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Werder verliert - War's das für Dutt?

Freitag, 24.10.2014 | 22:19 Uhr
Werder kam auch gegen Köln nur selten gefährlich zum Abschluss
© Getty
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Werder Bremen hat am 9. Spieltag der Bundesliga den Befreiungsschlag verpasst und liegt weiter auf dem letzten Tabellenplatz. Gegen den 1. FC Köln verlor Werder zuhause 0:1 (0:0). Die Zukunft von Trainer Robin Dutt steht damit auf der Kippe.

Vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion entwickelte sich ein Spiel, in dem beide Mannschaften nur keinen Fehler machen wollten. Den ersten nutzte Anthony Ujah zur Kölner Führung (59.). Werder hatte im Anschluss bei einem Pfostenschuss von Izet Hajrovic Pech, blieb ansonsten aber harmlos.

Nachdem das Spiel im Vorfeld zum "Endspiel" ausgerufen wurde, könnten die Tage von Trainer Robin Dutt an der Weser gezählt sein.

Die Reaktionen:

Robin Dutt (Trainer Werder Bremen): "Das ist die pure Enttäuschung, dass wir erneut nicht gewonnen haben. In der ersten Halbzeit war das kein überragender Fußball, aber man hat gesehen, dass die Mannschaft will. Das Hauptrpoblem war, dass wir die Phase, in der wir noch die spielerisch bessere Mannschaft waren, nicht mit dem Führungstor abschließen konnten. Nach dem 0:1 ist mit der Körpersprache etwas passiert, die Mannschaft hat nachgelassen. Mein Vertrauen in die Mannschaft ist unendlich, sie gibt immer alles. Ich bin zu lange dabei, dass ich nicht weiß, was ich machen muss. Ich gehe davon aus, dass ich gegen Chemnitz auf der Bank sitze."

Thomas Eichin (Sportdirektor Werder Bremen): "Wir haben keine Mittel gefunden. Hinten raus hat uns das Selbstbewusstsein gefehlt und der Mut, so ein Spiel zu drehen. Es gilt Ruhe zu bewahren, eine Nacht darüber zu schlafen und die Situation mit dem Trainer zu analysieren. Wir müssen stark genug sein, die Diskussionen um den Trainer auszuhalten."

Clemens Fritz (Werder Bremen): "Wir haben engagiert angefangen, Köln unter Druck gesetzt, sind aber nicht zwingend geworden. Dass die Verunsicherung da ist, ist klar. Vorne will der Ball nicht reingehen, sondern springt an den Pfosten und hinten kriegen wir einen."

Peter Stöger (Trainer 1. FC Köln): "In der zweiten Halbzeit haben wir es geschickt gemacht, davor war ich nicht so zufrieden. Werder hat alles unternommen und versucht, aber wir wussten, dass der Druck auf Bremen größer wird, wenn nichts funktioniert."

Timo Horn (1. FC Köln): "Bremen hat nicht schlecht gespielt und auch am Ende viel Druck gemacht. Das war eine gute kämpferische Leistung von uns. Wir sind sehr eingespielt und diszipliniert, vor allem in der Defensive."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Werder mit drei Änderungen im Vergleich zum Debakel in München. Lukimya, Kroos und Elia (nicht im Kader) sind nicht dabei, dafür beginnen Caldirola, Galvez und Hajrovic. Köln beginnt mit der Elf, die auch beim Sieg über den BVB zum Anpfiff auf dem Feld stand.

56.: Hector wehrt eine Flanke von links mit dem Kopf etwas zu kurz ab. Junuzovic nimmt den Ball aus 18 Metern per Seitdrehschuss, aber Horn greift über und fischt den Ball aus dem rechten Winkel.

58.: Langer Ball in den Werder Strafraum. Der eingewechselte Ujah nimmt die Kugel mit der Brust runter, dreht sich um Fritz und zieht aus 13 Metern von halblinks ab. Wolf ist schnell im kurzen Eck und wehrt zur Ecke ab.

59., 0:1, Ujah: Svento geht auf links ziemlich leicht an Prödl vorbei und spielt flach zurück Richtung Elfer. Ujah kommt zum Abschluss und trifft aus sieben Metern durch die Beine von Wolf zur Führung.

61.: Hajrovic geht von rechts zur Mitte und zieht aus 20 Metern mit links ab. Der Ball kracht an den rechten Pfosten.

Fazit: Köln reichte eine solide Defensivleistung und ein Nadelstich in der Offensive. Werder war bemüht, hatte aber keine Mittel, um den FC auszuspielen.

Der Star des Spiels: Kevin Vogt. War die dominante Figur im Mittelfeld und hatte mit seinen Kollegen die Kontrolle. Lief viele Räume zu, trieb das Spiel der Kölner immer wieder nach vorne und spielte kluge Pässe.

Der Flop des Spiels: Izet Hajrovic. Hatte einen guten Moment, als er einen Schuss an den Pfosten setzte. Ansonsten überhaupt kein Faktor im Bremer Spiel. Dabei wäre er auf der Zehn für die kreativen Momente zuständig gewesen, die Werder die komplette Spielzeit fehlten. Kam bis zu seiner Auswechslung in der 62. Minute nur auf 17 Ballaktionen und verzeichnete dabei sechs Ballverluste.

Der Schiedsrichter: Felix Brych. Souveräne Spielleitung und gute Körpersprache. Richtig, Junuzovic wegen einer Schwalbe Gelb zu zeigen.

Das fiel auf:

  • Köln verteidigte die zu erwartende leidenschaftliche Anfangsphase der Bremer sehr geordnet und mit großer Ruhe tief in der eigenen Hälfte. Bremen fehlte es an klaren Ideen, um dieses Bollwerk zu knacken.
  • Es dauerte bis zur 28. Minute, ehe Bartels Werders ersten Schuss Richtung Kölner Tor abgab und damit die 119-minütige Torschussflaute beendete. Der erste Schuss aufs Tor gelang dann in der 46. Minute.
  • Der FC schaute sich das Bremer Treiben 20 Minuten an und suchte dann selbst mehr die Offensive. Allerdings blieb die defensive Absicherung stets das oberste Gebot, so dass nur wenige Spieler nachrückten. Das ging - wie in den ersten Spielen dieser Saison häufig gesehen - auf Kosten der Gefährlichkeit.
  • Ujah sorgte nach seiner Einwechslung sofort für zwei gefährliche Aktionen, eine nutzte er zum Führungstreffer.
  • Dutt reagierte auf den Rückstand mit offensiven Wechseln, allerdings blieb die Ideenlosigkeit bestehen. Mit zunehmender Spieldauer kamen auch noch Ratlosigkeit und nachlassende Kraft hinzu - das Selbstbewusstsein schien endgültig dahin. Köln kontrollierte Werder am Ende nach Belieben.

Bremen - Köln: Die Statistik zum Spiel

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