Bundesliga - 15. Spieltag

Bayer effektiv - Hoffenheim enttäuschend

Von Daniel Reimann / Marc-Oliver Robbers
Freitag, 02.12.2011 | 22:23 Uhr
Eden Derdiyok (M.) erzielte das 1:0 für Bayer Leverkusen gegen 1899 Hoffenheim
© Getty
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Bayer Leverkusen hat den 15. Bundesliga-Spieltag mit einem Sieg gegen 1899 Hoffenheim eingeleitet. Das Team von Robin Dutt feierte in einem schwachen Spiel einen 2:0 (1:0)-Erfolg.

Vor 25.948 Zuschauern in der BayArena erzielte Eren Derdiyok (10.) die Führung für Bayer Leverkusen, Sidney Sam besorgte den Endstand (79.).

Leverkusen ist damit seit fünf Ligaspielen in Folge ohne Niederlage, während Hoffenheim ebenso lange auf einen Dreier wartet.

Reaktionen:

Trainer Robin Dutt (Bayer Leverkusen): "Wir gewinnen jetzt auch die Spiele, die wir nicht ganz so stark spielen. Wir haben schon besser gespielt. Aber unterm Strich sind wir zufrieden."

Sidney Sam (Bayer Leverkusen): "Wir haben uns schwer getan. Aber in der zweiten Halbzeit sind wir besser ins Spiel gekommen. Die Null steht. Wir lassen wenige Chancen zu, dadurch gewinnen wir die Spiele."

Trainer Holger Stanislawski (1899 Hoffenheim): "Es ist schwer, Punkte zu holen, wenn man solche Gegentore bekommt. Das darf uns einfach nicht passieren. Wir betreiben so viel Aufwand, um uns Torsituationen herauszuspielen. Aber wir machen sie einfach nicht. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, aber das haben wir nicht."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bayer beginnt mit der Doppelspitze Kießling/Derdiyok im 4-4-2-System. Auf der Sechs starten Ballack und Bender, Rolfes sitzt zu Beginn draußen.

1899-Coach Stanislawski ersetzt die suspendierten Firmino und Obasi durch Beck und Sigurdsson, Johnson rückt ins Mittelfeld.

6.: Sam flankt von links in den Strafraum, Derdiyok nimmt die Kugel vom Elfmeterpunkt artistisch mit dem Außenrist volley und zwingt Starke zu einer Glanztat!

10., 1:0, Derdiyok: Schürrle nagelt aus 33 Metern einen Freistoß aufs Tor, Starke klatscht den Flatterball ungeschickt nach vorne ab. Derdiyok ist zur Stelle und staubt locker per Kopf ab.

32.: Riesenchance für Hoffenheim! Mlapa tankt sich auf rechts durch und spielt dann flach in die Mitte, aber Babel schafft es, die Kugel aus fünf Metern über das Tor zu bugsieren! Unglaublich!

56.: Schürrle und Kießling hebeln mit einem Doppelpass die 1899-Abwehr aus. Schürrle ist frei durch und zieht dann aus zwölf Metern ab, Starke pariert. Ein Querpass zurück auf Kießling wäre wohl die bessere Option gewesen!

79., 2:0, Sam: Langer Abschlag von Leno auf Kießling, der tippt den Ball kurz mit dem Kopf weiter zu Sam, der gefühlvoll das Leder aus 14 Metern über den herausstürzenden Starke hebt. Toll gemacht!

89.: Der eingewechselte Schipplock flankt von rechts auf den zweiten Pfosten, wo Compper heranläuft und die Kugel aus acht Metern direkt nimmt. Doch Leno ist zur Stelle und pariert.

Fazit: Bayer ist in einem niveauarmen Spiel das effektivere Team und gewinnt zwar verdient aber nicht glanzvoll mit 2:0. Hoffenheim enttäuscht.

Der Star des Spiels: Manuel Friedrich. Bayers Innenverteidiger zeigte keineswegs eine Ausnahmeleistung, spielte aber in einer kurzen "Drangphase" der Hoffenheimer nach Wiederanpfiff eine wichtige Rolle. Zwei vielversprechende Angriffe endeten bei ihm. Einmal rettete er kämpferisch per Grätsche gegen Babel, einmal klärte er per Kopf im eigenen Fünfer. Auch sonst war er ein hilfreicher Ruhepol und bester Zweikämpfer auf dem Feld.

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Der Flop des Spiels: Ryan Babel. Als einzige Spitze fehlten dem Niederländer häufig sowohl die Anspiele als auch die Anspielstationen. Das kann aber seinen uneffektiven und ideenarmen Auftritt kaum entschuldigen. Viele Stockfehler, wenig Durchschlagskraft. Vergab die beste Gäste-Chance kläglich und wies eine schwache Zweikampfbilanz auf (31 Prozent gewonnene Duelle).

Der Schiedsrichter: Wolfgang Stark. Bewies ein klare Linie und fand zumeist einen vertretbaren Kompromiss aus Strenge und Großzügigkeit. Entschied in der 26. Minute allerdings fälschlicherweise nicht auf Elfmeter, obwohl Compper Schürrle im eigenen Strafraum am Fuß getroffen hatte. Sonst ohne nennenswerte Fehlgriffe.

Analyse: Leverkusen begann engagierter und mutiger, Hoffenheim hingegen offenbarte früh einen gravierenden Mangel an Ideen. Dazu gesellten sich besonders in der Anfangsphase zahlreiche Stellungsfehler und eine unzureichende Abstimmung im Defensivverhalten.

So wurde es den Gastgebern ermöglicht, schon nach sechs Minuten den schönsten Angriff der ersten Halbzeit aufs Parkett zu legen, doch Derdiyoks Außenrist-Volley wurde von Starke sehenswert entschärft. Beim Gegentor kommt dem Hoffenheim-Keeper jedoch ein Großteil der Schuld zu, da Schürrles Flatterball zwar schwer zu antizipieren, aber völlig unplatziert war.

Bayer verpasste es jedoch, nach dem Führungstreffer den zeitweise indisponierten Gegner weiter konsequent unter Druck zu setzen. So konnte 1899 Schritt für Schritt ins Spiel finden, auch wenn die Zusammenarbeit der einzelnen Mannschaftsteile zu wünschen übrig ließ.

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Babel hing als einzige Spitze oft in der Luft, dem fleißigen Mlapa und dem um Struktur bemühten Salihovic fehlten oft die Anspielstationen. Hauptgrund hierfür war die deutlich höhere Laufbereitschaft und das bessere Stellungsspiel auf Seiten der Gastgeber.

Nach Wiederanpfiff agierte die Elf von Holger Stanislawski gewissenhafter in der Rückwärtsbewegung, attackierte früher und suchte nun häufiger ihr Heil in der Offensive. Doch an der Diagnose "Planlosigkeit" änderte sich auch im zweiten Durchgang wenig.

Hoffenheim kam äußerst selten zum Abschluss, bezeichnender Weise ergab sich die beste Chance nach einer Ecke - Mlapas Kopfballverlängerung wurde jedoch durch Ballack geklärt. Insgesamt blieb es ein verkrampftes Spiel auf niedrigem Niveau. Wenigstens war Sams 2:0 war sehenswert.

Leverkusen - Hoffenheim: Daten zum Spiel

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