Schürrle-Hammer besiegt tapfere Gladbacher

Von Christian Bernhard / Daniel Reimann
Freitag, 15.04.2011 | 22:21 Uhr
Gladbach-Stürmer Mike Hanke (2. v. l.) flog in Mainz nach der Pause mit Gelb-Rot vom Platz
© Getty
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Der FSV Mainz 05 hat am 30. Bundesliga-Spieltag seinen Heimfluch besiegt. Durch den 1:0 (0:0)-Sieg gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach fuhr das Team von Coach Thomas Tuchel zum ersten Mal seit November 2010 einen Heimdreier ein.

Im ausverkauften Bruchwegstadion erzielte Nationalspieler Andre Schürrle in der 87. Minute den späten Siegtreffer. Gladbach-Stürmer Mike Hanke flog in der 53. Minute mit Gelb-Rot vom Platz.

Die 48 Punkte von Mainz bedeuten Vereinsrekord für den FSV.

Reaktionen:

Lucien Favre (Trainer Mönchengladbach): "Das ist eine sehr große Enttäuschung. Es ist bitter, wenn man drei Minuten vor Schluss den entscheidenden Treffer kassiert. Es ist schwer, mit nur zehn Mann zu spielen. Aber wir haben das eigentlich ganz gut gemacht. Wir hätten auch in Unterzahl ein Tor erzielen können. Für uns hätte es einen klaren Elfmeter geben müssen."

Mike Hanke (Mönchengladbach): "Das ist sehr bitter. Wir sind in der zweiten Halbzeit eigentlich sehr gut ins Spiel gekommen. Meines Erachtens war das keine Gelb-Rote Karte. Das ist lächerlich, absolut lächerlich. Wahnsinn, echt! Die erste Gelbe ist eine Frechheit. Heute lief alles gegen uns. Ja, das ist ein Elfmeter. Ich weiß nicht, ob er Angst hat zu pfeifen, weil es die Mainzer sind, weil es ihr Stadion ist, weil wir die Auswärtsmannschaft sind."

Thomas Tuchel (Trainer FSV Mainz 05): "Ich denke, dass es eine gute, temporeiche und aktive erste Halbzeit von uns war. Es ist uns aber wieder nicht geglückt, einen Treffer zu erzielen. Dann hat jeder von uns angefangen nachzudenken, denn da hatten wir dann in Überzahl etwas zu verlieren."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Mainz im 4-2-3-1, mit vier Neuen und einer komplett neuen Abwehr: Kirchhoff und Bungert verteidigen innen für die gesperrten Svensson und Noveski. Caligiuri spielt rechts hinten, im Tor ersetzt Wetklo den verletzten Müller. Soto ist ebenfalls neu im Team.

Gladbach mit derselben Elf, die Köln im Derby mit 5:1 nach Hause geschickt hatte.

2.: Schürrle wird am Gladbacher Strafraum freigespielt, dreht sich gut von Stranzl weg und zieht aus 14 Metern ab. Ter Stegen war schon auf dem Weg ins rechte Eck, wehrt aber noch mit dem Fuß ab.

21.: Die erste Chance für Gladbach! Reus kommt über halbrechts in den Strafraum und hält sofort drauf. Strammer Flachschuss, der knapp am linken Pfosten vorbeigeht!

40.: Fehlpass Stranzl in die Beine von Risse. Dessen Schuss wird abgefälscht, Schürrle springt dazwischen und sucht am Strafraum den Abschluss. Abgefälscht, drei Meter rechts vorbei.

53.: Gelb-Rot für Hanke nach einer heftigen Grätsche von hinten im Mittelfeld. Unnötig von Hanke, bereits verwarnt so eine Grätsche zu setzen.

57.: Polanski mit Dampf über rechts, scharfer Querpass an den Elfmeterpunkt. Holtby kommt angelaufen, nimmt die Kugel aber erstmal an. Jantschke grätscht in höchster Not dazwischen und klärt.

70.: Reus spielt im Strafraum den Ball an Polanski vorbei und wird dabei am Fuß getroffen. Ein klarer Elfmeter, auch wenn Reus nie und nimmer an den Ball gekommen wäre. Fehlentscheidung von Schiri Aytekin.

87., 1:0, Schürrle: Der Nationalspieler wird halblinks angespielt, zieht zur Mitte und hält kompromisslos aus 24 Metern drauf. Ein sehr gut platzierter Flatterball in die rechte Ecke. Unhaltbar!

Fazit: Glücklicher Mainz-Sieg gegen tapfer verteidigende Gladbacher. Schürrles Hammer machte den Unterschied aus.

Der Star des Spiels: Martin Stranzl. Der Österreicher war im 1-gegen-1 nicht zu bezwingen und spielte hart, aber sauber. Allagui sah gegen den Abwehrchef der Borussia und Dante kein Land. Hielt auch in Unterzahl den Gladbacher Defensivverbund glänzend zusammen. Sollte Gladbach die Klasse halten, hätte Stranzl einen Riesen-Anteil daran.

Der Flop des Spiels: Mike Hanke. Der Stürmer machte eigentlich keine schlechte Partie, da er hinten oft aushalf. Die Aktion, mit der er sich Gelb-Rot holte, war allerdings völlig überflüssig und raubte seinem Team die Chance auf mehr.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin hatte lange Zeit keine Probleme mit der Partie. Die erste Gelbe Karte gegen Hanke ging aufgrund der Summe der Fouls und eines Ballwegschlagens in Ordnung, die zweite war unstrittig. In Minute 70. hätte er allerdings auf Elfmeter für Gladbach entscheiden müssen, als Polanski Reus am Fuß traf. Ein Fehler, der schwer wiegt.

Analyse: Mainz war von Beginn an sehr präsent und legte einen ausgeprägten Offensivdrang an den Tag. Schürrles Chance nach zwei Minuten war die Konsequenz davon. Der Nationalspieler zog von links immer wieder in die Mitte und suchte das schnelle Zusammenspiel mit Holtby und Allagui. Fuchs mimte dann den linken Flügelspieler.

Gladbach hatte aber schon nach wenigen Minuten den FSV-Anfangsdruck überstanden und das Spiel besser im Griff. Probleme bekamen die Gäste immer dann, wenn das Tuchel-Team nach Balleroberung schnell umschaltete und direkt mit wenigen Ballkontakten nach vorne agierte. Spielte Mainz kontrolliert nach vorne, stand die Borussia-Abwehr sicher.

Nach vorne ging bei Gladbach relativ wenig, wie aus dem Nichts hatte die Favre-Mannschaft nach 21 Minuten aber durch Reus die Chance zur Führung. Mitte der ersten Halbzeit wurde das Spiel zerfahrener, Mainz fehlte die Struktur - lange Bälle waren kein Problem für Dante/Stranzl - und Gladbach der letzte Drang nach vorne.

Gladbach kam sehr entschlossen aus der Kabine und schnürte die Mainzer phasenweise in deren Hälfte ein. Dann flog allerdings Hanke mit Gelb-Rot (achter Gladbacher Platzverweis, kein Bundesligist hat mehr), und die Partie kippte.

Die Gäste warteten tief auf Mainz, doch den Gastgebern fiel gegen den Defensivriegel wenig ein. Als alle schon mit einem 0:0 rechneten, zog Schürrle unhaltbar aus 24 Metern ab und sicherte Mainz doch noch die drei Punkte.

Mainz - Gladbach: Daten zum Spiel

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