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Bundesliga - 18. Spieltag

Hannover schockt den VfL Wolfsburg

Samstag, 25.01.2014 | 17:34 Uhr
Leonardo Bittencourt (l.) erzielte zwei Treffer beim 3:1-Sieg der 96er über Wolfsburg
© Getty
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Hannover 96 feiert unter dem neuen Coach Tayfun Korkut am 18. Spieltag den ersten Auswärtssieg in der Saison. Für die ambitionierten Ziele des VfL Wolfsburg ist die 1:3 (1:1)-Niederlage ein erheblicher Rückschlag.

Vor 25.000 Zuschauern in der Volkswagen-Arena brachte Neuzugang Artjoms Rudnevs die Gäste aus Hannover etwas überraschend in Führung (29.). Ivica Olic glich mit seinem 8. Saisontreffer aus (35.), ehe Bittencourt die 96er kurz nach der Pause wieder in Front brachte (50.).

In der 72. Minute brachte abermals Bittencourt die Entscheidung zu Gunsten der Gäste, die damit die ersten Auswärtspunkte der Saison einfuhren.

Reaktionen:

Dieter Hecking (Trainer Wolfsburg): "Wir hatten eine gute Anfangsphase, allerdings fehlte uns vorne die nötige Konsequenz. Wir wollten in der 2. Halbzeit weiter geduldig spielen, wurden nach dem Fehler vor dem 1:2 aber schnell bestraft. Kevin de Bruyne hat sich heute viel vorgenommen. Für den ersten Einsatz war es okay, aber wir hoffen noch auf eine Steigerung."

Tayfun Korkut (Trainer Hannover): "Glückwunsch an meine Mannschaft, sie hat heute ein großes Maß an Souveränität gezeigt. Vor allem in der 2. Halbzeit haben wir defensiv gut gestanden und wenig zugelassen. Es war für mich heute schon eine neue Situation, doch ich hatte gar keine Zeit darüber nachzudenken, weil ich mich auf das Spiel konzentrieren musste."

SPOX-Spielfilm

Vor dem Anpfiff: Wie angekündigt steht Neuzugang De Bruyne beim VfL in der Startelf. Für ihn sitzt im Vergleich zum letzten Spiel in der Vorrunde Caligiuri auf der Bank. Träsch wurde rechtzeitig fit und verteidigt rechts hinten für Patrick Ochs.

Tayfun Korkut stellt bei seinem Pflichtspiel-Debüt als 96-Coach einiges um. Neuzugang Rudnevs beginnt an der Seite von Diouf. Huszti, Schmiedebach, Schulz und Sakai rücken für Sulejmani, Andreasen, Sane und Cherundolo in die erste Elf.

17.: Erste gute Gelegenheit für den VfL. Naldo haut einen Freistoß aus gut 25 Metern auf den Kasten. Die Kugel ist noch leicht abgefälscht und senkt sich daher fies, aber Zieler ist mit den Fäusten zur Stelle.

24.: Die nächste Wölfe-Chance! Diesmal ist es Diego. Der Brasilianer kommt links in den Strafraum, zieht auf und versucht den Kunstschuss ins lange Ecke. Zieler muss sich strecken, aber lenkt den Ball um den Pfosten. Beste Chance bisher im Spiel.

29., 0:1, Rudnevs: Aus dem Nichts! Medojevic verliert den Ball im Zentrum, Wolfsburg völlig unsortiert. Naldo lässt sich aus dem Zentrum rausziehen, Diouf steckt auf Rudnevs durch, der alleine vor Benaglio cool bleibt und die Führung erzielt.

33.: Klasse Aktion von Rodriguez und Olic. Der Schweizer bringt eine Flanke aus dem Halbfeld von links flach in die Mitte, Olic bekommt die Fußspitze noch dran - doch Zentimeter rechts am Kasten vorbei.

35., 1:1, Olic: Der verdiente Ausgleich. Arnold kommt über rechts, zieht in die Mitte und lädt mit links ab. Zieler pariert direkt vor die Füße von Olic, der wohl ganz knapp im Abseits stand - aber da sah der Keeper nicht besonders gut aus.

49.: Die erste Chance in der zweiten Hälfte gehört den Gästen. Huszti zirkelt einen Freistoß schön über die Mauer - doch ganz knapp am Kasten vorbei.

50., 1:2, Bittencourt: Wieder führt ein individueller Fehler zu einem Gegentreffer für die Wölfe. Diego will einen Freistoß schnell ausführen, spielt aber einen grauenhaften Ball auf Medojevic. Hannover schaltet wieder schnell um. Dieses Mal ist Bittencourt frei durch und auch er bleibt frei vor Benaglio eiskalt und vollstreckt.

58.: Diego bedient Olic, der fackelt im Strafraum nicht lange und schließt aus der Drehung direkt ab. Zieler faustet den Ball mit einer Hand zu Ecke - allerdings stand Olic im Abseits. Der Treffer hätte nicht gezählt.

63.: Marcelo spielt De Bruyne den Ball genau in den Fuß. Der hat Platz, schließt dann aber aus 16 Metern zu ungenau ab. Da war mehr drin.

66.: Immer wieder versuchen es die Wölfe aus der Distanz. Dieses Mal sucht Perisic den Abschluss. Doch Zieler ist unten und fischt den Ball aus der linken Ecke.

69.: Beinahe das 3:1! Bittencourt ist auf dem linken Flügel ziemlich blank, legt den Ball auf rechts und fackelt ab - Benaglio lenkt den Ball mit den Fingerspitzen zur Ecke.

72., 1:3, Bittencourt: Wieder verlieren die Wölfe einen wichtigen Zweikampf im Zentrum. Huszti bedient Bittencourt auf links, der wieder glockenfrei auf Benaglio zumarschiert und die Kugel rechts oben in den Knick jagt.

80.: Beinahe der Anschluss! Diego zirkelt einen Freistoß aus 20 Metern über die Mauer, aber ganz knapp links unten vorbei. Zieler wäre wohl ohnehin da gewesen.

Fazit: Hannover war die pure Effizienz. Wolfsburg zwar deutlich überlegen, aber aus vier Chancen machten die Gäste drei Treffer - daher war der Sieg nicht mal unverdient.

Star des Spiels: Leonardo Bittencourt. Gefährlichster Akteur auf dem Platz. Erzielte zwei Treffer, als er beide Male frei vor dem Kasten cool blieb. Hatte zudem noch die ein oder andere Chance und war an fast allen Offensivaktionen der 96er beteiligt.

Flop des Spiels: Slobodan Medojevic erwischte einen gebrauchten Tag. War an allen drei Gegentreffern beteiligt. Sinnloser Ballverlust vor dem 0:1. Sah beim 1:2 unglücklich aus, wobei der Pass von Diego auch katastrophal war. Beim 1:3 ließ er Bittencourt zu viel Platz.

Der Schiedsrichter: Markus Schmidt war ein umsichtiger Leiter einer sehr fairen Partie. Zeigte erst in der 55. Minute die erste Gelbe Karte (Träsch). Lag sonst auch meist richtig bei seinen Entscheidungen. Außer beim Ausgleich der Wölfe, bei dem Olic wohl hauchdünn im Abseits stand. Allerdings war das auch in der Wiederholung ganz schwer zu sehen.

Das fiel auf:

  • Der VfL von Anfang an um Spielkontrolle und Ordnung bemüht. In der ersten Hälfte hatten die Wölfe über 60 Prozent Ballbesitz. Die offensive Dreierreihe mit Diego, Arnold und De Bruyne rochierte viel. Vor allem der Brasilianer war in der Anfangsphase auffälligster Spieler - fast jeder Angriff lief über ihn.
  • Hannover wirkte anfangs sehr unkonzentriert - fast verunsichert. Viele einfache Ballverluste oder schlampige Pässe. Offensiv war gar nichts zu sehen. Diouf und Rudnevs griffen erst kurz vor der Mittellinie an und ließen den Wölfen so genug Platz, um ihr Spiel ohne Probleme über Knoche oder Naldo zu eröffnen.
  • Korkut stellte sein Team generell sehr defensiv ein. Zwei dicht gestaffelte Viererketten sollten den Wölfen das Leben schwer machen. Das Problem: Wenn Hannover einmal hätte kontern können, waren die Anspiele viel zu schlecht. Von Ballbesitzspiel, das der neue Coach fordert, war in der ersten Hälfte überhaupt nichts zu sehen.
  • Zwei individuelle Fehler im Spielaufbau führten zu den ersten beiden Gegentreffern für die Wölfe. Beide Male verlor man den Ball im Zentrum, dann schaltete Hannover blitzschnell um und bestrafte die Nachlässigkeit des VfL eiskalt.
  • Nach gute einer Stunde wechselte Dieter Hecking offensiv. Brachte Perisic für Träsch. Medojevic rückte auf die Rechtsverteidigerposition, Arnold ging auf die Sechs, Diego dafür ins Zentrum - gebracht hat es nichts.
  • Hannover spielte eigentlich wie unter Slomka zu besten Zeiten. Defensiv meist sicher, bei Ballverlusten des Gegners mit schnellem Umschaltspiel. Die wenigen sich bietenden Chancen nutzte man dann eiskalt. Wolfsburg hatte zwar insgesamt mehr vom Spiel, wirklich zwingend waren die Bemühungen der hochgelobten VfL-Offensive aber nicht.

Wolfsburg - Hannover: Die Statistik zum Spiel

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