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Bundesliga - 22. Spieltag

HSV siegt bei Slomka-Debüt

Von Stefan Rommel und Benjamin Wahlen
Samstag, 22.02.2014 | 17:33 Uhr
Die Spieler des HSV feiern einen auch in der höhe verdienten Sieg über Borussia Dortmund
© Getty
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Der Hamburger SV hat seine Talfahrt bei der Premiere des neuen Trainers Mirko Slomka gestoppt. Die Hamburger siegten am 22. Spieltag gegen Borussia Dortmund mit 3:0 (1:0) und beendeten ihre Serie von zuletzt sechs Niederlagen am Stück.

Vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften Imtech Arena erzielte Petr Jiracek das 1:0 für den Hamburger SV (58.). Kurze Zeit später erhöhte Pierre-Michel Lasogga mit seinem 11. Saisontreffer auf 2:0. Ein Traumtor von Hakan Calhanoglu besiegelte die Niederlage des BVB (90.)

Hamburg hält durch den fünften Saisonsieg den Anschluss ans rettende Ufer, während der BVB durch die erste Niederlage im neuen Jahr einen Dämpfer im Kampf um die Champions League hinnehmen musste.

Die Reaktionen:

Mirko Slomka (Trainer Hamburger SV): Es war ein guter Auftakt. Diese Mannschaft des BVB im Zaum zuhalten, erfordert nicht nur Leidenschaft, sondern auch den Willen zu laufen, den Willen zu fighten und den Willen, aus der Position heraus immer wieder anzulaufen, auch wenn man nicht an den Ball kommt. Es hat sich gelohnt, wie man bei den ersten beiden Toren gesehen hat, dass man drin bleibt und nicht aufgibt."

...über das Tor von Hakan Calhanoglu: "Ein unfassbares Tor, traumhaft schön. Der Hakan kann das, der Hakan trainiert das. Das ist gut so, wenn er es versucht. Ich fand es relativ mutig, weil ich dachte, wir lassen den Ball laufen und spielen auf Zeit. Aber ein Tor ist natürlich umso schöner."

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Es gibt diesen alten Spruch: Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss. Den hasse ich wie nichts anderes. Ich finde, ein Pferd hat so hoch zu springen, wie es kann. Wir haben heute geguckt, wie hoch wir springen müssen. Und als wir festgestellt haben, dass es nicht so hoch ist, waren wir im Hintertreffen."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff:

Hamburgs neuer Trainer Mirko Slomka stellt kräftig um und nimmt sechs personelle Wechsel vor. Arslan, Badelj, Calhanoglu, Djourou, Jiracek und Rajkovic beginnen für Bouy, Diekmeier, John, Ilicevic, Sobiech und van der Vaart. Auch Westermann startet, weil Diekmeier kurzfristig wegen eines Magen-Darm-Infekts passen muss.

Nur eine Änderung auf der anderen Seite. Jürgen Klopp gibt Sven Bender den Vorzug, Sebastian Kehl nimmt zunächst auf der Bank Platz.

Begleitet von einer Schweigeminute gedenken die HSV-Fans dem unter der Woche verstorbenen Hermann Rieger mit einer tollen Choreografie.

16.: Die erste Chance der Partie hat der Gastgeber. Calhanoglu bedient Jiracek im Strafraum, der den Ball geschickt an Piszczek vorbeilegt, dann aber zu unplatziert abschließt.

19.: Wieder Piszczek, diesmal aber mit schönem pass auf Mkhitaryan. Der Armenier zieht von der Strafraumkante ab, Djourou stört entscheidend und lenkt den Schuss am Tor vorbei.

35.: Badelj versucht sich aus knapp 25 Metern, zielt aber zu mittig. Weidenfeller pariert ohne Schwierigkeiten.

42., 1:0, Jiracek: Mit dem Rücken zum Tor behauptet Lasogga den Ball rechts im Strafraum, wird bis zur Grundlinie abgedrängt und flankt aus der Drehung vor den Fünfer. Dort überspringt Jiracek Aubameyang und köpft das Leder in die linke Torecke.

55.: Ganz fiese Szene, für die Aubameyang zwingend Rot sehen muss! Der Gabuner kommt viel zu spät in den Zweikampf, zieht trotzdem durch und trifft Arslan mit einem Kung-Fu-Tritt am Kopf. Weil auch Arslan weiterspielen kann, geht es mit Elf gegen Elf weiter.

58., 2:0, Lasogga: Arslan rächt sich auf faire Weise - mit einem Traumpass auf Lasogga, der frei auf Weidenfeller zuläuft und überlegt unten rechts einschiebt. Dem Treffer voraus ging eine starke Balleroberung von Calhanoglu gegen Sahin.

67.: Das 3:0 für den HSV - zurückgepfiffen von Brych. Diesmal liegt der Schiedsrichter goldrichtig. Rajkovic hatte sich vor Djourous Kopfballtreffer nach Ecke HSV klar aufgestützt.

70.: Auf der anderen Seite hat der BVB die riesen Chance nach einer Ecke, die über Umwege beim eingewechselten Duksch landet. Adler ist unten und hält den satten Schuss aus knapp zehn Metern.

71: Nächste Ecke, nächste Parade. Diesmal klatscht Adler einen Piszczek-Kopfball aus kurzer Distanz an die Latte.

80.: Dortmund steckt nicht auf, kommt aber einfach nicht durch. Reus versucht sich aus 18 Metern, Adler ist zur Stelle.

90., 3:0, Calhanoglu: Ein Elfmetertor - aus 40 Metern! Was für ein Traumtor. Calhanoglu legt den Ball kurz hinter den Mittelkreis, keine Mauer, warum auch - und hält drauf. Weidenfeller ist vollkommen überrascht, zumal sich der Schuss der Türken erst im letzten Moment nach links wegdreht.

Fazit: Ein verdienter Sieg des HSV, der es verstand, dem BVB die Lust am Spiel zu nehmen und seine Torchancen gut nutzte. Dortmund enttäuschte komplett.

Der Star des Spiels: Tolgay Arslan. Über 90 Minuten der Hauptdarsteller in der Imtech Arena. Führte unzählige Zweikämpfe und gewann den Großteil davon. Dazu immer anspielbar und Wegbereiter des entscheidenden zweiten HSV-Treffers. Stark auch Adler und Milan Badelj.

Der Flop des Spiels: Robert Lewandowski: Eine ganz schwache Partie des Polen. Gewann die wenigsten Zweikämpfe aller BVB-Akteure und konnte sich nie gegen Djourou und Rajkovic durchsetzen. Schon nach 67 Minuten nahm Klopp seinen Goalgetter vom Feld.

Der Schiedsrichter: Dr. Felix Brych hatte das Spiel gut im Griff und lag mit seinem Team bei fast allen Entscheidungen richtig. Aubameyang nach dessen brutaler Einlage nicht vom Platz zu stellen, war allerdings eine klare Fehlentscheidung.

Das fiel auf:

  • Der HSV in einem klaren 4-4-2 in der Defensive mit Arslan und Badelj im Zentrum und Jiracek (rechts) und Rincon auf den Außenbahnen. Dabei bewegte sich das Vierer-Mittelfeld zumeist auf einer Linie und parallel zur Abwehrkette. Die beiden Reihen versuchten, den Abstand zueinander zu klein wie möglich zu halten. Dafür rückte die Abwehr bis auf zehn Meter an das Mittelfeld heran und verteidigte etwas höher als in den letzten Partien.

  • Während sich Hamburgs rechte Seite mit Westermann und Rincon fast ausschließlich auf ihre defensiven Aufgaben konzentrierte, lief fast jeder Angriff der Rothosen über links, wo Jansen und Jiraczek stetig antrieben.
  • Nur knapp 40 Prozent Ballbesitz, dazu mehr als jeder dritte Pass beim Gegner - auch in der ersten Halbzeit unter Slomka offenbarte der HSV große Schwächen und Unsicherheiten im Spielaufbau. Slomka mahnte seine Spieler immer wieder, auf riskante Manöver - weder im Dribbling noch im Passspiel - zu verzichten. So fand die Mannschaft immer mehr jene Sicherheit, die davor über Wochen und Monate abhanden gekommen war.
  • Deutlich verbessert dagegen das Defensivverhalten. Badelj und Arslan hielten konsequent ihre Positionen, Jiracek und vor allem Rincon rückten bei Bedarf ein und halfen, das Zentrum dicht zu machen. Klopps Elf blieb so kaum Raum für den gewohnten Tempo-Fußball.
  • Klopps Maßnahme, Bender vom Feld zu nehmen und Großkreutz dafür ins Zentrum zu stellen, brachte nicht den gewünschten Effekt. Mit Duckschs Einwechslung zog Klopp Reus und den Youngster in die Spitze und stellte auf 4-4-2 um. Auch die Umstellung im defensiven Mittelfeld (Mkhitaryan neben Sahin) brachte nicht mehr Struktur ins Dortmunder Spiel.

Hamburg - Dortmund: Die Statistik zum Spiel

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