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Bundesliga - 8. Spieltag

Ronnys Kracher rettet die Hertha

Von Michael Stricz
Freitag, 04.10.2013 | 22:21 Uhr
Herthas Retter hat einen Namen: Ronny. Der Brasilianer traf mit dem ersten Kontakt
© getty
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Der eingewechselte Ronny sicherte Hertha BSC gegen Hannover 96 ein verdientes 1:1-Unentschieden. Christian Schulz erzielte die Führung für 96, Didier Ya Konan verletzte sich wohl schwer.

In einem ingesamt spielerisch schwachen und sehr ruppigen Spiel vor 46.500 Zuschauern in der HDI-Arena rettete der Kracher des Brasilianers den Berlinern einen verdienten Punkt und verhinderte so einen neuen Heimrekord für Hannover (fünf Heimsiege in Folge).

Mirko Slomka wird wohl zudem die kommenden Wochen ohne Ya Konan auskommen müssen, der sich bei einer Grätsche wohl schwer am Sprunggelenk verletzte.

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beide Trainer jeweils mit zwei Änderungen. Bei Hannover feiert Schlaudraff sein Startelfdebüt. Dazu muss Slomka auf den grippekranken Sane verzichten, dessen Platz in der Innenverteidigung Marcelo einnimmt.

Bei Hertha bleiben Ronny und Cigerci zunächst draußen, dafür darf Doppeltorschütze Allagui im Team bleiben. Auch Schulz rückt in die erste Elf.

18.: Skjelbred legt überlegt ab auf Hosogai, der aus 20 Metern zentral die Fackel zündet. Glück für Zieler, dass der Ball knapp am rechten Kreuzeck vorbeizischt.

19.: Nächste Chance Hertha: Schulz kann unbedrängt abziehen. Zieler klatscht den Flachschuss nur schwach ab. Allagui verpasst in der Mitte um Haaresbreite.

23.: Stindl mit dem ersten Torschuss für Hannover. Den abgeblockten Schuss von Ya Konan nimmt er volley aus der Luft. Der Schuss wird zur Ecke abgefälscht.

23., 1:0, Schulz: Die darauffolgende Ecke: Der Ball ist eigentlich schon geklärt, wird aber nochmal in den Sechzehner gehebelt. Hosogai klärt den Ball unglücklich vor die Füße von Schulz, der überlegt mit dem linken Außenrist abzieht.

58.: Das muss der Ausgleich sein! Ramos setzt sich gegen Marcelo robust durch und bedient Ben-Hatira, der frei vor dem Kasten nur den Pfosten trifft.

69.: Huszti findet in der Mitte Sobiech, der aber keinen Druck mehr hinter den Kopfball bringt.

71.: Skjelbred steckt mustergültig auf Ramos durch, der sich vor Zieler die Ecke praktisch aussuchen kann. Der Kolumbianer schiebt das Leder aber aus sechs Metern links am Tor vorbei. Hannover wackelt jetzt gewaltig.

80., 1:1, Ronny: Wahnsinn! Luhukay wechselt den Ausgleich ein. Ronny zimmert mit seinem ersten Ballkontakt einen Freistoß aus gut zwanzig Metern mit links ins Kreuzeck. Und der ebenfalls gerade eingewechselte Wagner ist es, der die entscheidende Lücke in der Mauer freiblockt.

89.: Riesenparade von Kraft! Der Keeper pariert den Kopfball von Sobiech aus wenigen Metern in Weltklassemanier.

Fazit: Verdiente Punkteteilung in einer hart umkämpften Partie. Hannover im zweiten Durchgang trotz Führung erstaunlich offen.

Der Star des Spiels: Ronny. Zeigte Sekunden nach seiner Einwechslung, warum Luhukay so viel von ihm hält. Seinen ersten Ballkontakt hämmerte er mit jener Entschlossenheit in die Maschen, die seinen Kollegen vor dem Tor bis zu diesem Zeitpunkt gefehlt hatte. Ein Empfehlungsschreiben für die Startelf.

Der Flop des Spiels: Jan Schlaudraff. Unglückliches Startelfcomeback des Hannoveraners. Wirkte von Beginn an fahrig und nicht ganz auf der Höhe. Kam immer einen Schritt zu spät: Beleg war seine frühe Gelbe Karte. Wurde kurz nach der Pause von Slomka erlöst.

Der Schiedsrichter: Günter Perl. Es war ein schwieriges Spiel für den Unparteiischen. Zeigte Schlaudraff zu Recht früh Gelb, setzte sich damit aber unter Zugzwang. War dann nicht immer stringent beim Strafmaß. So zeigte er Allagui bei dessen hohen Fuß gegen Pocognoli die gelbe Karte, ließ selbige aber beim (unabsichtlichen) Schlag von Huszti gegen Schulz oder Andreasens Grätsche gegen Hosogai stecken. Die Gelbe Karte gegen Langkamp war ebenfalls nicht korrekt, der Berliner spielte klar den Ball (59.). Richtig war es dagegen, den Luftzweikampf zwischen Pocognoli und Allagui unmittelbar vor dem 1:0 nicht abzupfeifen. Seine Pfeife blieb auch bei einigen strittigen Szenen auf beiden Seiten im Sechzehner stumm.

Das fiel auf:

  • Hertha gleich zu Beginn mit aggressivem Pressing gegen Hannovers Innenverteidiger Marcelo und Schulz. Ben-Hatira und Ramos machten die Mitte gut zu und provozierten so zu Beginn frühe Ballverluste oder unkontrollierte lange Bälle.
  • Die Berliner bestimmten die Anfangsphase mit hohem Pressing und Laufaufwand. Bezeichnend, dass der erste vielversprechende Konter der Gastgeber in einem Rückpass von Sakai zu Zieler endete.
  • Gerade in der ersten Hälfte hohes Tempo von beiden Teams, was allerdings auch zu vielen schnellen Ballverlusten führte, wodurch das Spiel zerfahren wirkte.
  • Hannover wieder einmal hocheffektiv. Die erste kleine Druckphase resultierte direkt im Führungstreffer nach einer Standardsituation. Berlin wirkte bereits nach gut 25 Minuten nicht mehr so konsequent und geordnet im Pressing.
  • Hannover trotz der Führung in der zweiten Hälfte oftmals erschreckend offen, was den Berlinern einige gute Chancen ermöglichte.
  • Beide Teams spielten in der zweiten Hälfte mit absolut offenem Visier. Das Spielbild war deshalb geprägt von vielen Fouls und schnellen Gegenstößen. Das Mittelfeld versuchten beide Teams schnell zu überspielen.

Hannover - Hertha: Daten zum Spiel

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