Sonntag, 21.11.2010

Bundesliga - 13. Spieltag

Köln gelingt Befreiungsschlag in Stuttgart

Der 1. FC Köln hat nach einer turbulenten Woche die gewünschte Reaktion gezeigt und im Kellerduell des 13. Spieltags mit 1:0 (0:0) beim VfB Stuttgart gewonnen. Lukas Podolski erzielte per Foulelfmeter (81.) das Tor des Tages.

So packend wie hier zwischen Träsch (l.) und Mohamad ging es zwischen dem VfB und Köln zu
© Getty
So packend wie hier zwischen Träsch (l.) und Mohamad ging es zwischen dem VfB und Köln zu

Vor 45.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena war Köln über die gesamten 90 Minuten gesehen das bessere Team, auch wenn der VfB die deutlich besseren Chancen hatte.

Allerdings benötigten die Kölner einen äußerst zweifelhaften Foulelfmeter des schwachen Schiedsrichters Christian Dingert, um sich kurz vor Schluss doch noch für eine engagierte Leistung zu belohnen.

Damit bleibt der FC der Angstgegner der Stuttgarter: Seit 14 Jahren hat Köln in Stuttgart nicht mehr verloren. Durch den Sieg ziehen die Gäste zudem nach Punkten gleich mit dem VfB (beide 11) und geben die Rote Laterne wieder an Borussia Mönchengladbach ab.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Der VfB ohne Tasci, für ihn spielt Niedermeier. Celozzi darf wieder rechts hinten ran.

Der FC mit einigen Änderungen: Mondragon wieder im Tor. Ehret links hinten, Petit ist im defensiven Mittelfeld zurück. Lanig rückt dafür ins offensive Mittelfeld. Podolski beginnt auf der linken Seite.

12.: Gebhart mit einem klasse Zuspiel durch die Gasse auf Marica auf der rechten Seite. Der Rumäne passt die Kugel flach in den Sechzehner, dort steht Cacau blank und nimmt den Ball aus elf Metern direkt. Mondragon taucht rechtzeitig ab und pariert stark.

34.: Marica wird am Strafraum sträflich alleine gelassen und zieht zentral aus 17 Metern ab. Knapp links daneben!

35.: Podolski setzt sich auf links durch, bringt den Ball flach auf den kurzen Pfosten. Dort rutscht Lanig in den Ball und schließt direkt ab. Die Kugel geht nur hauchdünn am langen Pfosten vorbei, da hätte Ulreich keine Chance gehabt.

36.: Träsch trifft den Ball beim Schussversuch nicht richtig, er landet glücklich bei Cacau, der sich gegen Brecko durchsetzt und aus acht Metern abzieht, aber Mondragon kommt heraus und wehrt stark ab.

49.: Novakovic auf Podolski, Celozzi zu weit weg. Der Kölner frei vor Ulreich, der den Winkel aber super verkürzt und den harten Schuss aus kurzer Distanz sicher hält.

80.: Harnik setzt sich auf links durch, bringt den Ball von der Außenlinie in die Mitte auf Pogrebnjak, der Russe scheitert von rechts aus zehn Metern am linken Außenpfosten.

81., 0:1, Podolski: Niedermeier und Novakovic zerren gegenseitig am Trikot. Schiri Dingert gibt Elfmeter. Sehr zweifelhaft. Podolski eiskalt, knallt den Ball in den rechten Winkel.

90.+2: Gebhart am Fünfer gegen Brecko, spitzelt den Ball weg. Der Kölner trifft nur Gebharts Beine, der Pfiff bleibt aber aus.

Fazit: Glücklicher, aber nicht unverdienter Sieg für Köln, das die reifere Spielanlage zeigte. Stuttgart nutzte seine Chancen nicht und hatte am Ende Pech bei den Schiedsrichterentscheidungen.

Der Star des Spiels: Lukas Podolski ging letzte Woche noch gemeinsam mit der Mannschaft unter, wurde danach zum Sinnbild der Kölner Krise. Eine Woche später zeigte der Nationalspieler endlich mal wieder sein Potenzial, war griffig und spielte mit Herz. Beim Elfmeter gewohnt eiskalt.

Die Gurke des Spiels: Stefano Celozzi durfte mal wieder rechts in der Viererkette ran und hatte das Pech, auf einen starken Podolski zu treffen. Celozzi hatte deutliche Geschwindigkeitsnachteile und war mit dem Nationalspieler und dem ab und zu ebenfalls nachrückenden Ehret zeitweise schlicht überfordert.

Die Pfeife des Spiels: Christian Dingert erwischte einen rabenschwarzen Tag. Bereits in der ersten Halbzeit agierte er unglücklich, als er Novakovic unter anderem einen glasklaren Vorteil wegpfiff. Dazu gab es noch eine ganze Reihe zweifelhafter Entscheidungen. Das vermeintliche Foul beim Elfmeter war nicht eindeutig zu sehen, eher zog aber sogar Novakovic an Niedermeiers Trikot. Auf der Gegenseite war Breckos Einsteigen gegen Gebhart schon eher ein Strafstoß.

Analyse: Der VfB traute sich in der ersten halben Stunde so gut wie gar nichts zu, überließ den Gästen den Ball und jede Menge Platz im Mittelfeld. Der emsige Petit fädelte dort geschickt ein, Podolski und Ehret starteten viele gefährliche Angriffe über die linke Seite.

Erst allmählich befreite sich Stuttgart und hatte die besseren Chancen - allerdings nicht die bessere Spielanlage. Köln spielte gefälliger und wurde in der zweiten Halbzeit dazu noch gefährlicher vor dem Tor. Der VfB wurde immer fahriger, von Minute zu Minute wurde die Verunsicherung förmlich greifbar.

Köln zeigte eine tolle Reaktion auf eine der turbulentesten Wochen der jüngeren Vergangenheit, das 0:4 gegen Gladbach, die wirre Mitgliederversammlung und die ständigen Diskussionen um Manager Michael Meier waren komplett aus den Kleidern. Die Mannschaft war lauffreudig, aggressiv und auch von sich selbst überzeugt.

Zudem griffen die Maßnahmen von Trainer Schaefer: Mondragon strahlte die gewünschte Ruhe aus, Podolski und Ehret bildeten ein starkes Pärchen. Insgesamt ein sehr gutes Auswärtsspiel des FC, das beste in dieser Saison.

Stuttgart dagegen bekommt einfach keine Konstanz in seine Leistungen und findet sich damit auch zurecht erneut ganz tief im Keller wieder.

Stuttgart - Köln: Daten zum Spiel

Stefan Rommel / Tim Frische

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