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Oldie Olic köpft die Wölfe zum Dreier

Samstag, 27.09.2014 | 20:23 Uhr
Matchwinner unter sich: Rodriguez (M.) und Olic (r.) sicherten den Wölfen drei Punkte
© Getty
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Der VfL Wolfsburg hat auf die Niederlage unter der Woche eine starke Reaktion gezeigt und sich vor heimischer Kulisse drei Punkte gegen Werder Bremen gesichert. Im Samstagabendspiel des 6. Spieltags gewannen die Wölfe mit 2:1 (1:1).

Vor 29.117 Zuschauern in der Volkswagen Arena brachte Ricardo Rodriguez die Hausherren nach einer Viertelstunde in Führung. Für den Schweizer war es der vierte Treffer in den letzten vier Spielen. Werder Bremen kam aber noch vor der Pause durch den ersten Bundesligatreffer von Marnon Busch zum Ausgleich (37.).

Es dauerte knapp eine Stunde, bis Ivica Olic mit einem Flugkopfball den Siegtreffer für den VfL erzielte (57.), mit dem sich Wolfsburg auf den siebten Tabellenplatz vorschiebt. Werder bleibt Vorletzter und könnte morgen vom Hamburger SV die Rote Laterne übernehmen.

Auf Seiten der Wölfe musste Sebastian Jung mit einer Muskelverletzung zur Pause in der Kabine bleiben.

Reaktionen

Dieter Hecking (Trainer VfL Wolfsburg): "Das ganze Spiel hat alles gezeigt, was wir in den letzten Wochen moniert haben. Wir haben aufgrund der Vielzahl an Tormöglichkeiten verdient gewonnen. Aber wir hatten auch Phasen im Spiel, wo wir Werder Bremen haben Luft holen lassen. Wir müssen uns immer wieder zwingen, die Wege zu machen."

..über Ricardo Rodriguez: "Ich glaube sagen zu können, dass Rodriguez der beste links Außenverteidiger in der Bundesliga ist. Er bringt alles mit, wir wollen ihn gerne in Wolfsburg halten, er hat Vertrag bis 2016. Ich weiß, dass mein Sportdirektor in Gesprächen ist. Ich finde, dass Rodriguez deutlich besser ist, als Alaba, weil er mehr Torbeteiligungen hat."

Robin Dutt (Trainer Werder Bremen): "Wir sind an unserem schlechten Abwehrverhalten gescheitert. Das ist sehr ärgerlich. Wir zahlen unglaublich viel Lehrgeld."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Dieter Hecking reagiert nach dem enttäuschenden 0:1 gegen die Hertha und nimmt bei den Wölfen vier Veränderungen in der Startelf vor. Malanda, Klose, Bendtner und Vieirinha müssen allesamt auf die Bank, dafür stehen Guilavogui, Knoche und Perisic auf dem Platz, auch Hunt darf gegen seinen Ex-Klub ran.

Genauso viel Rotation gibt's bei den Gästen aus Bremen. Robin Dutt verzichtet neben Caldirola, Galvez und Selke auch auf den immer noch infektgeplagten Elia. Hajrovic, Makiadi, Petersen und Prödl sollen's für die Werderaner richten.

14.: Was macht denn Benaglio da? Der Keeper lässt einen Rückpass zu sich in den Fünfer kullern und schießt Petersen an, der wenige Metern links vor dem Tor steht und die Kugel mit dem Kopf zurückflippert, den Kasten aber verfehlt.

15., 1:0, Rodriguez: Die Bremer laufen nach einer eigenen Ecke in den Konter. Hunt blockt einen Schussversuch von Busch und die Kugel kommt zu de Bruyne, der aus dem Mittelkreis Rodriguez links auf die Reise schickt. Der Schweizer geht in den Sechzehner und verwandelt cool ins lange Eck. Drittes Saisontor.

24.: Doppelchance für den VfL! Perisic verlängert eine Wölfe-Ecke von links an den langen Pfosten, wo Gustavo mutterseelenallein abschließen darf. Junuzovic hat aber was dagegen und verhindert auf der Linie das 0:2. Der Ball wird geklärt, kommt aber kurz darauf zu Rodriguez, der aus der zweiten Reihe abzieht. Wolf lenkt den strammen Schuss um den Pfosten!

31.: Gustavo spielt links den klasse Pass in die Gasse zu Perisic. Der wird etwas abgedrängt, bringt die flache Hereingabe aber trotzdem vors Gehäuse. Lukimya spitzelt den Ball im letzten Moment vor Olic weg.

37., 1:1, Busch: Petersen wirft sich gegen Knoche in eine Flanke von di Santo. Aus dem Getümmel kommt der Ball rechts im Sechzehner zu Bartels, der mit dem Rücken zum Tor ablegt. Busch rauscht heran und zieht direkt ab. Benaglio ist im kurzen Eck, kann den Einschlag aber nicht verhindern. Starker Schuss und sehr schwer zu halten.

49.: Olic lässt Garcia rechts am Strafraum mit einer Energieleistung stehen, lässt sich auf dem Weg zum Tor aber etwas abdrängen. Der flache Schuss aus spitzem Winkel geht nur ans Außennetz.

57., 2:1, Olic: Vieirinha darf die Kugel im rechten Halbfeld Richtung Gäste-Tor treiben und bringt die Flanke. Die Bremer Hintermannschaft steht verheerend, am langen Pfosten sind Olic und Perisic frei, ersterer legt den Ball mit einem durchdachten Flugkopfball gegen die Laufrichtung von Wolf ins Tor.

65.: Rodriguez spielt den Ball im Spielaufbau Junuzovic in den Fuß. Der flankt sofort in den Sechzehner, wo Hajrovic an den Fünfer zu di Santo ablegt. Der versucht's etwas umständlich - Knoche rauscht heran und klärt im letzten Moment stark!

68.: Rodriguez diesmal auf der anderen Seite, sein Schussversuch von halblinks wird vom eigenen Mann Hunt geblockt, springt dem Verteidiger aber wieder in den Lauf. Kurzer Querpass am Fünfer zurück zu Hunt, der die Kugel erst nicht kontrollieren kann und es dann mit dem Rücken zum Tor per Hacke versucht. Haarscharf vorbei...

Fazit: Die Wölfe agieren gefährlicher, zielstrebiger und verdienen sich den Dreier in einem durchschnittlichen Bundesligaspiel.

Der Star des Spiels: Ricardo Rodriguez unterstrich einmal mehr seinen Ruf als einer der besten Außenverteidiger der Liga. Mit 97 Ballkontakten mit Abstand aktivster Spieler und nicht nur wegen seines Tors wichtiger Faktor im Offensivspiel. Nach hinten mit der Ausnahme von einem Fehlpass (65.) tadellos und starken 87,5 Prozent gewonnenen Zweikämpfen.

Der Flop des Spiels: Assani Lukimya konnte der Bremer Hintermannschaft nicht stabilisieren und war im Spielaufbau mit 66 Prozent angekommener Pässe kein Faktor. Auch im Zweikampf mit für einen Innenverteidiger schwachen Werten (40 Prozent am Boden gewonnen, 28 in der Luft). Zudem beim entscheidenden 2:1 nicht auf der Höhe.

Der Schiedsrichter: Peter Sippel hatte das Spiel gut im Griff und leistete sich keinen groben Schnitzer. Hätte allerdings Garcia nach dessen taktischem Foul gegen Naldo (42.) zwingend Gelb zeigen müssen.

Das fiel auf:

  • Bremen legte in den ersten Minuten mit viel Druck los und spielte sehr aggressiv gegen den Ball. Das entblößte jedoch die eigene Abwehr. Für den großen Aufwand sprang definitiv zu wenig Gefahr heraus. Abgesehen vom Führungstreffer gelang den Gästen in Abschnitt eins nicht ein sauberer Angriff, der in einem klaren Abschluss gipfelte.
  • Der VfL hingegen hatte die cleverere Spielanlage und übernahm nach dem Tor das Kommando über das Spiel. Mit schnellen Vorstößen überspielten die Wölfe das Mittelfeld und brachten die Abwehr von Werder so in die Bredouille.
  • Die Angriffe der Bremer blieben das ganze Spiel über zu unstrukturiert und hektisch. Weder Petersen, noch di Santo vermochten es, Bälle in der Gefahrenzone festzumachen und klug zu verteilen.
  • Insgesamt kamen die Bremer auf eine Passquote von 65,5 Prozent - gegen einen technisch guten und konterstarken Gegner wie den VfL zu wenig.

Wolfsburg - Bremen: Die Statistik zum Spiel

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