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Im Zentrum der Party

Samstag, 22.03.2014 | 23:25 Uhr
Thomas Müller wird von seinem Kollegen Bastian Schweinsteiger gut unterhalten
© Getty
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Bastian Schweinsteiger ist wieder ein Fixpunkt im Spiel des FC Bayern. Der Vize-Kapitän scheint seine Verletzungsprobleme endgültig überwunden zu haben. Mit ihm verändert Trainer Pep Guardiola auch die Statik seines Spiels. Die öffentliche Kritik ist verstummt.

Die Ausgangslage ist klar: Ein Sieg in Berlin und der FC Bayern kann seine 24. deutsche Meisterschaft feiern. Für Bastian Schweinsteiger heißt das in den Tagen bis Dienstag Mehrarbeit. Der Vize-Kapitän ist bei den Münchnern für die Partyplanung zuständig.

Bereits am Montagabend hatte Schweinsteiger im Münchner Norden zu einer Kostümparty eingeladen, auf der sich illustre Sportkollegen wie Usain Bolt und Felix Neureuther tummelten. Auch in Berlin dürfte sich Schweinsteiger nach sechs Triumphen im DFB-Pokal in Sachen Clubs bestens auskennen.

Immer wieder in der Kritik

Die gute Laune ist zurückgekehrt bei Bastian Schweinsteiger, nachdem er zwischen November 2013 und Februar 2014 verletzungsbedingt nicht spielen konnte und die Mannschaft auch in seiner Abwesenheit brillierte.

Es ist ja nicht so, dass Schweinsteiger einen Untouchable-Status genießt wie Philipp Lahm und seine Qualität nie in Frage gestellt wird. Zu Schweinsteigers Karriere gehört vielmehr, dass er polarisiert und in der Öffentlichkeit schnell als verzichtbar erklärt wird.

Auch in dieser Saison hat Schweinsteiger diese Diskussion schon wieder über sich ergehen lassen müssen. Er tut das mit großer Gelassenheit und Zurückhaltung, eine öffentliche Rechtfertigung seiner Person hält er auch für nicht nötig.

Für Bayern unverzichtbar

Der uneingeschränkten Rückendeckung im Verein kann er sich sicher sein. Sportvorstand Matthias Sammer hat die Debatten um Schweinsteigers Qualitäten und seine Rolle im System von Trainer Pep Guardiola Ende des letzten Jahres als "abwertend, respektlos und niederträchtig" bezeichnet.

Auch Guardiola hat seit seiner Ankunft noch keine Gelegenheit ausgelassen, um auf die Bedeutung Schweinsteigers für das Bayern-Spiel und für den ganzen Klub hinzuweisen. "Als Mensch, Persönlichkeit und Spieler unverzichtbar" sei Schweinsteiger, sagte Sammer.

Fixpunkt im Bayern-Spiel

Die vergangenen drei Spiele gegen Mainz, Leverkusen und Arsenal haben gezeigt, dass Schweinsteiger seine Verletzungsprobleme am Sprunggelenk und am Knie überwunden und sich wieder zu einem Fixpunkt im Mittelfeld der Bayern entwickelt hat.

In Mainz hatte er mit 132 Ballkontakten die meisten auf dem Platz, er warf sich in Zweikämpfe und er lenkte das Angriffsspiel, als die Bayern in der zweiten Halbzeit Kontrolle über die Partie gewannen. Der Führungstreffer war die persönliche Belohnung für Schweinsteigers Einsatz und die Geduld der ganzen Mannschaft.

Aufgabenteilung mit Thiago und Kroos

"Er wirkt physisch sehr stabil. Die letzten Prozente der Fitness kommen mit Training und Spielen. Ich kenne ihn jetzt 20 Monate, sein ganzer Bewegungsablauf wird immer besser", sagte Sammer schon nach dem Sieg über Leverkusen, als Schweinsteiger einen Freistoß versenkte.

Schweinsteiger kommt passend zu den wichtigen Spielen, die in den kommenden Wochen anstehen, immer besser in Form. Egal, ob er auf der Sechs oder auf der Halbposition eingesetzt wird. Schweinsteiger prägt das Spiel der Bayern, auch wenn er sich den Posten des Taktgebers mehr mit Thiago oder Toni Kroos teilen muss, als noch zur Ära Jupp Heynckes.

Schweinsteiger ist neben Lahm und Manuel Neuer der Leader im Team, der die Feingeister an seiner Seite zu mehr Ernsthaftigkeit und Zielstrebigkeit anweist, falls diese im lockerleichten Kombinationsspiel verloren zu gehen droht.

Auch Schweinsteiger kann sich nicht sicher sein, dass er in allen wichtigen Spielen in der Champions League auf dem Platz stehen wird, dafür sind Guardiolas Überlegungen zu sehr von den speziellen Anforderungen des Gegners abhängig. Klar ist aber, dass er Schweinsteigers Fähigkeiten im spielerischen, im körperlichen und im mannschaftsinternen Bereich sehr schätzt.

Lahm im Zentrum verzichtbar

Ist Schweinsteiger fit, scheint auch Lahm im Zentrum wieder verzichtbar. Der Kapitän hat in bedeutenden Champions-League-Spielen gegen Arsenal zweimal anstelle von Rafinha als Rechtsverteidiger gespielt.

Seit Schweinsteiger fit ist, ist Lahm nicht mehr zwingend als Instanz im Zentrum gefragt, diesen Part erledigt jetzt Schweinsteiger. Diese Änderung in der Statik des Spiels bleibt aber ohne negative Auswirkungen auf das perfekt harmonierende Gebilde des FC Bayern.

Schließlich hat Guardiola noch jede Menge hochwertiger Mittelfeldspieler im Kader wie Thiago, Kroos und Mario Götze. Die Zukunft von Lahm liegt also wieder auf der Position des Rechtsverteidigers.

Im Rhythmus bleiben

Zu den großen Herausforderungen eines Bayern-Trainers gehört, den herausragend besetzen Kader in Zeiten zu managen, in denen alle fit sind. Guardiola kann die letzten Spiele dank des riesigen Vorsprungs in der Bundesliga auch dazu nutzen, allen Spielern im Kader Einsatzzeit zu verschaffen.

Wichtig dabei sei, sagte Schweinsteiger dabei im Stile seines Sportvorstandes, dass "wir unseren Rhythmus hochhalten". Dann könnte Schweinsteiger auch in dieser Saison noch die eine oder andere Feier mehr zu organisieren haben.

Mainz - Bayern: Daten zum Spiel

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