Bundesliga - 21. Spieltag

Schon einmal für Barcelona geübt

Von Fatih Demireli
Samstag, 11.02.2012 | 21:47 Uhr
Bayer Leverkusen "verteidigte" gegen Borussia Dortmund das 0:1
© Getty
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Borussia Dortmund schlägt ohne Glanz Bayer Leverkusen und dennoch zeigt man sich beim BVB zufrieden. Bayer Leverkusen dagegen lieferte schon einmal ein Vorgeschmack, wie die Werkself am Dienstag gegen den FC Barcelona wohl auftreten wird: Ultradefensiv. Auch wenn Bayer-Trainer Robin Dutt Barcelona auf einem anderen Niveau sieht.

Reaktionen:

Trainer Jürgen Klopp (Borussia Dortmund): "Leverkusen war gut organisiert und hoch motiviert. Trotzdem haben wir ein richtig gutes Heimspiel gegen einen Gegner gemacht, der gut verteidigen kann. Ich bin mit dem Spiel völlig zufrieden, weil ich wusste, dass es sehr schwer wird."

Trainer Robin Dutt (Bayer Leverkusen): "Das Spiel hat mit viel Tempo angefangen, und Dortmund hat viel Druck gemacht. In der ersten Halbzeit haben wir geschickt verteidigt und mussten nach dem Wechsel das Risiko erhöhen. Es bestand die Gefahr, in Konter rein zulaufen."

Sebastian Kehl (Borussia Dortmund): "Es war heute sicherlich nicht dieses spektakuläre Spiel, das wir in den letzten Wochen des Öfteren gezeigt haben. Aber man darf nicht vergessen, dass wir heute gegen Bayer Leverkusen gespielt haben."

Nachbetrachtung: Als Robin Dutt vor die Presse trat, um über 0:1-Niederlage gegen Borussia Dortmund Stellung zu beziehen, war es kurz vor 18 Uhr. Der Trainer von Bayer Leverkusen war sich sicher: "Ich glaube, da erwartet uns noch eine Niveausteigerung, ohne den Dortmundern zu nahe treten zu wollen."

Da wusste Dutt natürlich noch nicht, was sich ab 20 Uhr im "El-Sadar"-Stadion zu Pamplona abspielte. Die niveaugesteigerte Version Dortmunds, also der FC Barcelona, geriet beim spielerisch eigentlich niveauarmen Osasuna schon nach 22 Minuten mit 0:2 in Rückstand und verlor letztlich beim Neunten der spanischen Primera Division mit 2:3.

Ob Dutt, der sicher pflichtbewusst Barcas Niederlage in Pamplona live am Bildschirm sah, für das Champions-League-Spiel am Dienstag gegen die Katalanen unverhofft Hoffnung tankte, ist freilich noch nicht übermittelt. Und auch wenn: Die Laune dürfte, ob der dürftigen Vorstellung seiner Mannschaft, nicht messbar gestiegen sein.

"Wir strahlen derzeit nicht die Torgefahr aus und haben nicht die Effektivität von Dortmund." Was Dutt fachspezifisch zu erklären versuchte, brachte Stefan Kießling auf anderer Ebene klar zur Sprache: "Uns fehlt derzeit das Selbstvertrauen."

Es war nicht so, dass Borussia Dortmund vor 80.400 Zuschauern im Signal Iduna Park seine beste Saisonleistung aufs Feld zauberte. Ganz im Gegenteil. Eine sehr durchwachsene Leistung reichte, die Serie ungeschlagener Spiele auf 15 zu erhöhen. "Man kann nicht immer ein Feuerwerk erwarten", so Sebastian Kehl. So kam es auch nicht und dennoch wirkte Leverkusen durchgehend chancenlos.

Extrem defensiv ein- und aufgestellt war Bayer offensiv nicht existent. Andre Schürrle und Stefan Kießling waren die einzigen gelernten Offensivspieler in der Startelf. Der von seiner Fußballer-Geburt weg defensiv denkende Lars Bender sollte links für belebende Elemente sorgen, doch der Versuch misslang erneut. Renato Augusto, der nach viereinhalb Monaten Pause zurückkehrte, muss sich erst einmal mit Wettkampfbedingungen vertraut machen, bevor er eine echte Hilfe werden kann.

Um es dennoch positiv zu sehen, war das Dortmund-Spiel eine gute Übung für das Barcelona-Spiel. Ein technisch beschlagener und kombinationssicherer Gegner, der nur durch gute Defensivarbeit zu stoppen ist: So war Dortmund, so ist Barcelona und es wäre keine große Überraschung, wenn Dutt - trotz Heimspiel - ein ähnliches Bollwerk aufstellt.

Dieses Bollwerk hat Dortmund geknackt - wenn auch nur einmal. Der Held des Tages war Shinji Kagawa: Das Lob der Kollegen war überwältigend: "Manche seiner Bewegungen sind einfach geisteskrank", witzelte Mats Hummels und der überraschend aufgestellte Sven Bender ergänzte: "Der macht sensationelle Sachen und hat brutale Qualität."

Doch ohne Kagawa nahetreten zu wollen, Messi ist auf einem anderen Niveau.

Dortmund - Leverkusen: Daten zum Spiel

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