von Beginn an auflief, ersetzen Werner und Leitner.

3.: Doppelchance für die Gäste. Erst kommt Maxim nach Angriff über links zum Abschluss, Anderson blockt ab. Gentner schnappt sich den Abpraller und versucht es vom Strafraumrand - zu unplatziert, Wiedwald ist unten und pariert.

12.: Sararer steckt durch zu Kostic, der von rechts frei auf das Tor zuläuft. Wiedwald antizipiert stark, kommt früh raus und klärt die Situation.

21., 1:0, Madlung: Klein verlängert eine Ecke von links an den zweiten Pfosten. Seferovic steigt hoch, köpft das Leder aus fünf Metern aber nur an die Latte - Madlung nagelt den Abstauber in die Maschen.

34., 1:1, Harnik: Inui lässt sich den Ball beim Aufbau von Romeu abluchsen, der Richtung Strafraum zieht und Kostic sucht. Über Ignjovski kommt der Ball zu Harnik, der dadurch völlig frei vor Wiedwald auftaucht und den Ball rechts am Keeper vorbeischiebt. Allerdings: Harnik steht bei Romeus Abspiel deutlich im Abseits.

36.: 1:2, Harnik: Der VfB dreht das Spiel. Klein schickt auf links Sararer, der sofort flach hereingibt. Maxim verpasst im Zentrum knapp, Nutznießer Harnik muss das Leder aus sechs Metern nur noch über die Linie drücken.

51., 1:3, Gentner: Maxim schickt Gentner nach einem wunderbaren Doppelpass in die Schnittstelle der SGE-Verteidigung. Der Kapitän schlenzt das Leder aus 15 Metern halblinker Position gefühlvoll in die lange Ecke.

57., 2:3, Meier: Frankfurt fightet sich zurück. Nach Seferovic-Pass rettet Kirschbaum mit einer tollen Parade gegen Aigner, gegen Meiers Abstauber aus vier Metern ist er dann aber machtlos.

61., 3:3, Aigner: Was ist denn hier los? Niedermeier lässt Aigner im Rücken ziehen, der von Russ bedient wird. Frei vor Kirschbaum behält Aigner die Nerven und versenkt das Leder unten links.

65., 4:3, Madlung: Jetzt patzt auch noch Kirschbaum! Madlung steigt nach einem Stendera-Freistoß hoch und köpft in die linke Ecke. Kirschbaum ist da, lässt den Ball aber durch die Finger rutschen.

81., 4:4, Werner: Ignjovski verliert Werner aus den Augen, der über links auf Wiedwald zuläuft und den Ball aus spitzem Winkel am Torwart vorbeischiebt.

84., 4:5, Gentner: Nach einem Kostic-Freistoß tauchen plötzlich vier Stuttgarter vor Wiedwald auf. Gentner lässt sich nicht lange bitten und fackelt das Leder in den Kasten.

86.: Seferovic zeigt dem Assistenten die Brille und wird von Dingert folglich des Feldes verwiesen.

92.: Hlousek legt Aigner im Strafraum, der aber dennoch zum Abschluss kommt und an Kirschbaum scheitert. Hier muss Dingert auf den Punkt zeigen.

Fazit: Was für ein irres Spiel, in dem die Führung viermal wechselte. Stuttgart bewies am Ende den längeren Atem und geht in der Summe als verdienter Sieger vom Platz.

Der Star des Spiels: Christian Gentner. Ganz starker Auftritt des Kapitäns, der Stuttgart immer wieder an und nach vorne trieb. Krönte seine Leistung mit seinem zweiten Treffer in der Schlussphase.

Der Flop des Spiels: Takashi Inui vertändelte den Ball vor Harniks Ausgleichstreffer leichtfertig und konnte nur knapp 30 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnen. Nach enttäuschenden 45 Minuten war Schluss für den Japaner.

Der Schiedsrichter: Kein guter Abend für Christian Dingert. Lag daneben, als er Ignjovskis Kontakt vor Harniks Ausgleichstreffer als neue Spielsituation wertete. Zudem muss er Aigner in den letzten Minuten einen Elfmeter zusprechen.

Das fiel auf:

  • Schaaf schickte seine Mannschaft in einem 5-1-2-2 auf das Feld, das sich bei eigenem Ballvortrag zu einem 3-4-3 formierte. Weil Stuttgart dieses System aber schon in der Anfangsphase mehrfach über die Außen knackte und Frankfurt große Probleme beim Spielaufbau hatte, kehrte Schaaf schon nach 20 Minuten zurück zum gewohnten 4-4-2.
  • Für mehr Sicherheit in der Verteidigung sorgte aber auch diese Umstellung nicht. Stuttgarts schnelle Außenspieler kombinierten sich immer wieder bis in den Strafraum der Gastgeber und hatten dort eine Vielzahl guter Torgelegenheiten. Einzig Wiedwald war es zu verdanken, dass der Rückstand nicht schon zur Pause deutlich höher ausfiel.
  • Dass der VfB über die Außen soviel Gefahr erzeugen konnte, lag vor allem an der hoch stehenden Viererkette, die im Mittelfeld einige Ballverluste provozierte und dann sofort mit umschaltete. Auch Kostic und Sararer waren viel unterwegs, tauschten häufig die Seiten und hatten immer wieder das gute Auge für den Mitspieler.
  • Gegen Leverkusen kam Stuttgart nach einem 0:3-Rückstand zurück, heute wurden sie zunächst selber Opfer einer Drei-Tore-Aufholjagd. In knapp acht Minuten überrannte die SGE die Gäste förmlich, die ihrerseits aber die passende Antwort parat hatten und doppelt zurückschlugen.
  • So harmlos die Eintracht in der ersten Hälfte agierte, so druckvoll war das Spiel, das sie in den zweiten 45 Minuten aufzogen. Mit einer tollen Moral, irrem Einsatz und scheinbar unbändigem Willen rannte Frankfurt immer wieder auf das Tor der Gäste an. Dass es am Ende dennoch nicht für einen oder drei Punkte reichte, war der über weite Strecken viel zu löchrigen Defensive geschuldet.

Eintracht Frankfurt - Stuttgart: Die Statistik zum Spiel

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