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3:3! Wahnsinn an der Weser

Von Florian Schimak
Sonntag, 29.09.2013 | 17:43 Uhr
Der Ausgleich: Kurz nach seiner Einwechslung traf Josip Drmic zum zwischenzeitlichen 2:2
© imago
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Der Club hat nach dem 3:3 (2:1) zwar weiterhin noch keinen Saisonsieg gefeiert, beweist aber abermals eine tolle Moral. Werder Bremen bleibt mit dem Unentschieden weiterhin die Wundertüte der Liga.

Vor 40.000 Zuschauern im Bremer Weserstadion boten sich beide Teams vor allem im zweiten Abschnitt einen offenen Schlagabtausch. Ein Eigentor von Dabanli (8.) und Elia (34.) brachten Werder in Front. Der Club kam kurz vor der Pause dank Kiyotake (44.) wieder zurück ins Spiel.

Im zweiten Durchgang glich Nürnberg dann zwei Mal durch Drmic (53.) und Hlousek (70.) aus. Elia hatte in der 66. Minute die zwischenzeitliche Führung erzielt.

Die Reaktionen:

Robin Dutt (Trainer Werder Bremen): "Es gehört zum Lernprozess bei uns dazu, wie man so ein Spiel nach Hause bringt. Nach dieser Geschichte von Bremen kannst du jetzt noch nicht auf alles immer eine Antwort haben. Am Anfang der Saison haben wir ganz kleine Schritte gemacht, jetzt werden die Schritte größer. Das 3:3 ist bitter, aber diese Mannschaft kann nur Freude machen, wenn sie so spielt."

Michael Wiesinger (Trainer 1. FC Nürnberg): "In der zweiten Halbzeit haben wir die Kontrolle übernommen und wäre der Sonntagsschuss nicht gewesen, hätten wir das auch gewinnen können. Wir haben auf zwei Spitzen umgestellt, das war dann vielleicht der Schlüssel. Am Anfang waren wir zu fehlerhaft, das kannst du dir in Bremen nicht erlauben."

Josip Drmic (1. FC Nürnberg): "Wir hatten heute Kampf, Leidenschaft, Herz und Willen. Das hat uns gepusht. Wir sind harte Kerle, und in der zweiten Halbzeit sind wir ein bisschen aufgewacht.."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Robin Dutt baut im Vergleich zum Sieg gegen den HSV sein Team auf zwei Positionen um. Youngster Kobylanski und Ignovski bleiben auf der Bank, dafür beginnen Ekici und der wiedergenesene Junuzovic.

Beim Club gibt es drei Änderungen im Vergleich zum letzten Spieltag. Tomas Pekhart ersetzt den verletzen Ginzcek. Esswein und Dabanli kommen für Frantz und Nilsson ins Team.

8. 1:0, Eigentor Dabanli: Erste gefährliche Aktion im Spiel und direkt die Führung für Werder. Garcia wird auf links im Strafraum ein wenig glücklich in Szene gesetzt und bringt die Kugel flach und fest vors Tor. Dabanli hält den Schlappen rein und der Ball springt ins kurze Eck. Keine Chance für Schäfer.

19.: Elia lässt Pogatetz im Strafraum alt aussehen und legt ab auf Hunt, der den Ball aus vollem Lauf dann doch verzieht.

25.: Wieder wird es gefährlich. Wieder über Garcia, der diesmal aus dem Zentrum Hunt bedient. Schäfer kann den Schuss nur abklatschen lassen, aber Petersen verstolpert die Nachschusschance.

34. 2:0, Elia: Hunt abermals auf links spielt den Ball flach in die Mitte, Elia kommt aus 18 Metern angerauscht und schiebt den Ball mit rechts ins obere Eck. Schäfer sieht den Ball spät aus und dadurch nicht gut aus.

44.: 2:1, Kiyotake: Der erste Angriff der Nürnberger bringt den Anschluss. Nach einer Hlousek-Flanke von links verpassen Pekhart und Caldirola in der Mitte, Garcia ist überrascht. Kiyotake steht am zweiten Pfosten und schweißt die Kugel dann mit rechts unter die Latte.

49.: Kiyotake flippert sich in Richtung Strafraum. Irgendwie kommt der eingewechselte Drmic an den Ball und zieht aus 16 Metern aus der Drehung ab - knapp links am Pfosten vorbei.

53.: 2:2, Drmic: Pekhart ist auf rechts glockenfrei und bringt den Ball scharf vor den Kasten, wo Drmic ähnlich frei steht und den Ball mit links aus elf Metern zum Ausgleich über die Linie drückt.

58.: Ecke für Werder von rechts. Lukimya steigt in der Mitte am höchsten, Plattenhart klärt auf der Linie.

66.: 3:2, Elia: Durcheinander im Nürnberger Strafraum, Schäfer kommt nicht raus und der Club klärt nur halbherzig direkt vor die Füße von Elia. Der haut die Kugel aus gut 22 Metern wunderschön ins linke untere Eck.

70., 3:3, Hlousek: Hlousek spielt Kiyotake an, der Japaner verzögert und bedient dann wieder Hlousek mustergültig, der völlig frei vor Mielitz cool bleibt und zum 3:3 einschiebt.

73.: Wieder ein klasse Ball von Kiyotake auf Pekhart, doch der Tscheche kann den Kopfball freistehend nicht im Tor unterbringen.

78.: Wahnsinns Parade von Mielitz! Einen Plattenhardt-Freistoß verlängert Pekhart, doch der Keeper fischt das Ding aus dem Eck. Nach dem anschließenden Eckball jagt Drmic die Kugel an die Latte.

Fazit: Werder war in Halbzeit eins sehr stark, im zweiten Durchgang bewies der Club tolle Moral und somit geht das Unentschieden absolut in Ordnung.

Der Star des Spiels: Bis zur 44. Minute ein perfekter erste Auftritt im Weserstadion für Santiago Garcia. Dann aber sah er beim Anschlusstreffer von Kiyotake unglücklich aus und stand auch vor dem Ausgleich falsch. Mit dem seinem Treffer und der tollen Vorarbeit zum 2:2 avanciert somit der Japaner zum Man oft he Match.

Der Flop des Spiels: Timothy Chandler hatte seine rechte Seite absolut nicht im Griff. Egal ob Hunt, Ekici oder Garcia kamen - der US-Boy war stets zweiter Sieger. Hatte zudem Glück, dass nach seinem Foul an Ekici nicht auf Elfmeter entschieden wurde. Steigerte sich im zweiten Durchgang allerdings ein wenig.

Der Schiedsrichter: Tobias Stieler agierte weitestgehend sicher und souverän. Hatte auf beiden Seiten zwei knifflige Strafraumszenen, bei denen man auch auf Elfmeter hätte entscheiden können. Ansonsten unauffällig - was wohl am besten für einen Unparteiischen ist.

Das fiel auf:

  • Gerade in der ersten Hälfte zeigten die Bremer starkes Pressing und waren aggressiv in den Zweikämpfen. Nürnberg fand so gar nicht ins Spiel. Gerade über die rechte Seite war der Club extrem anfällig.
  • Werder spielte fast wie aufgedreht. Ekici, Garcia und Hunt wirbelten die Nürnberger Defensive ordentlich durcheinander. Gerade Hunt war überall zu finden - holte sich auch mal die Bälle von der Abwehr oder bediente die Angreifer in vorderster Front.
  • Beim Club lief wenig zusammen. Das Fehlen von Ginzcek machte sich deutlich bemerkbar. Pekhart hielt die Bälle Vorne nicht und konnte so auch für keine Entlastung sorgen.
  • In der zweiten Hälfte verlor Werder seine Aggressivität und Linie. Durch individuelle Fehler brachte man den Club wieder ins Spiel. Das variable Offensivspiel aus der ersten Hälfte fand nicht mehr durchgehend statt.
  • Mit der Einwechslung von Drmic im zweiten Durchgang war Nürnberg wieder im Spiel und bewies starke Moral.

Bremen-Nürnberg: Daten zum Spiel

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