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Bundesliga - 11. Spieltag

Die Wölfe marschieren weiter

Sonntag, 09.11.2014 | 17:25 Uhr
Vieirinha (r.) mit den Wölfen und Müller mit dem HSV lieferten sich ein rassiges Duell
© Getty
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Am 11. Spieltag besiegt der VfL Wolfsburg am Sonntagmittag den Hamburger SV mit 2:0 (1:0). Die Niedersachsen bleiben mit dem verdienten Sieg am FC Bayern München dran. Der HSV verharrt weiter im Tabellenkeller.

Vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen Arena brachte Ivica Olic die Wölfe nach gut einer halben Stunde in Führung (28.).

Im zweiten Durchgang kam Hamburg besser ins Spiel, ehe Aaron Hunt in der Drangphase der Gäste nach einem blitzfeinen Konter und toller Vorarbeit von Kevin De Bruyne das 2:0 erzielte (63.).

Wolfsburg feierte damit seinen achten Pflichtspielsieg in Folge.

Reaktionen:

Dieter Hecking (Trainer VfL Wolfsburg): "Ich bin sehr zufrieden. Wenn drei Tage nach einem richtig schweren Europacup-Spiel den HSV bis auf eine ganz kurze Phase klar beherrscht, dann ist das schon gut. Wir waren megapräsent, haben unsere Linie fast 90 Minuten durchgezogen. Jetzt gilt es, die Akkus mal ein bisschen aufzuladen."

Ivica Olic (VfL Wolfsburg): "Ich bin selbst ein bisschen überrascht, wie gut es bei uns läuft. Egal, wer reinkommt, die Jungs spielen hervorragend. Der gesamte Kader funktioniert sehr gut, die Mannschaft hat viel Selbstvertrauen. Wir haben viel Spaß auf dem Platz, wir kreieren viele Chancen. Ich glaube, dass auch die Fans ihren Spaß haben. Unser Ziel war, dass wir das Spiel vor der Pause gewinnen. Es kommen noch viele Spiele, ich werde nicht sagen, dass wir die Bayern-Jäger sind. Aber im Moment läuft es gut, ich hoffe, dass noch lange so bleibt."

Joe Zinnbauer (Trainer Hamburger SV): "Wir haben heute einen Gegner gehabt, der einfach besser war. Wolfsburg hat verdient 2:0 gewonnen. Jetzt haben wir 14 Tage, um uns auf Werder vorzubereiten. Das ist ein Gegner, der sich auf Augenhöhe mit uns befindet."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Im Vergleich zum 5:1 gegen Krasnodar in der Europa League nimmt Dieter Hecking zwei Änderungen in der Startelf der Wölfe vor. Hunt und Olic rücken für Schäfer (verletzt) und Dost (Bank) in die Mannschaft. Vieirinha gibt den Linksverteidiger.

Der HSV bleibt unverändert: Joe Zinnbauer schickt die gleiche Elf aufs Feld, die auch beim 1:0 gegen Leverkusen am letzten Spieltag begann. Heißt: Holtby und van der Vaart geben wieder die Doppelzehn, Behrami soll dahinter aufräumen. Mit 28 Jahren und zwei Tagen ist es die älteste Startelf der Hamburger seit dreieinhalb Jahren, zudem ist es das 300. Bundesligaspiel für Westermann.

7.: Der dritte feine Diagonalball der Wölfe macht das Spiel schnell, Träsch bringt ihn volley von rechts in den Strafraum, wo Perisic völlig frei zum Kopfball kommt. Allerdings bringt er nicht genug Druck hinter den Ball, kein Problem für Drobny.

10.: Erster Abschluss für den HSV. Einen weiten Einwurf klären die Wölfe direkt vor die Füße von Holtby, der aus 18 Metern direkt abschließt. Aber kein Problem für Benaglio.

28., 1:0, Olic: Eckball von links für die Wölfe an den Strafraumrand, De Bruyne jagt das Ding volley auf den Kasten, Olic hält am Fünfer den Fuß rein - Tor! Keine Chance für Drobny.

32.: Perisic mit zu viel Platz auf dem rechten Flügel. Er kann warten bis De Bruyne in der Mitte eingelaufen kommt und spielt den Belgier an, der den Ball überlegt ins kurze Ecke legen will - aber ganz knapp am rechten Pfosten vorbei.

38.: Vieirinha setzt sich auf links klasse durch, flankt mit dem rechten Außenrist. Der Ball wird immer länger, Drobny streckt sich und lenkt den Ball mit den Fingerspitzen aus der Gefahrenzone.

50.: Hui! Freistoß van der Vaart aus dem Halbfeld mit Zug zum Tor. Westermann lässt ihn über den Scheitel rutschen - aber nur aufs Tornetz.

60.: Guilavogui wird im Zentrum nicht entscheidend gestört und schließt aus 20 Metern überlegt ab, aber Drobny ist unten und lenkt zur Ecke. Bei dieser steht Olic dann völlig blank am Fünfer, setzt den Kopfballl aber über das Tor.

56.: Van der Vaart pennt und verliert leichtfertig den Ball. Perisic schickt direkt Olic, der schneller ist als Westermann und Djourou und den Lupfer versucht. Die Kugel geht allerdings knapp am Tor vorbei.

63., 2:0, Hunt: Der HSV ist nach einem Freistoß aufgerückt. De Bruyne schaltet den Turbo ein, Behrami kommt nicht hinterher. Überragender Querpass am Strafraum zu Hunt, der die Kugel erst stoppt und dann lässig einschiebt.

77.: Wieder eine tolle Kombination des VfL. Perisic spielt auf links de Bruyne stark frei. Die folgende flache Hereingabe des Belgiers wird aber von Djourou knapp vor Olic abgefangen.

Fazit: Die Wölfe agierten mit breiter Brust und siegten verdient bei einem recht harmlosen HSV.

Der Star des Spiels: Kevin De Bruyne. An den meisten gefährlichen Angriffen beteiligt. Bereitete beide Treffer vor, gerade der zweite Assist war grandios. Insgesamt seine neunte direkte Torbeteiligung in der Liga. Nur Cesc Frabregas vom FC Chelsea hat ähnliche Werte.

Der Flop des Spiels: Nicolai Müller agierte fast 80 Minuten lang sehr unglücklich. Keinerlei Torgefahr, blieb ohne Torabschluss und traf in den entscheidenden Momenten immer die falsche Entscheidung.

Der Schiedsrichter: Knut Kircher. Agierte gewohnt in seiner ruhigen Art mit seiner natürlichen Autorität und ließ so keine Hektik aufkommen. Lag bei den persönlichen Strafen richtig und war ein umsichtiger Leiter.

Das fiel auf:

  • Der HSV trat in den ersten Minuten sehr massiert auf und ließ dem VfL kaum Platz für einen anständigen Spielaufbau, da Klose, Naldo und Luiz Gustavo permanent angelaufen wurden.
  • Die Wölfe reagierten mit weiten Diagonalbällen von den Außenverteidigern, um das Spiel schnell zu machen.
  • Auffallend intensives Spiel der beiden Teams. Keiner zog zurück, jeder gab Vollgas. Bis zum Führungstreffer, danach agierte Wolfsburg sehr dominant. Der HSV schien geschockt und verlor die Bälle danach zu leicht.
  • Die Hamburger liefen zur Halbzeit bereits 1,5 Kilometer mehr als die Gastgeber. Dazu brachte der HSV nur 58 Prozent der Pässe zum Mitspieler, beim VfL waren es im ersten Durchgang 80 Prozent.
  • Nach der Pause kamen die Rothosen besser aus der Kabine und wirkten giftiger, Wolfsburg verschlief die ersten 15 Minuten. Fast aus dem Nichts fiel dann das 2:0.
  • Dem VfL war anzumerken, dass sie derzeit in einer richtig starken Verfassung sind. Unfassbar breite Brust, ließen nach dem 2:0 keinerlei Zweifel am Sieg aufkommen. Statement!
  • Wolfsburg erzielte 13 der 22 Tore in dieser Saison in der 2. Halbzeit. Nur die Bayern trafen ebenso oft nach der Pause.

Wolfsburg - Hamburg: Die Statistik zum Spiel

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